Institut für islamische Theologie Berlin: Liberaler Islam ausgeschlossen


Seyran Ateş, 2008. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Müjgan Arpat

Um das geplante Institut für Islamische Theologie in Berlin gibt es Ärger. Die Frauenrechtlerin Ates kritisiert den Ausschluss liberaler Islamverbände aus dem Beirat. Gründungsdirektor Borgolte verteidigt die Zusammensetzung.

evangelisch.de

Der Gründungsdirektor des Berliner Instituts für Islamische Theologie, Michael Borgolte, hat die Nichtbeteiligung liberaler islamischer Verbände im Beirat verteidigt. Auch die Berliner CDU-Opposition und die am Senat beteiligten Grünen stellten berechtigterweise die Frage nach der Zusammensetzung des Gremiums, sagte der Professor für mittelalterliche Geschichte dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Ich kann darauf immer nur antworten: Das ist jetzt nun mal die Voraussetzung, unter der wir begonnen haben. Man kann jetzt während dieses Prozesses die Zusammensetzung nicht ändern. Das ist eine Frage des Vertrauens. Man kann jetzt nicht zwischendurch sagen, es gefällt mir nicht mehr mit Euch.“

In einem Offenen Brief an den Berliner Senat und die Universitätsleitung forderte die Rechtsanwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates am Dienstag ein Mitspracherecht liberaler Islamverbände bei der Gründung des Instituts an der Humboldt Universität. Ates protestiert dagegen, dass der Beirat des geplanten Instituts einzig mit Vertretern konservativer Islamverbände besetzt ist. Diese repräsentierten nur einen Bruchteil der Muslime in Deutschland und würden zumeist aus dem Ausland finanziert, bemängelt die Gründerin der liberalen Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin.

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