„Frieden in der Türkei wird es nur mit Öcalan geben“

Leyla Imret im September 2015 in Cizre (Foto: picture alliance / dpa)
Leyla Imret ist HDP-Politikerin und abgesetzte Bürgermeisterin von Cizre. Ein Gespräch über die Unterdrückung der Kurden, die türkische Militäroffensive in Afrin und welche Rolle der inhaftierte PKK-Mitbegründer noch spielt.

Interview von Lars Langenau | Süddeutsche Zeitung

Leyla Imret, 29, wurde 2014 mit mehr als 83 Prozent für die HDP zu einer der jüngsten Bürgermeisterinnen der Türkei gewählt. Allerdings kann sie ihr Amt seit 2015 nicht mehr ausüben, wurde von der Regierung in Ankara abgesetzt, musste untertauchen und floh Ende vergangenen Jahres nach Deutschland. Die „Demokratische Partei der Völker“, so die Übersetzung der Halkların Demokratik Partisi ist eine linke Partei, die sich insbesondere für die kurdische Minderheit einsetzt. Bei der Parlamentswahl 2015 erreichte sie 13,1 Prozent der Stimmen. Ihre Wähler sind bei Weitem nicht nur Kurden.

Gleichwohl sieht die Regierung in Ankara die HDP als politischen Arm der als Terrorgruppe eingestuften, verbotenen Arbeiterpartei PKK. HDP-Chef Selahattin Demirtaş sitzt seit Dezember 2016 im Gefängnis. Imrets Mutter schickte sie mit fünf Jahren von zuhause weg und mit neun Jahren nach Deutschland. Imret wuchs in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen auf und arbeitete zuletzt als Friseurin, bevor sie zur Chefin der Kommunalverwaltung in Cizre gewählt wurde, einer 135-000- Einwohner-Stadt nahe der syrisch-irakischen Grenze. Vergangenes Jahr lief ein Dokumentarfilm über Leyla Imret in ausgewählten Kinos.

SZ: Frau Imret, sind Sie eigentlich noch Bürgermeisterin von Cizre?

Leyla Imret: Eine gewählte Person kann nur nach Ablauf der Legislaturperiode oder durch Abwahl gehen, deshalb sehe ich mich bis 2019 als legitime Bürgermeisterin meiner Stadt. Seit meiner Absetzung beziehe ich zwei Drittel meines Gehaltes, obwohl es inzwischen einen von der AKP-Regierung gestellten Zwangsverwalter in Cizre gibt und vor allem der Gouverneur der Region meine Aufgaben übernommen hat.

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Geldwäsche-Verdacht: Vatikan konfiszierte 30 Millionen Euro

Petersplatz im Vatikan – imago/ZUMA Press
Erstmals hat die vatikanische Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Prozesses wegen des Verdachts der „Selbstgeldwäsche“ beantragt

Die Presse.com

Wegen des Verdachts auf Geldwäsche hat die Justiz im Vatikan zwischen 2013 und 2017 insgesamt rund 30 Millionen Euro beschlagnahmt. Der Vatikan sei stark für die Transparenz seiner Bank IOR sowie im Kampf gegen Geldwäsche engagiert, sagte der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano bei der Vorstellung des Jahresberichts der vatikanischen Justiz am Samstag.

Erstmals habe die vatikanische Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Prozesses wegen des Verdachts der „Selbstgeldwäsche“ beantragt. Ein zweiter Antrag auf einen Prozess wegen desselben Vergehens soll demnächst eingereicht werden, kündigte Milano an.

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Erzapostel Marx stellt Segnung homosexueller Paare in Aussicht

Quelle: http://www.bgland24.de

Wie soll die katholische Kirche mit gleichgeschlechtlichen Paaren umgehen? Eine Segnung sei möglich – allerdings nur in Einzelfällen, sagt Kardinal Reinhard Marx in einem Radiointerview.

SpON

Die Mehrheit der Katholiken spüre, dass sich die Kirche derzeit in einer Umbruchssituation befinde, sagt Kardinal Reinhard Marx in einem Interview mit dem bayerischen Radiosender B5. Daher müsse die Lebensgeschichte jedes einzelnen in der Seelsorge stärker in den Blick genommen werden als bisher.

