Türkische Armee will gegen von USA geschützte Kurden vorrücken


„Wir stehen mit Euch“ – ein Mann hängt in Jandairis in Nord-Afrin ein Poster für die Kurden-Miliz YPG auf.SHAFIA BILAL / AFP
Der türkische Staatschef fordert, US-Truppen sollen sich aus Syrien zurückziehen. Zwei gegnerische Demonstrationen vor türkischer Botschaft in Berlin am Freitag.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat US-Präsident Donald Trump zum Rückzug amerikanischer Truppen aus Syrien aufgefordert. Das teilte das Außenministerium in Ankara am Donnerstag mit. In einem Telefonat zuvor sollen Erdogan und Trump ihre Differenzen über den türkischen Einmarsch in Syrien nicht ausgeräumt haben.

Ankaras Armee greift seit sechs Tagen die Region Afrin an – sie gehört zur Rojava genannten kurdischen Autonomiezone in Nordsyrien, die von den USA unterstützt und von Russland toleriert wurde. Erdogan geht es nun um die ebenfalls von Kurden regierte Region um Manbidsch, in der US-Soldaten stationiert sind. Nach Angaben syrischer Oppositioneller schlugen dort in der Nacht zu Donnerstag Geschosse türkischer Truppen ein. Trump warnte Erdogan dem Weißen Haus zufolge vor einer Konfrontation. Erdogan müsse jegliche Aktionen unterlassen, durch die es zu einem direkten Konflikt mit US-Soldaten kommen könnte. Der türkische Präsident hatte angekündigt, kurdische Einheiten aus ganz Nordsyrien zu vertreiben.

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