Aus Platzmangel: Unterirdische Stadt für Jerusalems Tote


Bild: tagesschau.de
Bis 2050 leben in Israel doppelt so viele Menschen wie heute. Damit steigt auch die Zahl der Toten. Da die Verstorbenen im jüdischen Glauben in ewigen Gräbern bestattet werden, entstehen nun Friedhöfe im Untergrund.

Von Benjamin Hammer | tagesschau.de

Har Hamenuchot, auf Deutsch: der Berg der Ruhenden, ist der größte Friedhof von Jerusalem. 50 Meter unter den Toten geht es in diesen Tagen etwas unruhiger zu. Bauarbeiter arbeiten in einem gigantischen Höhlensystem. Tunnel verlaufen bis zu einen Kilometer in den Jerusalemer Kalkstein. Hier entstehen 22.000 Gräber, denn oben gibt es keinen Platz mehr.

Der Mann, der die riesige Stadt der Toten plant, heißt Hananya Shahar. Er ist Rabbiner und leitet den größten jüdischen Beerdigungsverein der Stadt. „Der Friedhof oben ist völlig überfüllt. Dort gibt es bereits über 170.000 Gräber. Wenn wir die Menschen weiterhin oben begraben wollen, müssen wir die Regierung um neues Land bitten. Es gibt aber kein Land mehr. Das ist einer der Gründe, warum wir in den Untergrund gehen.“

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