„Die Rakete hat es fast auf direktem Weg zum IS geschafft“

Der 31-jährige Belgier Damien Spleeters ist Regional Operations Officer der Conflict Armament Research (CAR). Seit 2014 ist er in Syrien und im Irak im Einsatz. (Foto: James Bevan/CAR)
Der Waffenkontrolleur Damien Spleeters schildert seine Arbeit für die EU, beschreibt die Rüstungsfabriken des „Islamischen Staats“ und erklärt, warum die USA Kalaschnikows in Osteuropa produzieren lassen.

Interview von Tahir Chaudhry | Süddeutsche Zeitung

Der 31-jährige Belgier Damien Spleeters ist Regional Operations Officer der Conflict Armament Research (CAR), einer britischen Nicht-Regierungsorganisation. Ihr Ziel ist es, im Auftrag der Europäischen Union aufzuklären, woher die Waffen und Munitionsbestände des „Islamischen Staates“ in Syrien und im Irak stammen. Vor seinem nächsten Einsatz im Irak spricht der Waffenkontrolleur über seine bisherigen Erkenntnisse.

SZ: Seit mehr als drei Jahren untersuchen Sie für die britische Nichtregierungsorganisation „Conflict Armament Research“ die militärischen Versorgungsketten des „Islamischen Staates“. Mit wie vielen Waffen hatten Sie zu tun?

Damien Spleeters: Mit meinem Team habe ich zwischen 2014 und 2017 mehr als 1800 Waffen und mehr als 40 000 Stück Munition begutachtet. Das sind Teile eines großen Puzzles.

weiterlesen

Neandertaler nutzten Feuer zur Werkzeug-Herstellung

Abgerundetes Griffstück eines der 171.000 Jahre alten Neandertaler-Holzwerkzeuge © PNAS
Verblüffend komplex: In der Toskana haben Archäologen gut 170.000 Jahre alte Holzwerkzeuge entdeckt, die einst von Neandertalern hergestellt wurden. Bei den rund einen Meter langen Stöcken mit rundem Griff und dünner Spitze handelt es sich um die ältesten bekannten Allzweckwerkzeuge aus Holz – und die ersten mithilfe von Feuer hergestellten Werkzeuge, wie die Forscher berichten. Sie belegen einmal mehr die kognitiven Fähigkeiten der Neandertaler.

scinexx

Die Neandertaler galt lange als der dümmere“ Vetter des Homo sapiens. Doch inzwischen ist klar, dass der bis vor rund 40.000 Jahren in Europa und Asien verbreitete Homo neanderthalensis mehr Fähigkeiten besaß, als man ihm zugetraut hat. So stellte der Neandertaler nicht nur einfache Faustkeile aus Feuerstein her, sondern produzierte schon spezialisierte Knochenwerkzeuge und Holzspeere.

weiterlesen

Kopftuch und Neutralität „Wir Frauen wollen bestimmen. Wir, nicht ihr!“ – das wollen die Frauen im Iran auch

Bild. qantara.de
Die Lehrerin Fereshta Ludin klagte als erste gegen das Kopftuchverbot in der Schule. Hier schreibt sie über ihre Wut und Enttäuschung über das, was seitdem geschehen – und nicht geschehen ist.

Von Fereshta Ludin | Qantara.de

Liebe Befürworterinnen des Neutralitätsgesetzes, liebe Gegnerinnen des Kopftuches in der Schule, im öffentlichen Dienst und anderswo, es ist schon bemerkenswert, dass aus der Geschichte der Diskriminierung, Ausgrenzung und Verbannung anders aussehender und glaubender Menschen in Deutschland absolut nichts gelernt wurde. Seit 1998, also seit sage und schreibe 20 Jahren, reden wir über „Kopftücher raus aus der Schule!“, „Kopftücher raus aus dem System“, „Kopftuchlehrerinnen raus“ aus allem, was für unsere Kinder, Kunden und Co eine Zumutung sein könnte. „Das Stück Stoff“ muss einfach: Raus! Am besten überall. Unangenehme Erscheinungen gehören nicht zu unserem Stadt- und Weltbild.