Marx ist Erzbischof von München und als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz der oberste Katholik des Landes. Der 64-Jährige äußerte sich in diesem Zusammenhang auch zur kontroversen Diskussion über mögliche Segnungen homosexueller Beziehungen in der katholischen Kirche.

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Wie der Riss durch Cottbus so tief werden konnte

In Cottbus leben etwa 100 000 Menschen. (Foto: REUTERS)
  • In Cottbus demonstrieren am Samstag sowohl Flüchtlinge als auch der rechtsgerichtete Verein „Zukunft Heimat“.
  • In der brandenburgischen Stadt gab es in den vergangenen Wochen eine Gewaltserie zwischen Deutschen und Flüchtlingen.
  • Unbekannte stürmten eine Flüchtlingsunterkunft und griffen die Bewohner an. Außerdem verteilten Rechte Reizgas an Passanten. Auch syrische Jugendliche begingen Gewaltdelikte.

Von Max Ferstl | Süddeutsche Zeitung

In Cottbus hat sich einiges aufgestaut: Attacken von Deutschen auf Flüchtlinge und umgekehrt – immer und immer wieder. Seit Monaten schon, aber im Januar in konzentrierter Form.

Für Samstag sind nun zwei Demonstrationen angekündigt. Eine davon haben Flüchtlinge initiiert. Unter dem Motto „Leben ohne Hass – Gemeinsam gegen die Angst“ wollen sie ab 11 Uhr für Offenheit und ein friedliches Miteinander eintreten. „Die Stimmung hier ist so, als hätte jeder Syrer ein Messer dabei“, sagte Mitorganisator Ahmad Tammae dem Tagesspiegel.

Am Nachmittag treffen sich diejenigen, die auf der anderen Seite stehen. Der Organisator, der Verein „Zukunft Heimat“, erklärt, dass man sich in Cottbus „nicht mehr so selbstverständlich und sicher bewegen“ könne. So steht es in der Ankündigung. Keiner könne verstehen, warum Flüchtlinge „bewaffnet durch die Straßen ziehen“.

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Religion lebt von persönlichen Kontakten

Bild. Global Atheist
Jungen Menschen fehlt es heute an religiösem Wissen genauso wie an einem emotionalen Zugang zu religiöser Praxis. Dafür können sie nichts. Schon ihre Eltern wurden nicht mehr religiös sozialisiert.

Von Josef Hochstrasser | Neue Zürcher Zeitung

Die christlichen Kirchen haben ein schwerwiegendes Problem. Wie sollen sie ihre Botschaft an zukünftige Generationen weitergeben? Vor fünfzig Jahren ging das noch problemlos. Das Christentum prägte die Gesellschaft. Man besuchte am Sonntag den Gottesdienst. Die Kirchen besassen das Monopol, die Welt zu deuten. Der Islam war kein Thema. Atheisten galten als Aussenseiter. Die katholische Kirche zelebrierte ihre gemütvollen Feste: Fronleichnam, Maiandachten, Flurprozessionen. Oft trug der Soutane tragende Priester noch zum Dorfbild bei.

Um die Mitte der 1960er Jahre begann die feste Burg der Kirchen zu bröckeln. Studenten attackierten sämtliche Autoritäten. Selbst die Väter des II. Vatikanischen Konzils bewegten sich. Papst Johannes XXIII. läutete mit seinem «Aggiornamento» eine neue Ära ein. Die katholische Kirche verstand sich nicht länger mehr als ein erratischer Block in der Gesellschaft. Mutig und zugleich demütig zeigte sie sich bereit, zukünftig in einen Wettstreit der Weltanschauungen einzutreten. Schon lange zuvor bedrängten die Thesen der Reformation und der Aufklärung die Vormachtstellung der katholischen Kirche.

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Freies Kirchen-WLAN: Godspot expandiert nach Bayern

(Bild: godspot )
Nach langem Überlegen rät die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern den Leitern ihrer über 1500 Gemeinden, den Besuchern ihrer Gotteshäuser kostenlos drahtloses Internet über den Dienst „Godspot“ zur Verfügung zu stellen.

