Arbeitsminister Maas und eine Homöopathie-Schirmherrin als Gesundheitsministerin?

Grafik: TP
Noch bevor SPD, CDU und CSU gestern ihre Koalitionsvereinbarung offiziell vorstellten, wurde bekannt, dass im neuen Kabinett Merkel Martin Schulz Außenminister, Olaf Scholz Finanzminister und Horst Seehofer Superminister für Inneres, Heimat und Bauen werden soll (vgl. Außenminister Schulz, Finanzminister Scholz und Superminister Seehofer).

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Danach drang durch, dass Angela Merkels treuster Adlatus Peter Altmaier das Wirtschaftsministerium übernimmt, das der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel räumen muss. Altmaiers Nachfolger als Kanzleramtsminister soll Medienberichten nach der bislang recht unauffällige Hesse Helge Braun werden, der derzeit Staatsminister bei der Bundeskanzlerin ist.

Informationen der Bild-Zeitung nach, die bislang nicht bestätigt wurden, soll das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das die bayerische CSU zugunsten der CDU räumt, von Julia Klöckner besetzt werden. Die Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU war früher unter anderem Fraktionsbeauftragte für Verbraucherschutz, Vorsitzende der CDU-Kommission „Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz“ und Weinkönigin.

Im Ministerium für Bildung und Forschung soll dagegen ein Mann einer Frau nachfolgen: Hier wird der bisherige Gesundheitsminister Hermann Gröhe als Nachfolger der DDR-Mathematikerin Johanna Wanka gehandelt. Der 56-jährige gläubige Protestant gilt unter anderem deshalb als gesetzt, weil er aus Nordrhein-Westfalen kommt.

Übernimmt Gröhe das Forschungsministerium, könnte Annette Widmann-Mauz neue Gesundheitsministerin werden. Die 51-jährige Katholikin aus Baden-Württemberg erinnerte bereits öffentlich an die Ankündigung Angela Merkels, die Hälfte der Ministerposten mit Frauen zu besetzen und meinte dazu: „Wenn sie eine solche Ankündigung macht, dann sicherlich in dem Bewusstsein, dass ihr das zumindest für den Koalitionspartner CDU gelingt.“

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Holz – so hart wie Stahl

Durch ein zweischrittiges Verfahren haben Forscher Holz verdichtet und so fest wie Stahl gemacht. © Maksym Golovinov / thinkstock
Natur zu Hightech: Holz lässt sich durch ein erstaunlich simples Verfahren in ein echtes Hightech-Material verwandeln. Forscher haben einen zweischrittigen Prozess entwickelt, der das Holz extrem verdichtet und es gut zehnmal fester und stabiler und um das Dreifache dichter macht. Dadurch übertrifft das Holz viele Metalle und Legierungen an Festigkeit – und ist dabei deutlich leichter, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Wir Menschen nutzen Holz schon seit Jahrtausenden – als Brennstoff und Baumaterial, als Werkzeug und für Gebrauchsgegenstände aller Art. Kein Wunder: Der natürliche Rohstoff ist in vielen Gegenden reichlich vorhanden, er wächst nach und hat zudem günstige mechanische Eigenschaften: Holz ist relativ leicht und trotzdem elastisch und stabil. Für viele moderne Konstruktionen und Anforderungen aber reicht dies noch nicht aus. Deshalb arbeiten Forscher schon länger daran, Holz zu einem echten Hightech-Material zu machen.

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Sigmund Freuds Religionskritik: Der Gottkomplex

Sigmund Freud (1856-1939) hat zunächst mit der jüdischen Tradition seiner Familie gebrochen, bevor er durch den Antisemitismus eine jüdischen Identität annahm (imago stock&people)
Warum Menschen glauben, wollte Sigmund Freud wissen. Seine Antwort: Weil sie nicht erwachsen sind, sondern wie ein Kind Trost und Hilfe von einem Vater im Himmel erhoffen. Zum Judentum bekannte sich der Psychoanalytiker – zur jüdischen Religion nicht.

