Die schwierigen Ermittlungen in Kinderporno-Foren


In der Waschbeton-Burg des Bundeskriminalamts in Wiesbaden gehen jeden Tag ein paar Dutzend verdeckte Ermittler in Kinderporno-Foren. (Foto: dpa)
Der Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet stürzt die Fahnder in ein moralisches Dilemma. Um in innere Zirkel vorzudringen, müssten sie selbst Bilder hochladen.

Von Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Der anonyme User im Kinderporno-Chat war eine Weile offline. Als er wieder auftauchte, schrieb er: „Ich lag 3 Wochen im Krankenhaus.“ Er verriet auch, warum. „Motorradunfall.“ Gute Besserung, antworteten die Chatpartner. Willkommen zurück. Aber einer von ihnen horchte heimlich auf.

Die Anzahl der Männer, die gerade drei Wochen wegen eines Motorradunfalls in einem Krankenhaus gelegen haben, ist im deutschen Sprachraum überschaubar. Mit den Mitteln der Kriminalpolizei ließ sich das gut eingrenzen. Wenig später wurde der anonyme User gefasst. „Darauf hatten wir gewartet“, sagt ein Ermittler.

weiterlesen