Islam und Terror: Evangelische Pfarrer und ihre Auseinandersetzung mit Extremisten


Wenn Salafisten ihre Frauen zur Verschleierung zwingen: tolerieren oder ignorieren? (dpa / picture alliance / Boris Roessler)
Wo Toleranz aufhört und Naivität beginnt, ob man Islamismus beim Namen nennen darf und was Verfassungsfeinde bei Gedenkveranstaltungen zu suchen haben: Darüber gibt es eine Debatte in der Evangelischen Kirche. Zwei Pfarrer erläutern ihre Positionen.

Von Marie Wildermann | Deutschlandfunk

In seinem früheren Leben war Steffen Reiche Minister in Brandenburg. Er ist Theologe und SPD-Mitglied. Heute ist er Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Nikolassee.

Zum Dialog mit Extremisten hat er eine klare Haltung: „Wir haben mit Menschen zu sprechen, auch wenn sie extremistische Positionen vertreten. Das haben mutige und gute Pfarrer auch immer gemacht, wie zum Beispiel Kurt Scharf, der auch mit RAF-Terroristen geredet hat. Das war seine Aufgabe. Das finde ich auch. Und da ist es mir egal, ob es roter oder brauner oder grüner Terror ist: Menschen bleiben Menschen. Und das gehört sozusagen zum Kernbestand unseres Glaubensbekenntnisses, dass wir doch zwischen Tat und Täter unterscheiden.“

Das Ziel eines Gesprächs mit Terroristen sei es, sie zur Umkehr zu bewegen – durch die Kraft der Argumente, sagt Steffen Reiche.

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