Türkei: Sendepause und Geldstrafe für Gucci-Kreationisten Adnan Oktar


foto: harun yahya international Gediegener Kreationist: Adnan Oktar hat nun Sendepause.
Sendepause für bizarren TV-Prediger, Schließung von Islamistenstiftung – Konservativer Orden im Aufwind

Von Markus Bernath | derStandard.at

In seiner Branche stand er nie hoch im Ansehen. „Tutti kurutti“ nannte ein Predigerkollege schon einmal die bizarre Mischung von religiösem Fernsehtalk und Bauchtanzeinlagen. „Kurut“ sind in der türkischen Küche die getrockneten, salzigen Joghurtkörner. Diese Woche aber hat es Adnan Oktar alias Harun Yahya tatsächlich erwischt: Fünf Sendungen Zwangspause und eine hohe, noch nicht bezifferte Geldstrafe verhängte die türkische Rundfunkanstalt. Hunderte von Fernsehzuschauern sollen sich über Oktar beschwert haben.

Mehr ins Gewicht fiel wohl, dass der neue Leiter der staatlichen Religionsbehörde in der Türkei, Ali Erbaş, öffentlich sowohl die spirituelle Mission wie auch den mentalen Zustand des 62-Jährigen anzweifelte. Strafanzeigen und Gerüchte über Drogen und Sexorgien hatten immer schon das Wirken des Sektenführers begleitet.

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