Von Stefan Krempl | heise online

Der von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) entwickelte Service „Godspot„, über den angeschlossene Gemeinden rechtssicher ohne Registrierungspflicht der Nutzer mit WLAN versorgt werden, hat nun auch in Bayern den Segen von oben. Die dortige Evangelisch-Lutherische Kirche empfehle nach langen Verhandlungen jetzt offiziell, Gottes- und Pfarrhäuser sowie zugehörige Einrichtungen über den Dienst mit drahtlosem Internet auszustatten, erklärte der IT-Leiter der EKBO, Fabian Kraetschmer, gegenüber heise online. Für Besucher bleibe der Zugang zum Netz über die speziellen Hotspots dabei kostenfrei.

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Freiberger Stadtrat beschließt Zuzugsstopp für Flüchtlinge

Die sächsische Stadt Freiberg will in den nächsten vier Jahren keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend auf seiner Sitzung beschlossen. Nun soll bei den zuständigen Behörden eine Zuzugsbeschränkung, eine sogenannte negative Wohnsitzauflage, beantragt werden, wie die Freiberger Stadtverwaltung am Freitag mitteilte.

evangelisch.de

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) hatte mit Nachdruck für einen Zuzugsstopp geworben. Er handele nach dem Vorbild von Salzgitter, Delmenhorst, Wilhelmshaven und Cottbus, hieß es. Der Stadtverwaltung zufolge leben im knapp 42.000 Einwohner zählenden Freiberg derzeit rund 4.000 Menschen, die keinen deutschen Pass haben. Etwa 2.000 von ihnen und damit fünf Prozent der Bevölkerung seien Flüchtlinge. Eine große Herausforderung sei der hohe Anteil an Kindern unter den Flüchtlingen.

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„Volksparteien“ weiter im Niedergang

Grafik: TP
Politbarometer: Die SPD ist abgewirtschaftet, die FDP verliert gegenüber der rechten Konkurrenz der AfD, es fehlt ein neues, unverbrauchtes Gesicht in der politischen Landschaft

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die SPD sackt ab. Das hat der DeutschlandTrend gezeigt und wird auch vom Politbarometer bestätigt. Ob das mit den GroKo-Verhandlungen zusammenhängt, ist nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass die SPD wie andere sozialdemokratische Parteien mit dem Versuch, ihre linken Positionen aufzugeben, um mit den konservativen Parteien um die Mitte und die Wirtschaft zu konkurrieren, zum Scheitern verurteilt sind. Von einer Volkspartei ist nicht mehr zu sprechen. Vermutlich verstärken die Koalitionsgespräche aber den Niedergang, weil sie belegen, dass die Parteifunktionäre lieber noch einmal kurzfristig an der Macht festhalten wollen, als in die Opposition zu gehen oder in Neuwahlen die Union und AfD mit einer linken Position herauszufordern.

Immerhin sinkt die SPD im aktuellen Politbarometer „nur“ auf 19 Prozent. Die Union verliert hingegen um 2 Prozentpunkte und kommt noch auf 31 Prozent. Damit ist jedoch klar, dass die GroKo-Verhandlungen bereits im irrealen Raum stattfinden. Union und SPD haben real keine Mehrheit mehr. Die Zeiten einer Großen Koalition sind vorbei. Jetzt ist die Zeit für größere Flexibilität der Parteien und ihres Personals angebrochen, was bereits die FDP unter ihrem Chef Lindner zurückschrecken ließ, der trotz aller Innovationsrhetorik immer noch im Geist der alten Bundesrepublik festzuhängen scheint.