Von Klaus Englert | Deutschlandfunk

Der Vater der Psychoanalyse Sigmund Freud erzählte einmal mit süffisanter Ironie, wie ein ausgezeichneter Mann, der sich rühmte, sein Freund zu sein, ihn zur Religion habe bekehren wollen. Der Wiener Psychoanalytiker zeigte sich überrascht, denn er hatte ihm zuvor sein religionskritisches Pamphlet Die Zukunft der Illusion geschickt. In seinem Brief erzählte ihm der Bekannte, dass er in der Religion ein Gefühl von „Ewigkeit“, von etwas „Unbegrenztem“ verspürt. Er empfinde sogar ein „ozeanisches Gefühl“. Freud erwiderte darauf in seiner bekannt trockenen Art: Dieses „ozeanische Gefühl“ habe er selbst niemals an sich entdeckt. Allerdings könne er sich als Psychoanalytiker sehr wohl vorstellen, dass dieses Gefühl in der Sexualität anzutreffen ist. So schreibt er in dem 1930 publizierten Aufsatz Das Unbehagen in der Kultur:

„Auf der Höhe der Verliebtheit droht die Grenze zwischen Ich und Objekt zu verschwimmen.“ (Bd. XIV, 423)

Sigmund Freud bleibt bei der menschlichen Psyche, um dieses Gefühl zu ergründen. Er entdeckt es beim Säugling, der sein Ich noch nicht von der Außenwelt scheiden kann. Ein Ichgefühl entsteht nämlich erst – so Freud – durch die Trennung von Innen- und Außenwelt. Das ursprüngliche Gefühl von Einheit, das vom Kleinkind empfunden wird, bleibt in den tiefen Schichten des Seelenlebens erhalten. Als Psychoanalytiker sah Sigmund Freud nur zwei Wege, dieses Gefühl zu ergründen: Entweder seine im seelischen Haushalt abgelagerten „Spuren“ in der therapeutischen Praxis offen zu legen. Oder aber: Das mysteriöse, allumfassende Gefühl in ein Jenseits zu projizieren. So wie es Freuds Bekannter machte und dabei die Religion entdeckte.

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Missbrauch: #MeToo trifft auf Israels ultraorthodoxe Welt

Orthodoxe Juden, Bild. wdr5. Themenbild
Bei den Ultraorthodoxen in Israel wurde sexueller Missbrauch bislang kaum thematisiert. Das ändert sich nun, still und langsam

Von Lissy Kaufmann | derStandard.at

Bis Racheli Roschgold die Geschichte ihres Missbrauchs erzählen konnte, hat es Jahre gedauert. Es waren nicht Scham und Angst allein, die sie daran hinderten. „Ich wusste schlicht nicht, was mir widerfahren ist“, sagt die heute 31-jährige Israelin, eine rundliche Frau mit langem Rock und einem Tuch um ihren Kopf. Sie ist religiös, kleidet sich züchtig, bedeckt so viel Haut und Haar wie möglich. Als sie neun Jahre alt war, hat ein Nachbar sie mehrfach sexuell missbraucht.

Doch Worte, um zu erzählen, was da passiert war, hatte sie nicht. In der Welt der Ultraorthodoxen gibt es keine Aufklärung, auch die Sprache ist züchtig, noch nicht einmal Geschlechtsteile werden beim Namen genannt. „Ich wusste nur, dass mir etwas Schlimmes passiert war. Erst mit 16 fand ich in einem Gespräch heraus: Das war sexueller Missbrauch.“

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Kanadisches Gericht: ‚Begründete Grenzen der Religionsfreiheit’

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Ärzte, die Euthanasie oder Abtreibung ablehnen, müssen Patienten an Mediziner überweisen, die dazu bereit sind.

kath.net

Ein Gericht des kanadischen Bundesstaates Ontario hat in einem Urteil festgestellt, dass Ärzte, die selbst Euthanasie ablehnen, ihre Patienten an Kollegen die dazu bereit sind, überweisen müssen. Gleiches gilt für Ärzte, die keine Abtreibungen durchführen.

Das College of Physicians and Surgeons of Ontario (CPSO) hat diese Regelung in seinen Vorschriften über die Ausübung medizinischer Berufe aufgenommen. Ärzte, die nicht bereit waren, Patienten gegen ihr Gewissen an andere Mediziner zu verweisen, die Euthanasie oder Abtreibungen durchführen, haben gegen diese Bestimmung geklagt.

