Weltweit gebremste Freiheit


Weltkarte: Wikimedia / Public Domain. Quelle: Atlas der Zivilgesellschaft. Grafik: TP
Wo und warum Aktivisten gefährlich leben, erklärt der State Of Civil Society Report jetzt auch als „Atlas der Zivilgesellschaft“

Von Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Ein Index aus 195 untersuchten Staaten bietet Ernüchterung: Der State Of Civil Society Report 2017 beschreibt den Freiraum für zivilgesellschaftliches Engagement erdenweit. Allen Freiheitsliebenden verpasst er einen gehörigen Dämpfer. Der Bericht stuft nur einen winzigen Bruchteil der Staatengebilde (22 Staaten) als wirklich „offen“ ein. Bei allen anderen Ländern hapert es offenbar an der Freiheit. Die Organisation Civicus, der Initiator des Reports, sieht sich selbst als Weltallianz der Zivilgesellschaften und koordiniert Anstrengungen auf globaler Ebene.

Im gerade vorgestellten Dossier werden die Länder in fünf Kategorien eingeteilt: closed / repressed / obstructed / narrowed / open. Mit dem Ergebnis: Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung leben in Nationen, in denen sie ihre Grundrechte auf Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit uneingeschränkt ausüben können. Mehr als die Hälfte der so Privilegierten soll in Deutschland leben, der Rest in Österreich, der Schweiz, Portugal, den baltischen Ländern, Norwegen, Finnland, Island und Irland. Deutschland wird so beschrieben:

Civic freedoms, including freedoms of association, peaceful assembly, and expression are widely respected in both law and practice in Germany. Civil society organisations can be formed and operate freely, most protests are peaceful and well-policed, while a vibrant media sector ensures there is a plurality of views in Germany’s public discourse. Recent political events, and the large numbers of refugees arriving in Germany in 2015 has led to an increase in hate speech, attacks on human rights defenders and others supporting refugees and some attacks by far-right groups on pro-refugee demonstrations.

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