USA: Mammutfährten entdeckt

43.000 Jahre alte Fußabdrücke – hinterlassen von Präriemammuts © Greg Shine/ Bureau of Land Management
Eiszeitriesen auf der Spur: Forscher haben im US-Bundesstaat Oregon uralte Mammutfährten entdeckt – darunter auch die eines hinkenden Dickhäuters. Die insgesamt 117 Fußabdrücke umfassenden Spuren hat eine Gruppe von Präriemammuts dort vor etwa 43.000 Jahren hinterlassen. Sie offenbaren nun Erstaunliches über das Sozialverhalten der Dickhäuter: Ähnlich wie heutige Elefanten scheinen sich demnach auch Mammuts um verletzte Gruppenmitglieder gekümmert zu haben.

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Mammuts gelten als die Symboltiere der letzten Eiszeit. Schließlich waren die Dickhäuter damals die am weitesten verbreiteten Großsäuger auf unserem Planeten. Spezies wie das Wollhaarmammut zogen nicht nur in Scharen durch Alaska und Kanada. Funde belegen, dass die Eiszeitriesen sogar bis in den Süden Spaniens wanderten. Ihre nahen Verwandten, die Präriemammuts (Mammuthus columbi), besiedelten zeitgleich weite Teile Nordamerikas und drangen sogar bis nach Mexiko vor.

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Fundament für Garnisonkirche verzögert sich: Probleme beim Turmbau

Laut Eschenburg sind seit Baustart im vergangenen Herbst verstärkt Spenden für den Wiederaufbau eingegangen © Foto: dpa
Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ist im ersten Bauabschnitt ins Stocken geraten.

Von Ulrich Thiessen | Märkische Oderzeitung

Der Versuch, für die Gründung 38 Bohrungen 38 Meter tief ins Erdreich zu treiben und mit Beton zu füllen, hat nicht funktioniert, erklärte Wieland Eschenburg, Vorstand der Stiftung Garnisonkirche gegenüber dieser Zeitung.

Nun sollen andere Bohrverfahren zum Einsatz kommen. Eschenburg betonte, dass sich noch nicht absehen lässt, welche Auswirkungen der Rückschlag bei der Gründung haben wird. Im Frühjahr sollte auf den Pfählen die Fundamentplatte gegossen werden. Die Fertigstellung des Turmes war für 2020 geplant.

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Was ein Bischof der SPD rät – und warum er das lassen sollte

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Wie kommt der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm auf die Idee, er müsse Sozialdemokraten eine Empfehlung zum Mitgliedervotum geben? Es ist nicht Aufgabe der Kirche, politische Handlungsanweisungen zu formulieren.

Von Rainer Haubrich | DIE WELT

Warum sollen Geistliche nicht bei Facebook sein? Die frohe Botschaft kann man über ganz unterschiedliche Kanäle verkünden, von der Kanzel oder in sozialen Netzwerken. Sogar Papst Franziskus twittert.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, ist bei Facebook, wo er wichtige Botschaften postet. Jüngst etwa einen Schnappschuss: „Günther und Marga Beckstein als Hippies – super Verkleidung beim Fasching in Veitshöchheim. Gleich geht’s los, live im Fernsehen.“

Oder ein Lob für die Einigung von Union und SPD auf einen Koalitionsvertrag. Es gehe jetzt „um Verantwortung für das ganze Land, für Europa und, gerade im Hinblick auf die uns so wichtigen globalen Gerechtigkeitsfragen, auch für die Welt“, erklärt er.

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Erdgas-Streit: Zwischenfall im Mittelmeer – Erdogan warnt Zypern

Bild: Magazin „The Economist“
Die türkische Marine hat ein Bohrschiff vor Zypern ausgebremst, seit einer Woche führt sie in der Region Manöver durch. Jetzt wendet sich Staatspräsident Erdogan mit einer Warnung an das EU-Land.

SpON

Nächste Runde im Streit um Erdgasförderung im östlichen Mittelmeer: Den vierten Tag in Folge haben türkische Kriegsschiffe ein vom italienischen Energieunternehmen ENI gemietetes Bohrschiff daran gehindert, ein Erkundungsgebiet südöstlich der zyprischen Hafenstadt Larnaka zu erreichen.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sprach am Dienstag eine deutliche Warnung an die Republik Zypern und Griechenland aus. Die Regierung in Nikosia forderte er auf, „nicht die Grenze zu überschreiten“. Zypern hatte sich über die Blockade des Bohrschiffs beschwert.

