Warum die Identitären jetzt gegen #MeToo mobil machen


Fahnen der Identitären Bewegung bei einer Demonstration in Berlin Quelle: pa/rolf kremming/dpa/Rolf Kremming
In einer Internet-Kampagne prangert die Identitäre Bewegung sexuelle Gewalt an – aber nur von Migranten. Auch kritisieren die Rechtsradikalen die feministische #MeToo-Bewegung. Ominös kündigen sie an: „Es wird noch etwas passieren.“

Von Martin Niewendick | DIE WELT

Ein handelsüblicher Taschenalarm schlägt Angreifer mit einem 120 Dezibel lauten Ton in die Flucht. Daher, so argumentieren Aktivistinnen der rechtsradikalen Identitären Bewegung (IB), habe man diese Lautstärke als Namen für eine neue Kampagne gegen sexuelle Übergriffe gewählt. Seit Anfang der Woche kursiert ein Werbevideo von „120 Dezibel“ im Netz, das sogleich empörte Reaktionen und Rassismusvorwürfe auslöste. Denn die Aktion bezieht sich ausschließlich auf sexuelle Gewalt durch Migranten.

In dem dreieinhalbminütigen Clip zählen Frauen verschiedenste Gewalttaten auf – Morde, Vergewaltigungen, Übergriffe. „Wir sind nicht sicher, weil ihr uns nicht schützt“, sagt eine, und die anderen fahren fort: „Weil ihr euch weigert, unsere Grenzen zu sichern, weil ihr euch weigert zu kontrollieren, wer hereinkommt, weil ihr euch weigert, Straftäter abzuschieben.“ Schon nach mehreren Tagen wurde das Video 50.000-mal angeklickt.

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