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Was die AfD von Juden will

Die rechtspopulistische Partei bettelt um Zuwendung – und will nur von sich selbst ablenken

Von Martin Krauss | Jüdische Allgemeine

In PR-Kreisen nennt man so etwas einen Coup. Die AfD hatte vergangene Woche zu einem Treffen »mit hochrangigen Referenten aus Israel« eingeladen. Mit Rafi Eitan kam eine »Geheimdienstlegende«, mit Michael Kleiner ein Ex-Knesset-Abgeordneter, und der frühere Berliner Gemeinderabbiner Chaim Rozwaski wurde von der AfD nicht nur zum Israeli gemacht, sondern auch gleich zum »Oberrabbiner« befördert.

Drei Juden konnte die AfD für sich einspannen, und damit haute sie gleich auf die Pauke. Nach dem vielen Gedenken in jüngster Zeit wolle man sich nun »einem drängenden Thema« zuwenden, hieß es, und AfD-Vize Georg Pazderski schwadronierte: »Wir sollten uns ein Beispiel an Israel nehmen, das mit Grenzsicherung und Zuwanderung jahrzehntelange Erfahrungen gemacht hat. Auch wir sollten endlich absichern und abschieben.« Israel als Land, das Zuwanderung verhindert? In der AfD wird anscheinend jeder Unfug geglaubt, wenn er nur dem Vormarsch der eigenen, der deutschnationalen Sache dient.

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Es „regnet“ Viren

Vom Himmel auf die Erde: Zurück auf den Boden werden die Viren beispielsweise mit Niederschlag oder durch Sandstürme transportiert. © NASA Visible Earth
Viraler Flugverkehr: Erstaunlich viele Viren werden tagtäglich in ungeahnte Höhen aufgewirbelt – bis in die freie Troposphäre. Über 2.500 Meter oberhalb der Erdoberfläche können sie Distanzen von tausenden Kilometern zurücklegen und segeln irgendwann wieder auf den Boden herab. Jeden Tag „regnet“ es mehr als 800 Millionen Viren pro Quadratmeter aus diesem Bereich der Atmosphäre, wie Forscher berichten. Dieser Transportweg erkläre auch, warum sich viele Virenarten über den ganzen Globus verbreiten konnten.

scinexx

Viren sind überall: in unserem Körper, im Meer, im Boden – und in der Luft. Aufgewirbelt als blinder Passagier auf Staubkörnern oder Salzpartikeln aus dem Meer machen sich die winzigen Organismen mitunter auf eine lange Reise und gelangen dabei in ungeahnte Höhen, wie eine Studie nun zeigt.

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Kirchenskandal: „Der Bischof hat doppelt versagt“

Im Eichstätter Bischofshaus kam Hanke zu spät auf die Idee, die Vermögensverwaltung neu zu ordnen. Foto: dpa
Ein Münsteraner Kirchenrechtler macht Gregor Maria Hanke mitverantwortlich für den Finanzskandal im Bistum Eichstätt.

Von Joachim Frank | Frankfurter Rundschau

Gegen einen kriminellen Umgang mit anvertrautem Besitz ist niemand gefeit. Weshalb das Bistum Eichstätt, von Ex-Finanzberatern um 50 Millionen Euro geprellt, Mitleid heischend die Lesart verbreitet: „Wir sind Opfer und nicht Täter.“

Das allerdings sieht der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller ganz anders. Die Bistumsverantwortlichen, allen voran Bischof Gregor Maria Hanke, hätten es den Betrügern „brutal leicht gemacht“. Seit Jahren habe es in Eichstätt an einer wirksamen Finanzaufsicht mit unabhängigem Controlling gefehlt. Die Strafanzeige des Bischofs gegen zwei frühere Mitarbeiter vom Juli 2017 attestierte seinem ehemaligen leitenden Bau- und Finanzdirektor als oberstem kirchlichem Aufseher zu dessen Entlastung, er sei „in Wirtschaftsfragen unerfahren“ gewesen.
Das aber ist laut Schüller, Professor an der Uni Münster, ein klarer Verstoß gegen das Kirchenrecht, das vom Bischof verlangt, Experten mit der Verwaltung des Kirchenvermögens zu betrauen. „Der Bischof hat somit doppelt versagt. Er hat die falschen Leute eingesetzt und ein verfilztes System ermöglicht“, sagte Schüller der Frankfurter Rundschau.