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Klarnamenspflicht bei Facebook unwirksam

Screenshot: TP
Das Landgericht Berlin hat in einem gestern bekannt gewordenen (aber noch nicht rechtskräftigem) Urteil mit dem Aktenzeichen 16 O 341/15 die in den Nutzungsbedingungen von Facebook enthaltene Forderung, Profile ausschließlich mit Klarnamen und zutreffenden Daten anzulegen, für unwirksam erklärt, weil sie gegen deutsches Datenschutzrecht verstößt (vgl. Facebook: Landgericht Berlin sieht rechtswidrige Voreinstellungen).

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Damit bestätigt das Gericht eine durchaus verbreitete Praxis von Nutzern, ihre Namen aus Datenschutzgründen abzukürzen oder Profile mit Namen von Haus- und Stofftieren anzulegen. Auch andere Klauseln in den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen, gegen die der Verbraucherzentrale Bundesverband geklagt hatte, hielten der gerichtlichen Überprüfung nicht stand – darunter die Voreinstellung, dass die Facebook-App anderen Gesprächsteilnehmern den eigenen Standort mitteilen darf, und die, dass Suchmaschinen automatisch einen Link auf die Profilchronik bekommen.

Zur Begründung führte das Gericht hier an, dass gar nicht klar sei, ob sich Nutzer bewusst für diese Voreinstellungen entscheiden. Heiko Dünkel, ein Rechtsreferent beim Verbraucherzentrale Bundesverband, meinte dazu: „Facebook versteckt datenschutzunfreundliche Voreinstellungen in seinem Privatsphäre-Center, ohne bei der Registrierung ausreichend darüber zu informieren – das reicht für eine informierte Einwilligung nicht aus.“ Ebenfalls nicht für eine gültige Einwilligung ausreichend ist die vorformulierte Zustimmung, dass Facebook den Namen und das Profilbild eines Nutzers „für kommerzielle, gesponserte oder verwandte Inhalte“ verwenden und verarbeiten darf.

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Gorillatouren in Uganda: Wie der Tierschutz zwei Stämme zu Feinden machte

Die meisten Bewohner von Rushaga gehören zum Stamm der Bakiga. Sie haben Angst, dass die Batwa ihnen etwas wegnehmen könnten.Foto: Christian Vooren
Uganda ist eines der letzten Refugien für Berggorillas. Doch die Sorge um die Tiere hat einen neuen Konflikt hervorgebracht: Mensch gegen Mensch.

Von Christian Vooren | DER TAGESSPIEGEL

Seit Stunden schwingt Augustin Muhangi seine rostige Machete. Von links oben nach rechts unten und dann von rechts oben nach links unten. Bei so viel Buschwerk, das er und die anderen Ranger Tag um Tag roden, müsste man kilometerweit in die Ferne schauen können, ohne dass ein einziges Blatt die Sicht verdeckt. Doch wenn sich Augustin eine Schneise geschlagen hat, ist sie wenige Tage später wieder zugewuchert. Der Bwindi-Regenwald ist stärker. „Impenetrable“ ist sein Beiname. Undurchdringbar.

Dieser Dschungel ist eines der letzten Refugien, in dem Berggorillas leben. Hier, im äußersten Südwesten Ugandas, und im Grenzgebiet zu Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. 350 Quadratkilometer in Bwindi, etwa 100 mehr sind es im nahegelegenen Virunga-Nationalpark, insgesamt eine Fläche nicht viel größer als Köln.

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Neues Antibiotikum entdeckt

Der methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) ist einer von vielen gegen Antibiotika resistenten Keimen. © CDC
Neue Waffe gegen Krankheitserreger: Forscher haben eine neuartige Klasse von Antibiotika entdeckt. Die Wirkstoffe stammen aus einem Bodenbakterium und sind hochwirksam gegen viele resistente Keime – darunter sogar der berüchtigte Krankenhauskeim MRSA. Zudem scheinen die Substanzen nur wenig anfällig gegenüber einer schnellen Resistenzbildung zu sein, wie das Team im Fachmagazin „Nature Microbiology“ berichtet.

