Bistum Eichstätt: Wie ein Vermögensverwalter ungestört Millionen verspielen konnte


„Unser Glaube ist unser Sieg“ lautet der Wahlspruch des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke, hier 2013 bei der Weihe der Benediktinerabtei Plankstetten. (Foto: Armin Weigel/dpa)
  • Die katholische Kirche erschüttert ein neuer Finanzskandal, in dessen Folge mehr als 60 Millionen verloren sein könnten.
  • Allein die bisherigen Ausfälle oder Zahlungsrückstände liegen bei 20 Millionen Dollar, die Staatsanwaltschaft München II beziffert die Schadenssumme sogar schon auf 56 Millionen Dollar.
  • Der vom Bistum Eichstätt eingesetzte Vermögensverwalter soll sich auf Spekulationen eingelassen haben, bei denen Kredite nicht mehr durch Grundpfandrechte abgesichert waren.

Von Nicolas Richter, Katja Riedel | Süddeutsche Zeitung

Als im achten Jahrhundert die erste Eichstätter Bischofskirche entsteht, als im elften Jahrhundert der heutige Dom in die Höhe wächst, da ist Amerika noch gar nicht entdeckt worden. Das Bistum Eichstätt hat eine lange Geschichte und es hat im Lauf der Jahrhunderte ein Vermögen angehäuft. Allein die Geldanlagen sind heute 300 bis 350 Millionen Euro wert. Dass dann zwei Jahre reichen, um einen guten Teil dieses Geldes zu vernichten und der katholischen Kirche den nächsten massiven Finanzskandal zu bescheren, dürfte auch mit Traditionen zu tun haben, in denen das Bistum lange verharrt ist.

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