Die Muslima unter diesem Stück Stoff steht für alles Niedere, Minderwertige, sie ist unterdrückt, nicht gleichberechtigt, arm, ungebildet, altmodisch, hilfsbedürftig, orientalisch, hinterwäldlerisch, zurückgeblieben, fanatisch und altertümlich. Also all das, wovon man/frau sich gern distanziert, um nicht in falschem, seltsamen, bedrohlichen Licht zu erscheinen.

Wir glauben an die Verfassung – und an Emanzipation

Ist eine Muslima all das, was euch angst und bange werden lässt? Habt ihr denn traumatische Erfahrungen mit uns gemacht? Steht ein muslimisches Tuch per se nicht mit unserem europäischen Weltbild im Einklang? Ist dann das Ablegen eines Tuches ein Zeichen der Solidarität mit euch, und daher ein Tuch zu tragen ein Zeichen von Gegnerschaft? Und reicht es euch, wenn wir das Tuch ablegen, damit ihr uns als integre und gute Staatsdienerinnen anerkennt?

weiterlesen

TRAPPIST-1-Planeten könnten wasserreich sein

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Mehr Wasser als die Erde: Die sieben Erdzwillinge um den nahen Stern TRAPPIST-1 könnten größtenteils sehr wasserreich sein. Aus neuen Daten über die Dichte der Exoplaneten schließen Astronomen, dass mindestens einige von ihnen bis zu fünf Prozent flüchtige Stoffe enthalten – wahrscheinlich in Form von Wasserdampf, Ozeanen oder Eisschichten. Damit könnten sie sogar bis zu 250 Mal mehr Wasser besitzen als die Erde in ihren Ozeanen.

scinexx

Sie gehören zu unseren vielversprechendsten Nachbarn: Seit der Entdeckung von gleich sieben erdähnlichen Planeten in nur knapp 40 Lichtjahren Entfernung versuchen Astronomen in aller Welt mehr über das System TRAPPIST-1 herauszufinden. Klar ist bisher, dass der Rote Zwerg fast doppelt so alt ist wie unsere Sonne und dass zumindest einige der Planeten in der habitablen Zone des Sterns kreisen.

weiterlesen

Afrin: Der türkische Dschihad

Der saudi-arabische Scheich al-Muhaysini erfreut in einem Video über den Abschuss des russischen Kampfflugzeugs am 3. Februar 2018. Al-Muhaysini hat enge Verbindungen zur al-Qaida und zur Jabhat al-Nusra. Er ist einer der Befürworter von Kampfbündnissen der Dschihadisten mit der Türkei
Die Türkei Erdogans scheint den Begriff „Dschihad“ nicht als Anstrengung bzw. Kampf auf dem Wege Gottes zu verstehen, sondern als Auslöschungskrieg gegen Andersdenkende, Oppositionelle und Andersgläubige zu missbrauchen.

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Besonders deutlich wird dies, wenn man die der türkischen Armee angegliederten Islamistengruppen betrachtet, die unter dem Namen „Freie Syrische Armee“ mit IS-Methoden agieren. Wenn diese von Dschihad sprechen oder „Allahu Akhbar“ rufen, dann meinen sie Terror.

Zwar ist nach der islamischen Völkerrechtslehre „die Tötung von Nichtkombattanten wie Frauen, Kindern oder Mönchen (sofern sie sich nicht am Kampf beteiligen), die Verstümmelung sowohl menschlicher als auch tierischer Leichen, Vertragsbruch, die unnötige Zerstörung fremden Guts sowie die Tötung von Geiseln“ verboten, aber genau dies geschieht gegenwärtig.