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Die einst besten Waffen der Medizin gegen bakterielle Erreger werden zunehmend stumpf: Das Problem der Antibiotika-Resistenzen greift immer weiter um sich. Viele Bakterien, darunter der Krankenhauskeim MRSA, sind inzwischen sogar schon gegen mehrere Wirkstoffklassen immun. Angesichts dieser Entwicklung rief die Weltgesundheitsorganisation im vergangenen Jahr noch einmal eindringlich zur Erforschung von Alternativen auf.

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Menschenversuche in Hessen: Als Jürgens Kopf erforscht wurde

Röntgenaufnahme eines Kinderschädels: Der Arzt Willi Enke hat an Heimkindern geforscht – und die Kinder wahnsinnigen Schmerzen ausgesetzt. Foto: privat
Im hessischen Treysa wurde an Heimkindern experimentiert – mit schrecklichen Methoden.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Jürgen war zehn Jahre alt, als ihm Doktor Willi Enke die Hirnflüssigkeit (Liquor) aus dem Kopf abließ, den Schädelraum mit Luft füllte und Röntgenbilder anfertigte. Es war der 4. Dezember 1957, und der Neurologe hatte kein schlechtes Gewissen wegen der Pneumenzephalographie, die er an Jürgen praktizierte. Im Gegenteil: Er präsentierte die Ergebnisse seiner Forschung an einem nordhessischen Heimkind in der Öffentlichkeit.

Jürgen ging ins sechste Schuljahr der Hilfsschule, als der Chef der Neurologie der Hephata-Anstalten in Treysa 1958 über ihn schrieb. Er galt als Kind mit „seelischer Entwicklungshemmung erheblichen Grades“. Ein verhaltensauffälliger Junge oder, wie er damals beschrieben wurde: „Gefährdung durch haltlose Unbekümmertheit und durch innere Aufladung zu expansiver Aggression. Deren Formen können wechseln; zu klären bleibt, ob hirnorganische Teilursachen dahinterstehen.“

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Neuer Eklat rund um Päpstliche Akademie für das Leben

Headquarter des Konzerns.

Der argentinische Rabbi Szlajen, der von Franziskus zum Mitglied ernannt wurde, behauptet, dass es in der Bibel Fälle gäbe, die eine Abtreibung legitimieren

kath.net

Im Vatikan gibt es neue Aufregung rund um ein jüngst ernanntes Mitglied der neuen Päpstlichen Akademie für das Leben. Rabbi Dr. Fishel Szlajen, ein argentinischer Rabbi, der von Franziskus zum Mitglied ernannt wurde, hat in einem jüngsten Artikel auf InfoBae sich zwar grundsätzlich gegen Abtreibung ausgesprochen. Dann behauptet Rabbi Szlajen aber, dass es in der Bibel Fälle gäbe, wo eine Abtreibung erlaubt sei, nämlich dann, wenn das Leben des ungeborenen Kindes das Leben der Mutter bedrohe. In diesem Fall habe das Leben der Mutter laut dem Rabbi Vorrang.

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Türkei/USA: „Entweder wird das Verhältnis jetzt repariert oder es ist ganz kaputt“

Türkischer Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu. Bild: US-Außenministerium/ gemeinfrei
Die türkische Republik als „Fortsetzung des Osmanischen Reiches“; Angriffe der Operation „Olivenzweig“ in Afrin, die sich gezielt gegen die Zivilbevölkerung richten

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Der Angriff des türkischen Militärs mit den islamistischen Bodentruppen trifft die Zivilbevölkerung in Afrin schmerzlich. Wie Kamal Sido, Nahost-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker, mit Wurzeln und Verbindungen in der Region recherchiert hat, sollen „mindestens 160 Zivilisten“ durch die Angriffe türkischer Kampfflugzeuge, schwerer Artillerie, Raketenwerfer und Panzer getötet worden sein.

Verletzt wurden durch die Operation „Olivenzweig“ laut Sido bislang 395 Zivilisten in Afrin. Unter den Toten seien 26 Kinder und 17 Frauen – dies und die Flucht von etwa 60.000 aus ihren Dörfern, um Schutz in der Stadt Afrin zu finden sowie die Zerstörung ganzer Ortschaften und gezielte Angriffe auf die Trinkwasserversorgung, was dazu führte, dass 300.000 Menschen nicht mit Wasser versorgt wurden , steht im denkbar scharfen Kontrast zu den offiziellen türkischen Beteuerungen, wonach man darauf achte, dass Zivilisten verschont bleiben.