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Neu entdeckter und bislang unbekannter Asteroid kommt der Erde nahe

Die berechnete Route (Bild: NASA/JPL-Caltech)
Bis vor wenigen Tagen wusste man noch gar nicht von seiner Existenz. Der Asteroid „2018 CB“ fliegt am Freitag an der Erde vorbei. Im kosmischen Vergleich kommt er uns ziemlich nah.

heise online

Ein erst am Wochenende entdeckter Asteroid soll schon am morgigen Freitag relativ nah an der Erde vorbeifliegen. Der Himmelskörper namens „2018 CB“ solle um 23.30 Uhr MEZ in einer Entfernung von rund 64.000 Kilometern unseren Planeten passieren, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Diese Entfernung entspricht weniger als einem Fünftel der Strecke zwischen Erde und Mond.

Der Asteroid wird auf einen Durchmesser zwischen 15 und 40 Metern geschätzt. Eine Gefahr für die Erde stelle „2018 CB“ nicht da, aber er sei eine Seltenheit, sagte NASA-Forscher Paul Chodas. „Asteroiden von dieser Größe kommen nicht oft so nah an unseren Planeten heran, vielleicht nur ein oder zweimal pro Jahr.“

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Wiener Theologische Fakultät: Kein Kreuz mehr im Hörsaal

Das Kreuz mit den Religionen
Universitätsleitung untersagt nach räumlichen Änderungen an der Katholisch-Theologischen Fakultät die Anbringung von Kreuzen in neuen Hörsälen – Wiener Dogmatiker Tück übt Kritik: „Ein symbolpolitischer Einschnitt von historischer Tragweite“

kath.net

Welchen Ort hat das Kreuz in der Öffentlichkeit? Eine Entscheidung der Universität Wien dürfte dieser immer wieder scharf geführten Diskussion neuen Zündstoff bieten: So wird es künftig keine Hörsäle mehr mit einem Kreuz an der Wand in der Universität geben, wie der „Kurier“ (Mittwoch) berichtet. Hintergrund ist die Schließung der bisher von der Katholisch-Theologischen Fakultät im Hauptgebäude der Universität genutzten Hörsäle 46, 47 und 48. Diese Räume, die seit 1884 von der Katholisch-Theologischen Fakultät genutzt wurden und allesamt ein Kreuz an der Wand hatten, wurden im Wintersemester aus Brandschutzgründen umgewidmet. Künftig werden theologische Lehrveranstaltungen in anderen Hörsälen im Tiefparterre stattfinden – und zwar ohne Kreuz.

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Element 118 ist ein Exot

Oganesson, das schwerste Element des Periodensystems, hat eine ungewöhnliche Struktur. © HG: welcomia/ thinkstock
Verblüffend anders: Forscher haben erstmals Einblick in die innere Struktur des schwersten Elements im Periodensystem bekommen – und Überraschendes festgestellt. Demnach bilden die äußeren Elektronen von Oganesson ein diffuses, homogenes Gas statt säuberlicher Schalen. Und auch der Kern könnte in einem solchen gasartig-diffusen Zustand übergehen, wie die Kernphysiker berichten. Spannend auch: Das schwerste aller Edelgase könnte bei Raumtemperatur fest sein.

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Das Periodensystem der Elemente ist quasi der Wegweiser zu allen uns bekannten Atomsorten – eine Bestandstabelle, die gerade in den letzten Jahren durch neuentdeckte Elemente weiter gewachsen ist. Diese kurzlebigen Neuzugänge liefern wertvolle Einblicke in die Grundeigenschaften der Materie, werfen aber auch die Frage auf, wo die Obergrenze für die Größe eines Atoms liegt.

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Neue Allianzen zwischen kurdischen Separatisten und dem Islamischen Staat?