Die Meldung über ein Video der Dschihadisten, das die Schändung einer getöteten YPJ-Kämpferin zeigt, die entkleidet ist, deren Brüste abgeschnitten wurden und deren Leiche von den Dschihadisten mit Olivenzweigen umrandet wurde, ist hiesigen Medien kaum der Rede wert. Allerdings kennen wir solche atavistischen, vorislamischen Praktiken auch bereits vom türkischen Militär im Umgang mit gefallenen Kämpfern der PKK.

weiterlesen

Islamprofessor ruft zum Boykott der Kaaba in Mekka auf

Bild: HUFFPO Religion
Die Kaaba in Mekka bildet als „Haus Gottes“ das zentrale Heiligtum des Islams und gilt als elementares Pilgerziel. Umso bemerkenswerter ist der Vorschlag des Islamwissenschaftlers Ahmad Milad Karimi, den Besuch der Kaaba zu boykottieren.

domradio.de

„Die Kaaba zu boykottieren ist heute die religiöse Pflicht aller Muslime, die gegenüber all den Perversionen nicht gleichgültig bleiben wollen, die die sektiererischen Wahhabiten treiben“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Glauben mit Mitteln des Friedens zurückerobern

Es schmerze, die Kaaba zu boykottieren, weil sie zugleich ein religiöser Sehnsuchtsort der Muslime sei, sagte der Professor am Zentrum für Islamische Theologie Münster. „Sie muss jedoch leer bleiben, damit wir mit unserer religiösen Revolte unseren Glauben mit Mitteln des Friedens zurückerobern.“ Es sei Zeit, Bequemlichkeit und Faulheit hinter sich zu lassen und den Islam als eine zivile Religion im Dienste der Menschheit gegen Extremisten und Fundamentalisten zu schützen.

weiterlesen

Homosexualität: Vatikan schließt Rednerinnen von Konferenz aus

Mary McAleese, ehemalige irische Präsidentin, ist eine der zwei Rednerinnen, die nicht bei der Konferenz „Why Women Matter“ sprechen dürfen. Foto: Olivier Hoslet (EPA)
Da ihre Einstellung zu Homosexualität den Lehren der katholischen Kirche widerspricht hat der Vatikan zwei Rednerinnen von der Konferenz „Why Women Matter“ ausgeschlossen. Diese wird von der katholischen Lobbyorganisation „Voices of Faith“ seit 2014 auf vatikanischem Boden veranstaltet.

Die Tagespost

Der Vatikan hat zwei Rednerinnen von einer Veranstaltung ausgeschlossen, da deren Positionen zu Homosexualität nicht mit den Lehren der katholischen Kirche übereinstimmen. Darüber berichtet das Nachrichtenportal „EWTNNews“. Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine Konferenz der katholischen Lobbyorganisation „Voices of Faith“. Seit 2014 findet das Event jährlich anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März in der vatikanischen Casino di Pio IV. statt. Die Konferenz mit dem Titel „Why Women Matter“ soll nun an einem Ort außerhalb des Vatikans abgehalten werden. Eigenen Angaben zufolge ist es Ziel der Lobbygruppe, die Rolle von Frauen innerhalb der katholischen Kirche zu stärken.

weiterlesen

Neurologe: „Multiple-Sklerose-Therapie mit Parasiten“

foto: getty images/istockphoto Jahrtausendelang musste das Immunsystem des Menschen mit Wurminfektionen fertig werden. Das Fehlen der Parasiten könnte eine Erklärung für MS sein.
Fritz Leutmezer von der Med-Uni Wien erklärt, welche neuen Behandlungsansätze es gegen Multiple Sklerose geben kann

Interview Günther Brandstetter | derStandard.at

STANDARD: MS kann einen schubförmigen oder chronischen Verlauf nehmen. Handelt es sich um zwei verschiedene Erkrankungen?

Leutmezer: In etwa 85 Prozent verläuft sie schubförmig, in rund 15 Prozent handelt es sich um die primär progrediente Form. Wir gehen davon aus, dass beides entzündliche Erkrankungen sind. Die Entzündung bei der schubförmigen MS spielt sich mehr im Blut ab. Das heißt, es werden die weißen Blutkörperchen aktiviert, diese wandern ins Gehirn ein und verursachen so einen Schub. Bei der primär chronischen Form scheint es so zu sein, dass die Blut-Hirn-Schranke dicht ist und sich die Entzündung im Gehirn selbst abspielt. Das ist insofern relevant, als alle derzeit verfügbaren Therapien auf das periphere Immunsystem – die weißen Blutkörperchen im Blut – abzielen.

weiterlesen

Wie sich die Evolutionsgegner zum Affen machen

Wer gedacht hat, der Kampf gegen antiwissenschaftlichen Kreationismus sei längst gewonnen, hat sich getäuscht. Wir werden uns noch wundern, was alles möglich ist.

