Dodo Marx kritisiert geplantes Jungen-Beschneidungsverbot in Island


Die Beschneidung von Jungen ist ein zentrales jüdisches Ritual, und wird auch von Muslimen praktiziert. (Bea Kallo / dpa)
Der Präsident der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Marx, hat das in Island vorgeschlagene Verbot der Beschneidung von Jungen kritisiert.

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Der Gesetzentwurf sei ein gefährlicher Angriff auf die Religionsfreiheit, teilte er in Brüssel mit. Marx forderte die EU-Institutionen auf, diese Bedrohung der Grundrechte zu verhindern. Die Gesundheit von Kindern zu schützen, sei ein legitimes Ziel einer jeden Gesellschaft, aber in diesem Fall würden die Bedenken ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage instrumentalisiert, um bestimmte Religionsgemeinschaften zu stigmatisieren. – Die Beschneidung von Jungen gehört vor allem bei Juden und bei Muslimen zum religiösen Ritus.

Parlamentsmitglieder von fünf verschiedenen politischen Parteien in Island haben einen Gesetzentwurf vorgelegt. Er sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren für Personen vor, die einem Kind einen körperlichen Schaden oder eine sonstige gesundheitliche Beeinträchtigung durch „das ganzheitliche oder teilweise Entfernen von Sexualorganen“ zufügt. – Island ist nicht Mitglied der EU.