Wie schlau ist die künstliche Intelligenz?


Künstliche Intelligenz ist heute allgegenwärtig. Illustration: Stefan Dimitrov (Foto: )
Kann eine Maschine so gut denken wie ein Mensch? Diese Frage soll der Turing-Test beantworten. Doch mittlerweile zweifeln immer mehr Wissenschaftler an seinem Nutzen.

Von Boris Hänssler | Süddeutsche Zeitung

Es sollte das ultimative Experiment werden, nur deshalb hatte Nathan, der Chef eines Suchmaschinenkonzerns, seinen jungen Angestellten Caleb in seine Villa eingeladen. Nathan stellt Caleb die attraktive Ava vor, einen Roboter, die ihm im sogenannten Turing-Test spielend leicht menschliche Fähigkeiten nachweist. Aber das genügt Nathan nicht. Er möchte herausfinden, ob Caleb sich in Ava verlieben kann, wohl wissend, dass sie eine Maschine ist. Tatsächlich tut er das und hilft ihr sogar zu fliehen. Auf der Flucht aber tötet Ava Nathan und sperrt Caleb in einen Raum, aus dem es kein Entrinnen gibt. Beide hatten ihre kalte Intelligenz unterschätzt.

Der 2015 erschienene britische Spielfilm „Ex Machina“ bedient ein Science-Fiction-Klischee: Eine künstliche Intelligenz (KI), gefühlskalt und gefährlich, überflügelt und bedroht die Menschen. Forscher rollen allerdings angesichts solcher Visionen die Augen. Selbst der berühmte Turing-Test löst nur noch wenig Begeisterung aus. Die meisten Wissenschaftler finden, dass er an den relevanten Forschungsthemen vorbei testet und der Öffentlichkeit einen falschen Eindruck von der Leistungsfähigkeit heutiger KI-Systeme gebe.

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