Von Florian Aigner | futurezone.at

Lange Zeit war es irgendwie lustig. Man las über religiöse Fundamentalisten in den USA, die wutschnaubend dagegen protestierten, dass ihre Kinder in der Schule mit der unheiligen Evolutionstheorie befleckt würden – wo doch in der Bibel eindeutig steht, dass Adam und Eva am sechsten Tag erschaffen wurden, voll funktionstüchtig und schön frisiert, ohne dass vorher irgendein haariger Australopithecus mit fragwürdigen Tischmanieren über die Savanne spazieren musste.

Diese Radikalreligiösen, die antike Mythen nicht von naturwissenschaftlichen Fakten unterscheiden können, erschienen uns kurios, weit weg und wenig bedrohlich. Man konnte sich lustig machen über diese ungebildeten Bible-Belt-Amerikaner. Wir sind schließlich aufgeklärte Europäer, hier ist Wissenschaft doch Grundkonsens. Ach, wie lagen wir falsch! Wir sollten uns darauf einstellen, immer häufiger wissenschaftliche Tatsachen gegen fundamentalistische Attacken verteidigen zu müssen. Das wird kein Spaß.

weiterlesen

Musikalisches Gedankenlesen gelungen

Welches Musikstück jemand gerade hört, können Forscher jetzt allein mittels Hirnscans rekonstruieren. © Phonlamai/ thinkstock
Ausspioniertes Gehirn: Forscher können allein an unserer Hirnaktivität erkennen, welches Musikstück wir gerade hören – und das mit einer Trefferquote von bis zu 85 Prozent. Möglich wird dies durch die Kombination von hochgenauen Hirnscans mit einer lernfähigen Software. Diese lernt, welche neuronalen Muster für welche Musik typisch sind. Die neue Technik könnte gelähmten Patienten zugutekommen oder eines Tages sogar helfen, musikalische Halluzinationen zu „lesen“.

scinexx

Lange war das Gedankenlesen reine Science-Fiction, ein gruselig, faszinierender Wunschtraum. Doch dank immer besserer Hirnscanner und Auswertungs-Algorithmen rückt diese Fähigkeit immer mehr in das Reich des Machbaren. Neurowissenschaftler können anhand der Hirnaktivität bereits rekonstruieren, was ein Mensch sagt, welche Buchstaben er liest und sogar, welche Filmszene er gerade sieht.

weiterlesen

Missbrauchs-Opfer: Papst Franz hatte es gewusst

Papst Franziskus soll bereits vor zwei Jahren einen Brief erhalten haben, in dem ein chilenisches Missbrauchsopfer das Kirchenoberhaupt detailliert über die Verbrechen eines chilenischen Priesters informiert hat

kath.net

Papst Franziskus soll bereits vor zwei Jahren einen Brief erhalten haben, in dem ein chilenisches Missbrauchsopfer das Kirchenoberhaupt detailliert über die Verbrechen eines chilenischen Priesters informiert hat. Außerdem sollen in dem Brief auch Details gestanden haben, dass Bischof Juan Barros den Täter gedeckt hat. Diese schweren Vorwurf haben jetzt Missbrauchsopfer erhoben. Diese werfen Franziskus vor, über seinen Wissensstand gelogen zu haben. Noch im Januar hatte das Kirchenoberhaupt behauptet, es hätten sich keine chilenischen Missbrauchsopfer bei ihm gemeldet.

weiterlesen

Bistum Eichstätt: Wie ein Vermögensverwalter ungestört Millionen verspielen konnte

„Unser Glaube ist unser Sieg“ lautet der Wahlspruch des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke, hier 2013 bei der Weihe der Benediktinerabtei Plankstetten. (Foto: Armin Weigel/dpa)
  • Die katholische Kirche erschüttert ein neuer Finanzskandal, in dessen Folge mehr als 60 Millionen verloren sein könnten.
  • Allein die bisherigen Ausfälle oder Zahlungsrückstände liegen bei 20 Millionen Dollar, die Staatsanwaltschaft München II beziffert die Schadenssumme sogar schon auf 56 Millionen Dollar.
  • Der vom Bistum Eichstätt eingesetzte Vermögensverwalter soll sich auf Spekulationen eingelassen haben, bei denen Kredite nicht mehr durch Grundpfandrechte abgesichert waren.

