Zahl antisemitischer Straftaten nicht zurückgegangen


Die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zufolge 2017 nicht gesunken. Die Anzahl der Delikte bewege sich schon seit Jahren auf einem Niveau von rund 1.500 pro Jahr, sagte de Maizière dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Nach den uns bis jetzt vorliegenden Zahlen wird auch im Jahr 2017 die Zahl nicht zurückgegangen sein“, ergänzte der geschäftsführende Minister und betonte, jede einzelne dieser Straftaten sei „eine zu viel und eine Schande“.

Von Corinna Buschow | evangelisch.de

Vor dem Hintergrund jüngster Vorfälle wie dem Verbrennen einer Israel-Flagge bei einer Demonstration in Berlin und der Beschimpfung eines jüdischen Restaurantbesitzers warnte der CDU-Politiker davor, nur auf solche spektakulären Taten zu schauen. „Leider gab es auch vorher schon antisemitische Straftaten, Situationen in denen Menschen wegen ihres jüdischen Glaubens in Deutschland bedroht oder gar angegriffen wurden“, sagte de Maizière.

Wichtig bleibe, „dass die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Kampf gegen jede Form von Antisemitismus Teil unserer Staatsräson ist“, ergänzte er. Judenfeindlichkeit dürfe in Deutschland nicht um sich greifen. „Und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass dies auch von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, uneingeschränkt akzeptiert werden muss“, betonte de Maizière.

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