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Woelkis pränatale Fruchtwasser-Träume

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Kardinal Woelki übt scharfe Kritik am schwarz-roten Kompromiss über den Familiennachzug bei Flüchtlingen. Er habe mit Kardinal Meisner nie über Amoris laetita gesprochen.

kath.net

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat scharfe Kritik am schwarz-roten Kompromiss über den Familiennachzug bei Flüchtlingen geübt. Die Einigung von Union und SPD sei aus christlicher Sicht ein „Skandal“, sagte Woelki der Kölnischen/Bonner Rundschau: „Es darf nicht durch die Hintertür zu einer Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus humanitären Gründen kommen.“ Der Kompromiss, durch den der Familiennachzug zunächst ausgesetzt und dann auf 1000 Fälle im Monat begrenzt werden soll, trage zu „menschlichem Elend“ bei, betonte Woelki: „Ich finde es nicht haltbar und nicht tragbar, dass wir auf der einen Seite in der Verfassung den Schutz von Ehe und Familie verankert haben und dann solche Lösungen gefunden werden.“ Auf die Frage der Zeitung, ob die Unionsparteien lieber auf das C wie christlich verzichten sollten, antwortete der Erzbischof: „Das habe ich nicht zu beantworten, das muss so eine Partei schon selbst tun. Aber sie muss sich an dem messen lassen, was die Botschaft des Evangeliums ist.“

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Wissenschaftler finden riesige Maya-Stätte in Guatemala

Diese 3D-Aufnahme zeigt das Areal, auf dem die Wissenschaftler die Maya-Stätte entdeckten Quelle: AP/PACUNAM/Canuto and Auld-Thomas
Archäologen sind in Guatemala auf eine Maya-Stätte riesigen Ausmaßes gestoßen, die zehn Millionen Menschen beherbergte.

DIE WELT

  • Das Areal soll Tausende Bauwerke umfassen und wurde von den Wissenschaftlern unter dichtem Dschungel gefunden.
  • Möglich wurde die spektakuläre Entdeckung auch durch den Einsatz einer speziellen Lasertechnik.

Unter dichtem Dschungel haben Wissenschaftler eine bisher unbekannte riesige Maya-Stätte mit Tausenden Bauwerken in Guatemala entdeckt. Den Fund im Verwaltungsbezirk Petén machten die Forscher mit einer speziellen Lasertechnik, die bei Luftbildaufnahmen zum Einsatz kommt.

Die Entdeckung wurde am Donnerstag von einem Verband von Archäologen aus Guatemala, Europa und den USA bekannt gemacht. Gefunden wurden landwirtschaftliche Flächen im industriellen Maßstab und Bewässerungskanäle.

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Wie Deutschland die Autoindustrie verschont und eine Klage in Kauf nimmt

Während die Autoindustrie von einem Desaster ins nächste schlittert und den Kopf doch immer wieder aus der Schlinge zieht, droht Deutschland nun eine Klage wegen Luftverschmutzung vor dem europäischen Gerichtshof. Eine mögliche Strafe geht auf Kosten der Steuerzahler.

Von Bastian Henrichs | greenpeace magazin

Barbara Hendricks ist nicht zu beneiden. Sie musste am Dienstag dieser Woche zum Rapport nach Brüssel, um die Versäumnisse der Bundesregierung als Erfolge zu verkaufen. EU-Umweltkommissar Karmenu Vella hatte neben der deutschen Umweltministerin noch acht weitere Minister von EU-Mitgliedsstaaten geladen, weil sie die Grenzwerte für Luftschadstoffe wie Stickoxid und Feinstaub auch Jahre nach Inkrafttreten der Gesetze nicht einhalten. Hendricks hatte die auf dem Dieselgipfel vereinbarten Maßnahmen im Gepäck: Die Bundesregierung stellt eine Milliarde Euro zur Verfügung, um Busflotten und den Lieferverkehr zu elektrifizieren, die Infrastruktur für E-Ladesäulen zu verbessern und Dieselbusse nachzurüsten.

Bis 2020, so die Ministerin, werde man soweit sein, dass statt siebzig deutschen Städten, die aktuell noch über den Grenzwerten liegen, nur noch die zwanzig am stärksten belasteten Städte die Grenzwerte überschreiten werden. Überzeugen konnte sie damit nicht. Nach der Gesprächsrunde mit allen geladenen Ministern sagte Umweltkommissar Vella, dass insgesamt die Maßnahmen aller neun Länder nicht substanziell genug seien, um das Gesamtbild zu verändern. Nun droht Deutschland eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. So etwas kann teuer werden.