Von Nicolas Richter, Katja Riedel | Süddeutsche Zeitung

Als im achten Jahrhundert die erste Eichstätter Bischofskirche entsteht, als im elften Jahrhundert der heutige Dom in die Höhe wächst, da ist Amerika noch gar nicht entdeckt worden. Das Bistum Eichstätt hat eine lange Geschichte und es hat im Lauf der Jahrhunderte ein Vermögen angehäuft. Allein die Geldanlagen sind heute 300 bis 350 Millionen Euro wert. Dass dann zwei Jahre reichen, um einen guten Teil dieses Geldes zu vernichten und der katholischen Kirche den nächsten massiven Finanzskandal zu bescheren, dürfte auch mit Traditionen zu tun haben, in denen das Bistum lange verharrt ist.

weiterlesen

Krankheitserreger am Badestrand

In Flüssen und Seen wurden antibiotikaresistente Keime nachgewiesen. (Foto: Daniel Karmann/dpa)
  • Biologen haben in verschiedenen Flüssen und Seen Keime entdeckt, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind, auch gegen besonders starke.
  • Die Ursache dafür liegt möglicherweise in der Tiermedizin.
  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Konsequenzen daraus zu ziehen.

Von Christina Berndt, Hanno Charisius | Süddeutsche Zeitung

In deutschen Flüssen und Seen haben Biologen Bakterien gefunden, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind. Unter den Mikroben sind auch Krankheitserreger, die dem Menschen gefährlich werden können. Experten, die nicht an der Untersuchung beteiligt waren, zeigen sich beunruhigt. „Das ist wirklich alarmierend“, sagt der Antibiotika-Experte Tim Eckmanns vom Robert-Koch-Institut zu den Funden.

Forscher von der Technischen Universität Dresden und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung am Universitätsklinikum Gießen haben in Begleitung von Reportern des NDR-Fernsehmagazins „Panorama“ an zwölf Orten in Niedersachsen Wasserproben genommen.

weiterlesen

Warum will Trump Guantanamo für die Aufnahme weiterer Gefangener vorbereiten?

Raqqa nach der Einnahme durch die SDF. Bild: VOA/public domain
In seiner Rede sagte er, das Pentagon müsse Terroristen einsperren können, angeblich haben die Kurden der SDF bei der Befreiung von Raqqa Hunderte von IS-Terroristen inhaftiert

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

In Trumps Rede zur Nation fiel u.a. auf, dass er nicht nur am Gefangenen-Lager in Guantanamo festhalten will, sondern auch am Status von Gefangenen als „feindliche Kämpfer“. Damit wurden unter der Präsidentschaft von George W. Bush Terrorverdächtige als weitgehend Rechtlose gefangen, nach Guantanamo verschleppt, dort auch mittels Folter, genannt verschärfte Verhörmethoden, vernommen und festgehalten, ohne Anspruch auf einen Prozess und unter der Drohung einer unbegrenzten Inhaftierung. Barack Obama hatte versprochen, willkürliche Verschleppungen und Folter zu beenden sowie Guantanamo zu schließen. Das wurde vom Kongress verhindert, aber während seiner Präsidentschaft wurden um die 200 Gefangene, viele unschuldig, ihren Heimatländern oder Ländern übergeben, die sie unter Druck von Washington aufnahmen.