Zuletzt betonte der Chef des türkischen Generalstabs, General Hulusi Akar, solche guten Absichten bei einem Besuch in der Provinz Hatay, wie Rudaw berichtet. Man werde „keinen unschuldigen Menschen und Zivilisten Schaden zufügen“, wird Hulusi Akar von dem kurdischen Medium zitiert.

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Priester bricht Beichtgeheimnis: Exkommunikation

Bild: Wiki Commons/Andreas Praefcke

Ein Priester in Australien hat sich selbst exkommuniziert, indem er das Beichtgeheimnis gebrochen hat. Der Fall hatte auch den Vatikan beschäftigt. Das letzte Wort liegt jetzt beim Papst persönlich.

katholisch.de

Der Vatikan hat die Exkommunikation eines Priesters in Australien wegen einer Verletzung des Beichtgeheimnisses festgestellt. Die Bekanntgabe der Strafe sei das Ergebnis einer über ein Jahr andauernden Untersuchung, wie australische Medien am Wochenende meldeten. Beim Täter handelt es sich demnach um den aus Nigeria stammenden Ezinwanne Igbo, der bis dato als Priester in der Pfarrei Stella Maris in Maroochydore an der Ostküste Australiens wirkte.

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Meeresspiegel-Anstieg beschleunigt sich

Satellitendaten bestätigen: Der Meeresspiegel-Anstieg beschleunigt sich zunehmend. © NOAA
Die Ozeane steigen immer schneller an: Die Rate des Meeresspiegel-Anstiegs beschleunigt sich pro Jahr um knapp 0,1 Millimeter, wie Forscher jetzt ermittelt haben. Das bedeutet: Bis 2100 könnten die Pegel im Mittel 65 Zentimeter höher liegen – so die konservative Prognose. Die neuen Beobachtungsdaten bestätigen damit, was Klimamodelle schon länger nahelegen, so die Wissenschaftler. Ursache der Beschleunigung sei vor allem die rapide zunehmende Eisschmelze in Grönland und der Antarktis.

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Allein im letzten Jahrhundert sind die Pegel weltweit um durchschnittlich 14 Zentimeter angestiegen – wie sich das Meerwasser durch die Erwärmung ausdehnt und gleichzeitig vermehrt Schmelzwasser in die Ozeane strömt. Die ersten Folgen dieses Meeresspiegel-Anstiegs machen sich schon bemerkbar: Schon jetzt raubt das vorrückende Meer Menschen in Asien, aber auch im Süden der USA ihr Land. Großstädte wie New York müssen mit häufigeren Hochwassern rechnen und viele Weltkulturerbe-Stätten gelten als vom Untergang bedroht.

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Der „König der Schulden“ riskiert den Kollaps der Finanzwelt

Donald Trump (M.), Vizepräsident Mike Pence (l.) und der republikanische Abgeordnete Paul Ryan bei Trumps erster Rede zur Lage der Nation im US-Repräsentantenhaus Quelle: picture alliance / Win Mcnamee/C
Der US-Präsident treibt sein Land in den Schuldensumpf. Jetzt verlieren auch die Ratingagenturen die Geduld mit der ungezügelten Ausgabensucht von Donald Trump. Oder erleidet er dasselbe Schicksal wie Bill Clinton?

Von Holger Zschäpitz | DIE WELT

Die Amerikaner pflegen einen ganz besonders selbstbewussten Umgang mit ihrem Tun – und das nicht erst seit der Ära Trump. Sie scheren sich nicht allzu sehr um die anderen. Auch nicht um Schranken, die es eigentlich auch für sie gibt. Sie sehen sich als besondere Nation, ihr Exzeptionalismus ist ein nationaler Mythos.

Dieser Ausnahmestatus gilt auch an den Finanzmärkten. Die Nation mit der Weltleitwährung Dollar darf höhere Schulden als andere machen, ohne dafür etwa von den Ratingagenturen bestraft zu werden. Und so lässt sich auch erklären, warum die USA trotz einer Schuldenquote von über 100 Prozent von zwei der drei wichtigsten Ratingagenturen die Spitzennote AAA bekommen haben.

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Bundeswehr im Irak: „Es wird ein anderes Mandat sein“

Große Vorhaben in der Entwicklung. Das von Deutschland finanzierte Peshmerga-Krankenhaus. Bild: Screenshot Video Kurdistan24/YouTube
Verteidigungsministerin von der Leyen will, dass Deutschland mehr Verantwortung übernimmt

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die geschäftsführende Verteidigungsministerin hat am Wochenende überraschend den Irak besucht. Am Samstag führte sie politische Gespräche in Bagdad und am Sonntag besuchte sie Mitglieder der Bundeswehrtruppe und ein von Deutschland finanziertes Peshmerga-Krankenhaus-Projekt in der kurdischen Provinz.