Kurdische Separatisten oder Kriminelle?
Nach dem Ende des IS-Kalifats ist nichts gelöst, die untereinander zerstrittenen Kurden werden nun im Irak und in Syrien zu regionalen Schlüsselparteien

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

In Syrien spitzt sich der Konflikt zwischen den kurdischen SFD-Milizen und den mit schweren Waffen, FSA-Söldnergruppen und begleitenden Angriffen der Luftwaffe vorrückenden türkischen Verbände zu. Die große Frage wird sein, ob die Türkei bei ihrem Vormarsch auf die Stadt Afrin, in der sich eine halbe Million Menschen aufhalten sollen, einen Stadtkampf wie in Aleppo, Raqqa oder Mosul beginnen wird, der zu großen Verlusten der Zivilbevölkerung und einer Ruinenstadt führen wird. Derzeit wird Afrin von türkischen Drohnen ausgeleuchtet, um genaue Karten zu erhalten und Stützpunkte und Fallen der YPG auszumachen.

Das Image der Türkei ist durch den völkerrechtswidrigen Einmarsch in Afrin sowieso schon geschädigt. Solange allerdings Moskau die türkische Intervention und vor allem die Luftangriffe und Drohnenflüge zulässt, haben die türkischen Truppen freie Hand. Aber auch in Moskau wird man sich überlegen, ob man sich durch die Duldung der türkischen Invasion nicht weiter schädigt und letztlich selbst an Einfluss in Syrien verlieren wird, denn Erdogan will in Afrin eine ethnische Säuberung zugunsten der Türkei realisieren. Es gibt Anzeichen, dass Moskau und Damaskus die Duldung aufzugeben scheinen.

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Hantaviren: Krank durch Frühjahrsputz?

Hantaviren unter dem Elektronenmikroskop © CDC
Gefährliche Erreger: Wer beim Frühjahrsputz Staub einatmet, setzt sich in manchen Gebieten Deutschlands einem erhöhten Infektionsrisiko durch krankmachende Hantaviren aus. Denn die Partikel können Ausscheidungen infizierter Rötelmäuse enthalten, wie Forscher berichten. Ihre Datenanalyse zeigt: Die Ansteckungsgefahr ist hierzulande im Frühsommer besonders hoch. Erhöhte Gefahr droht zudem in waldreichen Regionen und nach „fetten Jahren“ für die Überträgertiere.

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Rötelmause und andere Nager tragen auch in Deutschland oft Vertreter gefährlicher Hantaviren in sich. Meist gehören sie zum sogenannten Puumala-Erreger. Dieses Virus kann beim Menschen Fieber und grippeartige Symptome auslösen. Bei schweren Verläufen kommt es außerdem zu Nierenschädigungen bis hin zum plötzlichen Nierenversagen.

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Scholz, Schulz, Seehofer sind austauschbar und in welchen Parteien sie Karriere machen, ist es auch

Grafik: TP
Über mehrere Tage wurden die Gespräche für eine neue Regierung aus den Unionsparteien und der SPD so inszeniert, als ginge es dabei um entscheidende Weichenstellungen und ein Großteil der Medien spielte mit. Statt kritischer Aufklärung übten sie sich in Mystifizierungen aller Art.

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Das beginnt schon damit, dass immer noch die Falschbehauptung von der „großen Koalition“ durch die Medien geistert, dabei hat sich hier nur ein Bürgerblock aus Konservativen und Sozialdemokraten getroffen, der rechnerisch noch eine Parlamentsmehrheit hat. Selbst die wäre nach den jüngsten Umfragen gefährdet. Das hat sicherlich mit zur jetzigen Einigung beigetragen.

Doch im Grunde war schon lange klar, dass an inhaltlichen Fragen die Zusammenarbeit nicht scheitern wird. Da wird jede Seite kreativ auslegen, dass sie das Beste für ihre Klientel rausgeholt hat und der Rest wandert in Ausschüsse, wie es bei strittigen Themen im Gesundheitswesen geschehen ist. Doch eine Bürgerversicherung stand sowieso nicht zur Debatte.