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Junge Frau in die Türkei verschleppt

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Eltern und Onkel bringen eine junge Frau gegen ihren Willen in die Türkei. Ein Gericht verurteilt die in Frankfurt und Friedberg lebenden Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe.

Frankfurter Rundschau

Weil sie eine junge Frau in die Türkei verschleppt haben, hat das Stuttgarter Landgericht deren Onkel und ihre Eltern zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die Eltern kamen wohl mit dem westlichen Lebensstil ihrer Tochter nicht zurecht, wie der Richter am Freitag erklärte. Sie akzeptierten den Freund ihrer Tochter nicht. Deshalb passte der Onkel die damals 22-Jährige im Jahr 2011 in Stuttgart ab, gab ihr laut Gericht einen Eistee mit Schlafmittel und brachte sie zusammen mit dem Vater gegen ihren Willen im Auto nach Ostanatolien. Die Frau wurde im Haus ihrer Großmutter festgehalten und heiratete dort. „Es war keine Zwangsheirat“, betonte der Richter.

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Studie: Raubtiere fraßen Neandertaler und schieden Zähne aus

Zahn eines Neandertalers – APA
Bisher dachten die Forscher, die entdeckten Zähne seien Milchzähne von Horn- oder Geweihträgern. Nun fanden sie heraus: Der Magensaft der Raubtiere veränderte die Zähne.

Die Presse.com

Vor 40.000 bis 50.000 Jahren hatte es der Neandertaler nicht leicht – häufig wurde er von großen Raubtieren gefressen. Seine Zähne schieden die Fleischfresser dann wieder aus, und einige von ihnen sind bis heute erhalten. Im Fachmagazin „Paleo“ veröffentlichten Wissenschafter jetzt eine Studie über ihre Forschungen an der Ausgrabungsstätte Pradelles in Westfrankreich.

Sie bei ihren Erhebungen in der Gemeinde Marillac-le-Franc im westlichen Département Charente zu dem Schluss, dass es sich bei den dort gefundenen etwa 15 Zähnen nicht – wie bisher angenommen – um Milchzähne von Horn- oder Geweihträgern handelte, sondern um Zähne von Neandertalern.

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Militärbischof: Ditib darf nicht in Militärseelsorge hineinwirken

Symbolbild. Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat klare Regeln für eine muslimische Seelsorge bei der Bundeswehr gefordert. Von vornherein sei klar, dass kein ausländischer Staat in die Militärseelsorge hineinwirken dürfe, sagte Rink laut Redemanuskript am Freitag in Lüneburg.

evangelisch.de

Er nannte dabei ausdrücklich den Islam-Verband Ditib, der mit der türkischen Religionsbehörde eng verwoben ist. In der Militärseelsorge wirken dürften auch nicht „Religionsfunktionäre, die vom Geld arabischer Staaten abhängen oder gar die Maximen der Muslimbruderschaft verbreiten“, sagte Rink.

Der Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sprach beim Neujahrsempfang des Johanniterordens von Hannover über die Grundsätze der Militärseelsorge, wie sie die Kirchen seit Jahrzehnten leisten. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen muslimischer Soldaten und allgemein der Muslime in Deutschland wird überlegt, wie auch eine islamische Seelsorge für Soldaten organisiert werden kann. Rink zufolge dienen rund 1.700 Muslime in der Bundeswehr.

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Calais: Der Krieg der Schleuser

Sicherheitszaun in Calais. Bild: VOA, gemeinfrei
Der Gewalt unter Migranten aus Afghanistan und Eritrea liegt angeblich ein mafiaähnlicher Machtanspruch von Schleppern zugrunde und das Phänomen, dass Calais für viele Migranten die letzte „Hoffnungsstation“ ist

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Härten in Calais suchen ihresgleichen. Nachrichten aus der französischen Hafenstadt hören sich an wie Berichte aus einer Kriegszone. Der Spiegel meldet am Freitagmittag, den 2.Februar:

Sie gingen mit Eisenstangen aufeinander los, Schüsse fielen: Bei Massenschlägereien unter Migranten in der französischen Stadt Calais sind mehrere Menschen schwer verletzt worden. Fünf Flüchtlinge hätten lebensbedrohliche Schusswunden erlitten, 18 weitere seien durch Schläge verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Spiegel online

Der französische Innenminister Gérard Collomb begab sich gestern Abend in Stadt, die sich fortan auf „Chaos reimt“, wie Le Monde schreibt, beklagte ein Ausmaß der Gewalt, wie man es bislang nicht kannte („jamais connu“).

