Missbrauchsvertuschung in der Kirche: „Die Kirche will ja den Opfern glauben“


Franziskus nimmt einen Bischof in Schutz, der Missbrauch vertuscht haben soll. Wider besseres Wissen? Ein Vertreter der päpstlichen Kinderschutzkommission nimmt Stellung.

Von Annette Langer | SpON

Der Fall hat weltweit Empörung unter Opfern sexueller Gewalt ausgelöst: Papst Franziskus verteidigt einen chilenischen Bischof gegen Vorwürfe, Missbrauch verschleiert zu haben. Obwohl eines der Opfer dem Pontifex schon Jahre zuvor einen Brief geschrieben und darin erklärt hat, der Bischof habe sexuelle Übergriffe nicht nur geheim gehalten, sondern ihnen sogar beigewohnt.

SPIEGEL ONLINE hat den vatikanischen Kinderschutzexperten Hans Zollner nach seiner Einschätzung gefragt.

SPIEGEL ONLINE: Hat Papst Franziskus den Brief des mutmaßlichen Missbrauchsopfers Juan Carlos Cruz gelesen?

Zollner: Das weiß nur der Papst allein. Mich wundert, dass viele davon ausgehen, wo doch klar ist, dass Franziskus jeden Tag Tausende Schreiben bekommt, von denen er nur einen Bruchteil lesen kann. Ich habe ihm selbst einmal zwei Briefe in die Hand gegeben – und weiß trotzdem nicht, ob er sie gelesen hat.

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