Auch die in den Medien so hochgejazzte Debatte um den Familienzuzug von Migranten spielte nur in einer bestimmten politischen Blase eine entscheidende Rolle. Da wird auch oft mit viel Moral argumentiert. Es geht natürlich vor allem darum, dass in Zeiten von prognostizierten massiven Einbrüchen bei den Arbeitskräften Nachwuchs aus dem Ausland dringend herangezogen werden und für ihre Aufgabe in der deutschen Wirtschaft konditioniert werden muss.

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Alle wollen ins All

Space-X-Gründer Elon Musk hat mit dem Testflug seiner Falcon Heavy gezeigt, dass sich die private Raumfahrt nicht nur schnell entwickelt, sondern auch die Technik im Griff hat. (Foto: REUTERS)
  • Der Start der Schwerlastrakete Falcon Heavy macht deutlich, dass die private Raumfahrt derzeit ihrem staatlichen Pendant in vielen Bereichen den Rang abläuft.
  • Die Erfolge der privaten Anbieter rufen nun wiederum die Politik auf den Plan: Sie will vom neuen Glanz der Raumfahrt profitieren.

Von Hans von der Hagen, Dieter Sürig | Süddeutsche Zeitung

Vor Jahren war Elon Musk auf der Webseite der Nasa unterwegs. Er suchte nach Informationen zu geplanten Missionen zum Mars. Erfolglos. „Erst dachte ich, Jesus, ich schaue vielleicht nur an der falschen Stelle!“ Aber es sei wie verrückt gewesen. „Da war nichts.“ So erzählte er es einmal dem Magazin Wired.

Schaute Musk heute wieder auf die Webseite, fände er dort nun zwar manches über den Mars, doch Daten über bemannte Missionen zum Roten Planeten würde er noch immer vergeblich suchen. Musk selbst will Mitte des nächsten Jahrzehnts Menschen dorthin schicken. Insofern war der Frust beim Besuch der Seite im Jahr 2002 vielleicht einer der Schlüsselmomente, die erklären, warum private Unternehmen wie Space-X der staatlichen Raumfahrt mittlerweile in vielen Bereichen den Rang ablaufen. Mit der Chance, dass sie die Raumfahrt billiger und flexibler machen können.

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Pole als EU-Parlamentsvize abgewählt

Blick in das Europaparlament in Brüssel (Belgien) während einer Plenartagung. (Foto: dpa)
  • Der nationalkonservative polnische Politiker Ryszard Czarnecki steht wegen eines Nazivergleichs in der Kritik.
  • Er hatte die liberalkonservative polnische Europaabgeordnete Róża von Thun mit einem „Szmalcownik“, einem Nazi-Kollaborateur, verglichen.
  • Nun haben die Abgeordneten des Europaparlaments ihn als Parlamentsvize abgesetzt.

Süddeutsche Zeitung

Der wegen eines Nazivergleichs und Beleidigungen umstrittene polnische Vizepräsident des Europaparlaments, Ryszard Czarnecki, muss seinen Posten räumen.

Die Europaabgeordneten stimmten am Mittwoch mit der nötigen Zweidrittelmehrheit für die Absetzung des nationalkonservativen Politikers. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Europäischen Parlaments, dass ein Amtsträger nach Artikel 21 der Geschäftsordnung abgewählt wurde.

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Koalition sieht Religionsgemeinschaften(Kirchen) als Partner des Staates

In ihrem Koalitionsvertrag bezeichnen Union und SPD Kirchen als „Partner des Staates“.

evangelisch.de

Sie seien wichtiger Teil der Zivilgesellschaft, heißt es in dem Vertrag, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Darin heißt es weiter, die Koalitionäre wollten sich „auf Basis der christlichen Prägung unseres Landes“ für ein gleichberechtigtes „Miteinander in Vielfalt“ einsetzen. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften sollen zudem zum interreligiösen Dialog ermutigt werden, „denn das Wissen über Religionen, Kulturen und gemeinsame Werte ist Voraussetzung für ein friedliches Miteinander und gegenseitigen Respekt“.

