Rückkehrprogramme für Flüchtlinge funktionieren nicht


Abflug am Flughafen © Karl-Martin Skontorp auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Im vergangenen Jahr haben etwa 30.000 Flüchtlinge Deutschland freiwillig verlassen. Die Motive für die Rückkehr sind vielfältig, erklärt Marion Lich, Leiterin des Münchner „Büros für Rückkehrhilfen“. Die meisten kehrten auf Drängen der Familie zurück.

Von Patricia Averesch | MiGAZIN

Wenn Flüchtlinge freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, haben sie unterschiedliche Motive. Die Münchner Rückkehrberaterin Marion Lich nennt vor allem abgelehnte Asylanträge, Heimweh, familiäre Zwänge und enttäuschte Erwartungen. „Die wenigsten kehren glücklich in ihr Herkunftsland zurück“, sagte die Leiterin des Münchner „Büros für Rückkehrhilfen„. Häufig dränge die zurückgebliebene Familie Migranten zur Heimkehr, da sie keine Chance auf Nachzug sehe oder ein Angehöriger schwer erkrankt sei.

Die langjährige Beraterin Lich äußerte sich skeptisch über die Zahl der Rückkehrprogramme in Deutschland. „Mit weiteren Programmen will der Bund nur neue Anreize zur Ausreise schaffen – aber das funktioniert nicht“, sagte die 58-jährige Politologin, die das „Büro für Rückkehrhilfen“ vor 20 Jahren im Auftrag der Stadt München gründete. Von Januar bis November 2017 reisten aus Deutschland fast 28.000 Flüchtlinge freiwillig aus. Darunter waren auch Migranten, die einer drohenden Abschiebung zuvorkommen wollten.

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