Freiburger Mordprozess: Wie Polizisten das Handy des Tatverdächtigen auslasen


Hussein K. vor Gericht in Freiburg (links). Sein iPhone (rechts, Symbolbild) konnte ausgelesen werden. (Foto: Patrick Seeger/dpa//Marjan Grabowski/Unsplash)
  • Ermittler aus Freiburg haben das iPhone 6s des Angeklagten ausgelesen, der die Studentin Maria L. vergewaltigt und ermordet haben soll. Das gelang ihnen mit Hilfe der israelischen Firma Cellebrite.
  • Die Ermittler konnten auf Daten des Smartphones zurückgreifen, die das Geständnis von Hussein K. zu widerlegen scheinen. Er behauptet, im Affekt gehandelt zu haben.
  • Auf die zentrale Spur, minutiös erfasste Orts- und Bewegungsdaten, kamen Forensiker einer polizeiinternen Hochschule.

Von Katharina Kutsche, Hakan Tanriverdi | Süddeutsche Zeitung

Er habe zunächst gar nicht gesehen, ob da auf dem Fahrrad eine Frau oder ein Mann vorbeigekommen sei, sagte Hussein K. vor dem Landgericht in Freiburg. Dem Mann, über dessen tatsächliches Alter im Prozess gestritten wird, werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er soll sein Opfer, eine 19-jährige Studentin, im Oktober 2016 vom Fahrrad gerissen, vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Die Tat sei eine Affekthandlung gewesen, betonte Hussein K. in seinem Geständnis.

weiterlesen