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Gericht verurteilt zwei Ex-Manager der Vatikanbank

Vatikanbank
Ehemaliger Generaldirektor Paolo Cipriani und sein damaliger Vize Massimo Tulli müssen jetzt für entstandene Schäden aufkommen

kath.net

Der Zivilgerichtshof des Vatikan hat zwei ehemalige leitende Manager der Vatikanbank (IOR) des Missmanagements für schuldig befunden. Wie der Vatikan am Dienstagabend mitteilte, müssen die beiden Angeklagten für die entstandenen Schäden aufkommen. Laut italienischen Medien (Mittwoch) waren die beiden Angeklagten, der ehemalige Generaldirektor, Paolo Cipriani, und sein damaliger Vize Massimo Tulli, im vergangenen Jahr bereits von einem italienischen Gericht verurteilt worden. Der Schaden, den die beiden verursacht haben, beträgt demnach rund 47 Millionen Euro. Entstanden sei er durch Missmanagement, falsche Investitionen und riskante Entscheidungen. Tulli war bereits im Juli 2013 entlassen worden.

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Bernd(Björn) Höcke: Dodo des Monats Januar 2018

Dodo des Monats Januar 2018 ©HFR

Es ist nicht Riad, nicht Dschidda und auch nicht Mekka, von denen die Bedrohung des christlichen Abendlandes ausgeht. Der saudische Wahhabismus und die Spielart der Salafiyya auch nicht. Das islamistische Übel beginnt am Bosporus, glaubt man Björn Höcke, dem thüringischen Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland. Oder besser, dem völkischen Volk, welches in Thüringen lebt und für das er vorgibt zu sprechen. Das Volk, das Deutsche, hat es ihm angetan, er verspricht Großes, Deutschland den Deutschen, es bleibt abzuwarten in welchen Grenzen Höcke seine Deutschtümelei verortet wissen will. Momentan ist das noch sein Geheimnis, gilt es doch Deutschland von den „Muselmannen“ zu befreien und dem wiederentstehenden Osmanischen Reich Sultan Erdogans rechtzeitig entgegenzutreten.

Lassen wir ihn zu Wort kommen.

„Das, was wir jetzt noch nicht durchsetzen können, weil wir nicht die Macht haben – aber wir werden die Macht bekommen – und dann werden wir das durchsetzen, was notwendig ist, damit wir unser freies Leben leben können. Dann werden wir die Direktive ausgeben, dass am Bosporus mit den drei großen M, Mohammed, Muezzin und Minarett, Schluss ist, liebe Freunde!“Björn Höcke, Eisleben

Es gilt den Islam in der Türkei zu verbieten, mittels Direktive. Die Methode ist uns nicht unbekannt, seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei, wird das Land mittels Direktiven Erdogans regiert. Die Methode hat er also geklaut, viel besseres als Direktiven herauszugeben fällt ihm nicht ein. Da er in Thüringen, bei der nächsten Landtagswahl 2019, Ministerpräsident werden will konstruieren wir den Fall, dass er es schafft. Also, Ministerpräsident Höcke verbietet mittels Direktive den Islam am Bosporus, Mohammed, Muezzin und Minarett sind am Ende. Donald Trump lässt sich von seinem Berater erklären, dass die Thüringer kein Indianer-Volk aus den Black Hills sind, die kommunistische Partei Chinas verwendet einen Globus, da steht nur DDR. Verwirrung, global und international. Polen versetzt die Armee in erhöhte Gefechtsbereitschaft, weil sie damit rechnen, dass Höcke mittels Direktive Ostpreussen, Pommern und Schlesien, einschließlich Danzig, zum deutschen Volke gehörig erklärt. Und so werden Höckes Thüringer, Glasbläser, Spielzeugmacher, als Volk versteht sich, zu Eroberern. Der einzige, der wirklich handelt ist ein Psychiater. Er schickt vier kräftige Pfleger, die Höcke in der Bewegungsfreiheit hemmen und steckt ihn die Klappse. So könnte es sein, die Realität ist leider eine andere.

Nichts ist so obskur wie der Begriff des Volkes, eine willkürliche Setzung. Wir sind die in.group und zeigen allen anderen, wie wir uns Freiheit vorstellen, die out.group landet in Lagern, wird deportiert oder gleich erschossen. Hatten wir schon, die Resultate sind weithin bekannt, die Höckes bedienen sich demagogischer Metaphern, das Kollektiv Gleichgesinnter wird zur verbalen Gewaltzelle, noch.

