Forscher lassen menschliche Eizellen im Labor reifen


Künstlich herangereifte Zellen könnten einst krebskranken Frauen mit Kinderwunsch helfen. (Foto: picture alliance / Rainer Jensen)
  • Biologen haben erstmals menschliche Eizellen im Labor zur Reife gebracht.
  • Noch ist nicht sicher, ob die Zellen befruchtet werden können.
  • Andere Forscher warnen daher vor zu hohen Erwartungen.

Von Hanno Charisius | Süddeutsche Zeitung

In nur vier Arbeitsschritten haben Biologen Gewebe aus Eierstöcken in reife Eizellen verwandelt. Mit dem Experiment ist es den Wissenschaftlern erstmals gelungen, menschliche Eizellen im Labor zur Reife zu bringen. Das war zuvor nur mit Zellen aus Mäusen gelungen, nicht jedoch mit menschlichem Gewebe.

Sollten sich die so gewonnenen Eizellen auch bei genauerer Untersuchung nicht von jenen unterscheiden, die der weibliche Körper etwa einmal im Monat produziert, wäre die neue Methode vor allem für jene Frauen mit Kinderwunsch eine gute Nachricht, die an Krebs erkranken. Mitunter wird das Eierstockgewebe durch die Tumorbehandlung zerstört. In dem Fall könnten Mediziner unreife Zellen einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftauen und zu Eizellen heranzüchten.

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