Calais: Der Krieg der Schleuser


Sicherheitszaun in Calais. Bild: VOA, gemeinfrei
Der Gewalt unter Migranten aus Afghanistan und Eritrea liegt angeblich ein mafiaähnlicher Machtanspruch von Schleppern zugrunde und das Phänomen, dass Calais für viele Migranten die letzte „Hoffnungsstation“ ist

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Härten in Calais suchen ihresgleichen. Nachrichten aus der französischen Hafenstadt hören sich an wie Berichte aus einer Kriegszone. Der Spiegel meldet am Freitagmittag, den 2.Februar:

Sie gingen mit Eisenstangen aufeinander los, Schüsse fielen: Bei Massenschlägereien unter Migranten in der französischen Stadt Calais sind mehrere Menschen schwer verletzt worden. Fünf Flüchtlinge hätten lebensbedrohliche Schusswunden erlitten, 18 weitere seien durch Schläge verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Spiegel online

Der französische Innenminister Gérard Collomb begab sich gestern Abend in Stadt, die sich fortan auf „Chaos reimt“, wie Le Monde schreibt, beklagte ein Ausmaß der Gewalt, wie man es bislang nicht kannte („jamais connu“).

Nach einer Nacht im Chaos von Calais versprach Collomb zwei zusätzliche Polizeieinheiten (CRS) ab dem heutigen Freitag, dass der Staat die Essenverteilung an die Migranten übernehmen werde und darüber hinaus richtete Collomb, wie die Regionalzeitung La Voix du Nord berichtet, eine Botschaft der Entschlossenheit an die Öffentlichkeit:

Wer nach Großbritannien will, muss einen anderen Weg wählen, nicht den über Calais.

Gérard Collomb

Das ist, wenn man sich über die Hintergründe der Auseinandersetzungen informiert, einer dieser Sätze, von denen es heißt, dass sie durch stetige Wiederholung nicht wahrer werden. Oder dass der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Auch die anderen Aussagen von Collomb sind von dieser Klasse. Auch die Migrations-Politik der Macron-Regierung, die als „hart“ gekennzeichnet wird, erscheint hilflos, wenn es um die Migranten in Calais geht.

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