Da es gilt das christliche Abendland zu retten, können die Kelles, von Storch‘, Beverfoerdes et al für die Verdummung der Kinder sorgen und ihre christlichen Bildungspläne des 19. Jahrhunderts in der Praxis umsetzen. Den abendländischen feministischen Spinnern wird der Garaus gemacht, für Frauen gilt dann wieder Kinder, Küche, Kirche.

Und weil das Volk angeblich so wichtig ist, die Sicht Heinrich Heines zum Thema:

O das Volk, dieser arme König in Lumpen, hat Schmeichler gefunden, die viel schamloser, als die Höflinge von Byzanz und Versailles, ihm ihren Weihrauchkessel an den Kopf schlugen. Diese Hoflakaien des Volkes rühmen beständig seine Vortrefflichkeiten und Tugenden, und rufen begeistert: wie schön ist das Volk! wie gut ist das Volk! wie intelligent ist das Volk! – Nein, ihr lügt. Das arme Volk ist nicht schön; im Gegenteil, es ist sehr häßlich. Aber diese Häßlichkeit entstand durch den Schmutz und wird mit demselben schwinden, sobald wir öffentliche Bäder erbauen, wo Seine Majestät das Volk sich unentgeltlich baden kann. Ein Stückchen Seife könnte dabei nicht schaden, und wir werden dann ein Volk sehen, das hübsch propre ist, ein Volk, das sich gewaschen hat. Das Volk, dessen Güte so sehr gepriesen wird, ist gar nicht gut; es ist manchmal so böse wie einige andere Potentaten. Aber seine Bosheit kommt vom Hunger; wir müssen sorgen, daß das souveräne Volk immer zu essen habe; sobald allerhöchst dasselbe gehörig gefüttert und gesättigt sein mag, wird es euch auch huldvoll und gnädig anlächeln, ganz wie die andern. Seine Majestät das Volk ist ebenfalls nicht sehr intelligent; es ist vielleicht dümmer als die andern, es ist fast so bestialisch dumm wie seine Günstlinge. Liebe und Vertrauen schenkt es nur denjenigen, die den Jargon seiner Leidenschaft reden oder heulen, während es jeden braven Mann haßt, der die Sprache der Vernunft mit ihm spricht, um es zu erleuchten und zu veredeln. So ist es in Paris, so war es in Jerusalem. Laßt dem Volk die Wahl zwischen dem Gerechtesten der Gerechten und dem scheußlichsten Straßenräuber, seid sicher, es ruft: »Wir wollen den Barnabas! Es lebe der Barnabas!« – Der Grund dieser Verkehrtheit ist die Unwissenheit; dieses Nationalübel müssen wir zu tilgen suchen durch öffentliche Schulen für das Volk, wo ihm der Unterricht auch mit den dazugehörigen Butterbröten und sonstigen Nahrungsmitteln unentgeltlich erteilt werde.Heinrich Heine, Geständnisse – Kapitel 5, Projekt Gutenberg.de

Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Shame

The state of Israel is about to commit a crime against itself. The imminent mass deportation of African asylum seekers will be a devastating blow to our moral credibility, undermining our ability to speak in the name of our religious values, our historical experience, our vital self-interests.

By Yossi Klein Halevi | Blogs/The Times of Israel

This act could have critical political consequences for Israel, alienating whole constituencies – from young American Jews whose attachment to Israel is already wavering, to black members of Congress who have stood with Israel for decades. I fear this move will haunt us for years to come.

The government insists it isn’t sending asylum seekers into mortal danger, that they will be repatriated to a so-far unnamed African country which is prepared to accept them. It notes that each asylum seeker is being offered a year’s worth of wages to begin a new life. It insists that it is complying with international norms.

But the asylum seekers have every reason to mistrust Israel’s assurances. Over the last few years, the government has promised a new life to deportees who would “voluntarily” leave for Rwanda – the alternative being open-ended imprisonment. And so several thousand accepted the deal. Recent accounts in the Israeli media reveal that deportees are left stranded without documents, and without prospects for work. Some end up hungry and on the streets. Some attempt to be admitted into UN refugee camps, without success. And so most leave Rwanda and begin wandering again.

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