„Judengefälliger Kunstgriff“: Man nimmt Luther aus dem Reformationstag


links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Der Tag biete Chancen zu einem Gedenken des Umgangs mit religiösen Sachverhalten, zur Reflexion zwischen Religion und Gesellschaft

EKD

Der Reformationstag wäre nach Ansicht des Kirchenhistorikers Thomas Kaufmann trotz der judenfeindlichen Einstellung Martin Luthers ein guter Feiertag. „Als ein tief im öffentlichen Bewusstsein verwurzeltes Datum bietet der Tag Chancen zu einem Gedenken des Umgangs mit religiösen Sachverhalten, zur Reflexion zwischen Religion und Gesellschaft“, sagte Kaufmann der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Ein solches „öffentliche Innehalten“ könne der Gesellschaft nicht schaden.

Bei einem Feiertag gehe es heutzutage ohnehin nicht mehr darum, unreflektiert irgendetwas zu bejubeln, betonte der evangelische Theologe, der an der Universität Göttingen lehrt. Es sei auch beim 500. Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr immer wieder deutlich gemacht worden, dass der Reformationstag kein Luthertag sei.

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