Als Ergebnis des Irak-Besuchs wird die Ankündigung übermittelt, dass sich der Einsatz der Bundeswehr ändern wird. „Es wird ein anderes Mandat sein“, sagte die Ministerin auf die Nachfrage eines Journalisten, „ein Mandat, das eine neue Balance auch hat zwischen Bagdad und Erbil“.

Aus den Äußerungen der Verteidigungsministerin im Irak, die bei „Augen Geradeaus!“ vollständig, mit zusätzlichen Antworten nachzuhören sind, zeigt sich, wie sehr sich die Situation seit dem verunglückten Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak im vergangenen September verändert hat.

Von der Leyen fuhr denn auch erst in die irakische Hauptstadt Bagdad, um die politische Lage zu besprechen, bevor sie sich Richtung Autonome Region Kurdistan aufmachte. Auf Twitter meldete der Kurdistan-Journalist Wladimir van Wilgenburg am Wochenende Signale einer gewissen Spannung, wonach der irakische Premierminister Abadi Treffen der deutschen Verteidigungsministerin mit kurdischen Politikern verwehrte. Tatsächlich traf von der Leyen bei ihrem Irak-Besuch anscheinend keine kurdischen Spitzenpolitiker.

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Der Soldat Gottes

Shlomo Miller.Foto: Lissy Kaufmann
Shlomo Miller will nur seinem Glauben dienen – und nicht der israelischen Armee. Selbst wenn ihn seine Haltung ins Gefängnis bringt.

Von Lissy Kaufmann | DER TAGESSPIEGEL

Shlomo Miller hatte damit gerechnet, dass sie irgendwann kommen würden. „Wir hatten alles genau geplant“, erzählt der 23-Jährige. In einer Nacht im Februar 2015 klopfen die Armeepolizisten um 4 Uhr an die Wohnungstür seiner Eltern. „Ich habe mich schnell angezogen und bin über den Balkon auf das Dach geflüchtet“, erinnert sich Miller. „Dort habe ich mich flach auf den Boden gelegt.“ Die Mutter öffnet die Tür, die Militärpolizisten glauben ihr aber nicht, dass Shlomo nicht da ist. „Sie haben gefühlt, dass das Bett noch warm war, und begannen zu suchen. Die Leiter auf dem Balkon hat mich verraten.“ 18 Tage lang muss Shlomo Miller ins Militärgefängnis, weil er nicht auf den Rekrutierungsbescheid der israelischen Armee reagiert hat.

Drei Jahre später sitzt er in einem koscheren Café im orthodoxen Jerusalemer Stadtteil Givaat Shaul. Dort, wo Frauen der Züchtigkeit wegen ihre Haare mit Kopftüchern und Perücken bedecken und ihre Beine mit langen Röcken, Männer schwarze Hüte und Mäntel tragen und dreimal am Tag zum Gebet eilen.

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Bundesregierung sieht deutsch-türkische Beziehungen belastet

WELT-Korrespondent Deniz Yücel sitzt seit dem 14. Februar 2017 in türkischer Haft Quelle: dpa/dpa-ZB
Die Festnahme von WELT-Korrespondent Deniz Yücel liegt in dieser Woche ein Jahr zurück. Die Bundesregierung setzt sich laut Regierungssprecher Steffen Seibert mit allen Mitteln für die Freilassung ein.

DIE WELT

Ein Jahr nach der Festnahme des Journalisten Deniz Yücel hat die Bundesregierung erneut die Freilassung aller aus politischen Gründen inhaftierten Deutschen in der Türkei gefordert. „Die Bundesregierung wird sich auch in Zukunft mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, politisch wie diplomatisch, für die Freilassung von Deniz Yücel wie natürlich auch der anderen inhaftierten Deutschen einsetzen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Am Mittwoch vor einem Jahr war WELT-Korrespondent Yücel (44) festgenommen worden. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen, bis heute wurde aber keine Anklage erhoben. „Diese lange Haft ohne Anklageschrift, ohne Einleitung eines ordentlichen Gerichtsverfahrens, ist natürlich eine Belastung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei“, sagte Seibert.