Terroristen, sagte Trump in seiner Rede, die Bomben in Krankenhäuser legen, sind „böse“. Er verwies dabei auf einen US-Soldaten, der in einem Krankenhaus bei Raqqa, das von Sprengfallen gesäubert werden sollte, durch eine Explosion schwer verletzt wurde. „Wenn möglich“, so Trump, „annihilieren wir sie.“ Damit machte er einerseits deutlich, dass er an der Strategie festhält, möglichst keine Gefangenen zu machen, wie das schon nach dem weltweiten Aufschrei unter Bush, als Guantanamo und Folter von Gefangenen bekannt wurden, praktiziert wurde. Der zunehmende Einsatz von bewaffneten Drohnen ist Ausdruck dieser Strategie, Verdächtige zu exekutieren und dabei Kollateralschäden in Kauf zu nehmen.

weiterlesen

Prozess um Moschee-Attentat: Angeklagter legt Geständnis ab

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Im Prozess um das Attentat auf eine Dresdner Moschee hat der Angeklagte Nino K. am Montag ein Geständnis abgelegt. Der 31-Jährige räumte ein, im September 2016 eine Sprengvorrichtung vor dem islamischen Gotteshaus abgestellt zu haben, wie eine Sprecherin des Landgerichts Dresden bestätigte. Zudem habe er sich zu dem Anschlag auf das Dresdner Kongresszentrum bekannt und zugegeben, auch zwei später in der Elbe gefundene Sprengvorrichtungen gebaut zu haben.

evangelisch.de

Weiter räumte K. der Sprecherin zufolge ein, auch einen dritten, in seiner Wohnung gefunden Sprengsatz gebaut zu haben. Dieser sei laut K. für das Silvesterfeuerwerk gedacht gewesen, sagte die Sprecherin. Demnach las der Angeklagte am Montag seine schriftlich vorbereitete Einlassung persönlich vor und gestattete keine Nachfragen.

Medienberichten zufolge erklärte K., er habe niemanden verletzen oder töten wollen. Die Gerichtssprecherin bestätigte dies nicht. Die Verhandlung wurde mit den ersten Zeugenbefragungen fortgesetzt. Für den Prozess sind zunächst Termine bis April angesetzt.

weiterlesen

Rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen weltweit von Genitalverstümmelung betroffen

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und die Europäische Union haben zum verstärkten Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung aufgerufen. Es werde höchste Zeit, diese gravierende Menschenrechtsverletzung zu beenden und Mädchen und Frauen vor unfassbarem Leid zu bewahren, sagte Stiftungs-Geschäftsführerin Renate Bähr am Montag in Hannover.

evangelisch.de

Die EU-Kommission erklärte in Brüssel, die Verstümmelung habe lebenslange Folgen für die Betroffenen und schade darüber hinaus den Gesellschaften, in denen der Brauch ausgeübt werde.

Anlass der Erklärungen ist der Welttag gegen weibliche Genitalverstümmelung an diesem Dienstag. Rund 200 Millionen Mädchen und junge Frauen sind nach Angaben der Stiftung Weltbevölkerung von der Praxis betroffen. Der Eingriff sei in rund 30 Ländern verbreitet, vor allem in Afrika, dem Nahen Osten, aber auch in Asien. Die Mädchen seien bei dem Übergriff meist nicht einmal 15 Jahre alt.

weiterlesen

Niederlande ziehen Botschafter aus der Türkei ab

Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra über das Verhältnis zur Türkei: „Wir haben uns nicht einigen können, wie wir unsere Beziehungen normalisieren.“ Bild: AFP
Die Beziehungen zwischen Den Haag und Ankara stecken schon lange in der Krise. Von einer Einigung sind die beiden Länder weit entfernt. Nun haben die Niederlande ihren Botschafter aus der Türkei offiziell abgezogen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Niederlande haben ihren Botschafter aus der Türkei abgezogen, nachdem die Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen keine Einigung gebracht hatten. „Wir haben uns nicht einigen können, wie wir unsere Beziehungen normalisieren“, sagte Außenminister Halbe Zijlstra am Montag. Solange es keine Einigung gebe, werde der Türkei auch nicht erlaubt, einen neuen Botschafter nach Den Haag zu entsenden.

