Der Westen darf Afghanistan nicht vergessen


Sprengstoff im Krankenwagen: Nach einem Anschlag im Herzen von Kabul am Wochenende tragen freiwillige einen Verletzten davon. (Foto: AFP)
Sonst wird der Terror weiter den Alltag der Afghanen verwüsten. Deutschland, aber vor allem die USA müssten endlich Konsequenzen ziehen.

Von Tobias Matern | Süddeutsche Zeitung

Der Mensch entzieht sich gerne unangenehmen Situationen. Seine Psyche hält dafür einen Schutzmechanismus bereit: die Verdrängung. Dabei wird ein Sachverhalt ausgeblendet, in der Hoffnung, das Problem erledige sich von allein. Meist tritt das Gegenteil ein: Das Problem verschärft sich.

Auch in der internationalen Politik lässt sich das Phänomen der Verdrängung studieren, zur Zeit besonders an einem Beispiel – an Afghanistan. Dieses Land beflügelte einst Fantasien, früher bei den Hippies, die in Kabul kifften, später bei einer rot-grünen Bundesregierung, die sich nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten der außenpolitischen Reifeprüfung stellen wollte.

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