Boris Palmer: Warum man die Rassismus-Keule besser stecken lassen sollte


Boris Palmer am Abend seiner Wiederwahl zum Tübinger Oberbürgermeister (19. Oktober 2014). Bild: wikipedia.org/CC BY 3.0 – Felix König

„Für meinen Kollegen ist es schon rassistisch, wenn man auf die leider deutlich erhöhte Kriminalitätsbelastung von Flüchtlingen hinweist.“

Von Boris Palmer/Bündnis 90/Die Grünen | kath.net

Für meinen Kollegen ist es schon rassistisch, wenn man auf die leider deutlich erhöhte Kriminalitätsbelastung von Flüchtlingen hinweist. Ähnlich hat auch Ruprecht Polenz argumentiert.

Den Streit darüber, was nun rassistisch ist und was nicht, kann man offenbar ewig führen. Es gibt mittlerweile eine Gruppe von Menschen, die der Auffassung ist, dass jede Beschreibung von Eigenschaften von Gruppen von Ausländern in Abgrenzung zur langjährig hier lebenden Menschen bereits rassistisch sei. Ich halte diese Definition von Rassismus für abwegig. Aber darüber ist offenkundig keine Einigung möglich.

Ich will daher hier nur meine Gründe nennen, warum es gerade aus Sicht derjenigen, die eine solche Definition von Rassismus teilen, besser wäre, den Vorwurf nicht zu erheben:

  1. Es gibt unzweifelhaft Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in unserer Gesellschaft. Das wird verharmlost, wenn man alles in einen Topf wirft: Mohrenköpfe, Altersfeststellung und Brandanschlag.
  2. Der Vorwurf, ein Rassist zu sein oder rassistisch zu reden, zielt auf Ächtung und Ausgrenzung. Wenn man einen solchen Vorwurf auf Auffassungen anwendet, die große Teile der Bevölkerung teilen, wenn nicht gar die Mehrheit, dann treibt man massenhaft Leute in die Arme von Rechtspopulisten.

weiterlesen