Neue Allianzen zwischen kurdischen Separatisten und dem Islamischen Staat?


Kurdische Separatisten oder Kriminelle?
Nach dem Ende des IS-Kalifats ist nichts gelöst, die untereinander zerstrittenen Kurden werden nun im Irak und in Syrien zu regionalen Schlüsselparteien

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

In Syrien spitzt sich der Konflikt zwischen den kurdischen SFD-Milizen und den mit schweren Waffen, FSA-Söldnergruppen und begleitenden Angriffen der Luftwaffe vorrückenden türkischen Verbände zu. Die große Frage wird sein, ob die Türkei bei ihrem Vormarsch auf die Stadt Afrin, in der sich eine halbe Million Menschen aufhalten sollen, einen Stadtkampf wie in Aleppo, Raqqa oder Mosul beginnen wird, der zu großen Verlusten der Zivilbevölkerung und einer Ruinenstadt führen wird. Derzeit wird Afrin von türkischen Drohnen ausgeleuchtet, um genaue Karten zu erhalten und Stützpunkte und Fallen der YPG auszumachen.

Das Image der Türkei ist durch den völkerrechtswidrigen Einmarsch in Afrin sowieso schon geschädigt. Solange allerdings Moskau die türkische Intervention und vor allem die Luftangriffe und Drohnenflüge zulässt, haben die türkischen Truppen freie Hand. Aber auch in Moskau wird man sich überlegen, ob man sich durch die Duldung der türkischen Invasion nicht weiter schädigt und letztlich selbst an Einfluss in Syrien verlieren wird, denn Erdogan will in Afrin eine ethnische Säuberung zugunsten der Türkei realisieren. Es gibt Anzeichen, dass Moskau und Damaskus die Duldung aufzugeben scheinen.

weiterlesen