Nach einer Nacht im Chaos von Calais versprach Collomb zwei zusätzliche Polizeieinheiten (CRS) ab dem heutigen Freitag, dass der Staat die Essenverteilung an die Migranten übernehmen werde und darüber hinaus richtete Collomb, wie die Regionalzeitung La Voix du Nord berichtet, eine Botschaft der Entschlossenheit an die Öffentlichkeit:

Wer nach Großbritannien will, muss einen anderen Weg wählen, nicht den über Calais.

Gérard Collomb

Das ist, wenn man sich über die Hintergründe der Auseinandersetzungen informiert, einer dieser Sätze, von denen es heißt, dass sie durch stetige Wiederholung nicht wahrer werden. Oder dass der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Auch die anderen Aussagen von Collomb sind von dieser Klasse. Auch die Migrations-Politik der Macron-Regierung, die als „hart“ gekennzeichnet wird, erscheint hilflos, wenn es um die Migranten in Calais geht.

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Mutmaßlicher Putsch-Anführer erhält offenbar deutsches Asyl

Zum ersten Mal jährt sich der Putschversuch in der Türkei. Die Situation hat sich seitdem noch verschlimmert. Die türkischstämmige Anwältin Seyran Ates und der Regisseur Mustafa Altioklar ziehen eine ernüchternde Bilanz. Quelle: Reuters
Vier türkische Militärs haben in Deutschland Asyl erhalten. Darunter auch ein Oberst, dem die Türkei eine Teilnahme am Putschversuch 2016 vorwirft und den sie wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sowie Landesverrats angeklagt hat.

DIE WELT

Das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland war im vergangenen Jahr einigen Belastungsproben ausgesetzt: Die Nazi-Vergleiche von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und die andauernde Inhaftierung des WELT-Korrespondenten Deniz Yücel ohne Anklage sind nur zwei von zahlreichen Beispielen.

Nun könnte eine weitere hinzukommen. Denn wie der „Spiegel“ berichtet, haben die deutschen Behörden vier türkischen Militärs, von denen die türkische Justiz einen als wichtigen Anführer des gescheiterten Militärputsches vom Juli 2016 einordnet, in Deutschland Flüchtlingsschutz gewährt. Eine Auslieferung an die Türkei ist damit unmöglich.

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Unfruchtbar durch Schmerzmittel?

Nimmt die Mutter in der Schwangerschaft Paracetamol oder Ibuprofen, könnte dies Spätfolgen beim Kind hervorrufen. © Janulla/ thinkstock
Späte Nebenwirkung: Wenn schwangere Frauen Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen, könnte dies langfristige Folgen für ihr Kind haben. Denn beide Schmerzmittel wirken sich offenbar negativ auf die spätere Fruchtbarkeit aus, wie Versuche mit Mäusen und Föten nahelegen. Demnach stören die Medikamente beim weiblichen Nachwuchs die Eizellentwicklung, bei männlichen Ungeborenen die Testosteronproduktion. Auch wenn die Ergebnisse erst noch bestätigt werden müssen, sollten Schwangere bei der Einnahme von Paracetamol und Ibuprofen daher äußerst vorsichtig sein.

scinexx

Paracetamol und Ibuprofen gehören zu den beliebtesten frei verkäuflichen Schmerzmitteln. Doch die Medikamente sind nicht ohne: Schon bei geringer Überdosierung oder zu langer Einnahme können sie unter anderem Leber und Nieren schädigen, das Herzinfarktrisiko erhöhen oder Asthma und Allergien fördern.