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Dodo Laun vergleicht Segen für Homosexuelle mit Segen für KZ

Deutscher Kardinal Marx erwägt, homosexuelle Paare in Einzelfällen zu segnen

derStandard.at

Salzburgs Ex-Weihbischof Andreas Laun hat in einem Onlinebeitrag des katholischen Nachrichtendienstes erklärt, „man kann eine homosexuelle Verbindung nicht segnen“. Den Segen Gottes könne man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten. „Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind“, so Laun.

Im Gegensatz zu Laun zog der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Segnung homosexueller Paare in Einzelfällen in Erwägung. Doch Laun sprach sich in dem aktuellen Artikel auf kath.net entschieden dagegen aus. „Darum ist klar, man darf auch nicht eine Verbindung segnen, die sündhaft ist, nicht die Mafia, keinen Segen für Vereinigungen oder Einrichtungen geben, die Abtreibung fördern und durchführen oder glaubensfeindliche Ideologien verbreiten, antisemitische Inhalte und andere Formen rassenfeindlichen Denkens.“

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Markus Dröge: Flüchtlinge „als gleichwertiges Gegenüber“ akzeptieren

Markus Dröge 2013, Bild: wikipedia.org/ CC BY-SA 3.0 – A. Savin
Markus Dröge äußerte sich im RBB zu einer Werbekampagne für Geflüchtete auf dem Arbeitsmarkt

EKD

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge hat dazu aufgerufen, Asylsuchende nicht nur als Hilfebedürftige wahrzunehmen. Flüchtlinge dürften „nicht auf die Opferrolle reduziert“, sondern müssten „als gleichwertiges Gegenüber“ akzeptiert werden, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am 10. Februar im RBB-Rundfunk. Dem trage auch eine aktuelle Werbekampagne für die Einstellung von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt Rechnung.

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Ukraine schiebt Regierungskritiker Saakaschwili nach Polen ab

Michail Saakaschwili vor dem Kiewer Verwaltungsgericht. (Foto: dpa)
  • Michail Saakaschwili ist ein scharfer Kritiker des ukrainischen Präsidenten Poroschenko, mit dem er früher eng befreundet war.
  • Die Ukraine hat den ehemaligen georgischen Staatschef nun nach Polen abgeschoben.
  • Saakaschwili sei illegal aus Polen in die Ukraine eingereist und deshalb dorthin zurückgebracht worden.

Süddeutsche Zeitung

Die Ukraine hat den georgischen Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili nach Polen abgeschoben. Der 50-jährige Gegner des ukrainischen Staatschefs Petro Poroschenko sei in einem Flugzeug auf dem Weg in das Land, aus dem er zuletzt in die Ukraine eingereist sei, teilte der ukrainische Grenzschutz mit. Nach Angaben eines Vertrauten ist er inzwischen in Polen eingetroffen. Saakaschwili war im September aus Polen über die Grenze gekommen. Unterstützer durchbrachen dabei eine Sperre an der Grenze.

Schwerbewaffnete Spezialkräfte hatten den georgischen Ex-Präsidenten am Montag aus einem Restaurant neben der Zentrale seiner Partei „Bewegung neuer Kräfte“ in der ukrainischen Hauptstadt abgeführt, wie örtliche Medien meldeten.

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Trump: Not sure Israel truly wants peace, settlements ‘complicate’ peacemaking

US President Donald Trump speaks to the press in the Oval Office of the White House in Washington, DC, February 9, 2018. SAUL LOEB/AFP)
US president tells Israel Hayom both sides would be ‚foolish‘ to not seize unique opportunity for deal; Palestinians are not seeking accord

By AFP and TOI staff | The Times of Israel

US President Donald Trump said in an interview published on Sunday that he is “not necessarily sure” Israel is genuinely seeking to reach a peace agreement with the Palestinians.

Trump has previously denounced the Palestinians for what he sees as their unwillingness to negotiate, but he has largely refrained from criticizing Israel.

Speaking to the freebie daily Israel Hayom, Trump noted that while US-Israel relations were “great,” peace with the Palestinians would make them “a lot better.”

“Right now, I would say the Palestinians are not looking to make peace. They are not looking to make peace,” Trump said in the interview with the right-wing paper. “And I am not necessarily sure that Israel is looking to make peace. So we are just going to have to see what happens.”

Trump also expressed concerns about Israeli settlement building, although his administration has been far less critical of settlements than that of his predecessor Barack Obama.

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