„Volksparteien“ weiter im Niedergang


Grafik: TP
Politbarometer: Die SPD ist abgewirtschaftet, die FDP verliert gegenüber der rechten Konkurrenz der AfD, es fehlt ein neues, unverbrauchtes Gesicht in der politischen Landschaft

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die SPD sackt ab. Das hat der DeutschlandTrend gezeigt und wird auch vom Politbarometer bestätigt. Ob das mit den GroKo-Verhandlungen zusammenhängt, ist nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass die SPD wie andere sozialdemokratische Parteien mit dem Versuch, ihre linken Positionen aufzugeben, um mit den konservativen Parteien um die Mitte und die Wirtschaft zu konkurrieren, zum Scheitern verurteilt sind. Von einer Volkspartei ist nicht mehr zu sprechen. Vermutlich verstärken die Koalitionsgespräche aber den Niedergang, weil sie belegen, dass die Parteifunktionäre lieber noch einmal kurzfristig an der Macht festhalten wollen, als in die Opposition zu gehen oder in Neuwahlen die Union und AfD mit einer linken Position herauszufordern.

Immerhin sinkt die SPD im aktuellen Politbarometer „nur“ auf 19 Prozent. Die Union verliert hingegen um 2 Prozentpunkte und kommt noch auf 31 Prozent. Damit ist jedoch klar, dass die GroKo-Verhandlungen bereits im irrealen Raum stattfinden. Union und SPD haben real keine Mehrheit mehr. Die Zeiten einer Großen Koalition sind vorbei. Jetzt ist die Zeit für größere Flexibilität der Parteien und ihres Personals angebrochen, was bereits die FDP unter ihrem Chef Lindner zurückschrecken ließ, der trotz aller Innovationsrhetorik immer noch im Geist der alten Bundesrepublik festzuhängen scheint.

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