Herero-Vertreter fordern Beteiligung an Verhandlungen zum Völkermord


Herero- und Nama-Delegierten in Berlin vor dem Sitz des Bundespräsidenten (Archivfoto)
Der Völkermord an den Herero und Nama durch die deutschen Kolonialtruppen muss nach Einschätzung des Namibia-Beauftragen der Bundesregierung, Ruprecht Polenz (CDU), viel mehr thematisiert werden. Es gebe eine Menge zu tun, um die Kriegsverbrechen in Südwestafrika aufzuarbeiten.

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Vertreter der Herero und Nama haben Deutschland vorgeworfen, bei den Verhandlungen zur Aufarbeitung des Völkermords Anfang des 20. Jahrhunderts im damaligen Deutsch-Südwestafrika auf Zeit zu spielen. Sie forderten am Freitag bei einem Treffen mit der Linksfraktion in Berlin, die Bundesregierung müsse in direkte Gespräche mit den Volksgruppen eintreten und die deutschen Kriegsverbrechen an den Herero und Nama als Völkermord anerkennen.

Verhandlungen zwischen dem Namibia-Beauftragten der Bundesregierung, Ruprecht Polenz (CDU), und Vertretern der namibischen Regierung reichten nicht aus, sagte der frühere namibische Vizeminister für Landwirtschaftsreformen, Bernadus Swartbooi. Die Nachfahren der Ermordeten müssten mit am Tisch sitzen. Die Vorsitzende des Genozidkomitees der Herero, Esther Muinjangue, sagte, Deutschland müsse die Verantwortung für den Völkermord vorbehaltlos übernehmen.

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