Die Beziehungen waren in die Krise geraten, nachdem die Niederlande vergangenen März die türkische Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya daran gehindert hatten, in Rotterdam vor türkischen Landsleuten für die umstrittene Verfassungsreform zur Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei zu werben.

weiterlesen

Die Tagebücher des Jassir Arafat und ein Treffen im „Imperial“

Jassir Arafat – ein Mysterium für Israel und den Rest der Welt. – (c) REUTERS (Abed Omar Qusini)
Das italienische Magazin „L’Espresso“ enthüllt angebliche Bestechungsgelder Berlusconis an den Führer der Palästinenser und einen Antiterror-Pakt der PLO mit Italien.

Von Thomas Vieregge | Die Presse.com

Es mag bloßer Zufall gewesen sein, dass am 27. Juli 1998 Silvio Berlusconi im opulenten Foyer des Hotel Imperial in Wien wartete – und oben im ersten Stock Jassir Arafat in seiner Suite mit mehrstündiger Verspätung zu später Stunde österreichischen Journalisten ein Interview gab, als wäre es eine Audienz. Gezeichnet von einer Krankheit murmelte Arafat eher, als dass er sprach. Fast 20 Jahre nach dem heißen Sommerabend eröffnet sich indessen ein neuer Blick auf diese Koinzidenz.

Womöglich sind damals der italienische Ex-Premier und der Palästinenserführer zu einer diskreten Absprache in Wien zusammengekommen. Das italienische Nachrichtenmagazin „L’Espresso“ zitiert nämlich aus den bis dato geheimen 19 Tagebüchern Arafats, wonach die beiden Staatsmänner in einer europäischen Hauptstadt eine Vereinbarung getroffen hätten.

weiterlesen

„Judengefälliger Kunstgriff“: Man nimmt Luther aus dem Reformationstag

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Der Tag biete Chancen zu einem Gedenken des Umgangs mit religiösen Sachverhalten, zur Reflexion zwischen Religion und Gesellschaft

EKD

Der Reformationstag wäre nach Ansicht des Kirchenhistorikers Thomas Kaufmann trotz der judenfeindlichen Einstellung Martin Luthers ein guter Feiertag. „Als ein tief im öffentlichen Bewusstsein verwurzeltes Datum bietet der Tag Chancen zu einem Gedenken des Umgangs mit religiösen Sachverhalten, zur Reflexion zwischen Religion und Gesellschaft“, sagte Kaufmann der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Ein solches „öffentliche Innehalten“ könne der Gesellschaft nicht schaden.

Bei einem Feiertag gehe es heutzutage ohnehin nicht mehr darum, unreflektiert irgendetwas zu bejubeln, betonte der evangelische Theologe, der an der Universität Göttingen lehrt. Es sei auch beim 500. Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr immer wieder deutlich gemacht worden, dass der Reformationstag kein Luthertag sei.

weiterlesen

Construction of permanent pluralistic pavilion begins at Western Wall

New construction of a permanent pluralistic prayer platform in the Davidson Archaeological Park at the Western Wall, February 5, 2018. (The Masorti Movement in Israel)
Although freeze of long-negotiated deal for mixed-gender prayer remains in force, government begins building enlarged space, but without key demands of liberal Jewish groups

By Amanda Borschel-Dan | The Times of Israel

Workers on Thursday began construction of a long-delayed and controversial permanent pluralistic prayer pavilion at the Western Wall, in a move that met a mixed reaction, even from the egalitarian space’s biggest proponents.

Workers could be seen erecting scaffolding next to large sacks of building supplies in the Robinson’s Arch area near the existing temporary prayer platform it is meant to replace.

The original government decision to build the pavilion dates back to January 31, 2016, when the Israeli government — spurred by decades of high-profile activism by the Women of the Wall feminist prayer group — approved the so-called Western Wall compromise. Painstakingly negotiated since 2012 with leaders of liberal Judaism and other prominent figures, this provided for the construction of a permanent pluralistic area. Other key aspects of the plan included a single entrance shared with the Orthodox sex-segregated prayer pavilion, and the establishment of a board of pluralistic Jewry to oversee the mixed-gender area.

But on June 25, 2017, Prime Minister Benjamin Netanyahu froze the 2016 compromise. While killing off the joint entrance and pluralistic governing board, however, he vowed to continue with construction of a permanent platform.

read more