UN-Expertin sieht bei Rohingya-Krise „Anzeichen für Völkermord“


Die UN-Sonderberichterstatterin für Myanmar, Yanghee Lee, sieht in dem gewaltsamen Vorgehen der Armee gegen die muslimischen Rohingya „Anzeichen für einen Völkermord“. Eine definitive Aussage könne sie jedoch nicht treffen, bevor ein internationales und glaubwürdiges Gericht Beweise abgewogen und eine Entscheidung gefällt habe, sagte die Südkoreanerin am Donnerstag in Seoul nach Gesprächen mit Rohingya-Flüchtlingen. Myanmar hatte der UN-Diplomatin die Einreise verweigert.

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Beim Vorgehen gegen Rohingya und andere Minderheiten in Myanmar zeige sich ein „festgelegtes Muster an Herrschaft, Aggression und Gewalt“, betonte Lee nach Besuchen in Thailand und Bangladesch. Etwa 800.000 Rohingya sind wegen der Militärgewalt im Oktober 2016 und seit Ende August 2017 nach Bangladesch geflohen. Die Fluchtbewegung dauert weiter an.

Eine Rückführung der Rohingya hält Lee derzeit für verfrüht. Lee zufolge sagten viele Rohingya, sie würden nur zurückkehren, wenn sie Bürgerrechte erhielten und für ihre Sicherheit garantiert werde.

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