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EKD-Referentin #metoo: Sexuelle Belästigungen auch in der Kirche

Vor dem Hintergrund der #metoo-Debatte hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eingeräumt, dass es auch in der Kirche Übergriffe gegen Frauen gibt. „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und sexuelle Belästigungen kommen auch im Bereich der Kirche vor“, sagte die Referentin für Chancengleichheit in der EKD, Kristin Bergmann, der Monatszeitschrift „zeitzeichen“ (Februar).

evangelisch.de

Im Unterschied zu strafrechtlich relevanten Gewalttaten seien Belästigungen allerdings oft schwer zu greifen, sagte Bergmann. Es gebe ganz vielfältige Übergriffe: „Verbale Belästigungen, Beleidigungen, die auf das Geschlecht oder die sexuelle Identität Bezug nehmen, und Grenzverletzungen wie unerwünschte Berührungen oder das Aufhängen von Pin-ups im Büro“. Bundesweite Zahlen dazu gebe es aber nicht, da diese Fälle bei ganz unterschiedlichen Stellen aufliefen und nicht erhoben würden.

Unter dem Hashtag #churchtoo veröffentlichen beim Kurznachrichtendienst Twitter inzwischen Hunderte Frauen, die Gewalt und Übergriffe im kirchlichen Umfeld erfahren haben, ihre Erlebnisse – allerdings überwiegend englischsprachig.

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USA: Von Evangelikalen und Ex-Vangelikalen

Tony Perkins und Donald Trump auf dem von Evangelikalen organisierten „Values Voters Summit“ (AFP / Brendan Smialowski)
Donald Trump stellt Amerikas Evangelikale auf eine harte Probe: Er soll seine Frau mit einem Porno-Star betrogen haben. Ehebruch gilt zwar als schwere Sünde, aber die Mehrheit der konservativen Christen hält zu ihm. Eine Minderheit distanziert sich und fragt sich, wo die Bibeltreue bleibt.

Von Jürgen Kalwa | Deutschlandfunk

Neulich in einem Strip-Club in Las Vegas: Der Ansager kündigt die Attraktion des Abends an. Der Laden ist voll.

„Stormy Daniels brings her ‚Making America Horny Again‘ tour to the trophy club for a one-night performance this Saturday.“

Sie heißt Stormy Daniels und war mal eine der populärsten Porno-Darstellerinnen Amerikas. Inzwischen arbeitet die 38-Jährige als Regisseurin in der Branche. Doch wirklich berühmt ist sie erst seit Kurzem. Weniger für die eine Nacht im Sommer 2006 mit Donald Trump in einem Hotel in Nevada. Sondern dafür, dass sie – im Präsidentschaftswahlkampf 2016 – einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge – für ihr Schweigen von Trumps Anwalt 130.000 Dollar erhielt.

Ein „Mulligan“ für Ehebrecher

Die Transaktion wurde so gut wie möglich verschleiert. So ist bis heute nicht bekannt, aus welchen Quellen das Geld stammt. Aber es gibt einen Verdacht, weshalb der Vorgang so intensiv kaschiert wurde – mit Pseudonymen und Briefkastenfirmen. Sollte der Betrag aus einem Wahlkampffonds gekommen sein, wäre das illegal gewesen.

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Iran arrests 29 women as headscarf protests intensify

An Iranian woman waving a white scarf — an apparent reference to so-called ‚White Wednesday‘ protests against mandatory clothing rules for women, December 27, 2017, in Tehran, Iran. (Screencapture: YouTube)
Prosecutor calls demonstrations ‚trivial‘ and ‚childish‘ moves possibly incited by foreigners

By AFP | The Times of Israel

Tehran police have arrested 29 women for appearing in public without a headscarf as protests against the dress code in force since the Islamic revolution of 1979 intensify, Iranian media reported Friday.

Those arrested were accused of public order offenses and referred to the state prosecutor’s office, the Fars, ILNA and Tasnim news agencies reported without elaborating.

Chief prosecutor Mohammad Jafar Montazeri had played down the escalating protests on Wednesday, saying they were “trivial” and “childish” moves possibly incited by foreigners.

He had been asked about a woman detained earlier this week for standing on a pillar box in a busy street without the mandatory headscarf.

Unprecedented images of at least 11 women protesting the same way had been widely shared on social media.

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