Schwere Behördenpanne bei Missbrauchsfall in Staufen


In diesem See fanden Ermittler eine Festplatte mit belastendem Material der Schänder eines Neunjährigen, zu denen auch die Mutter gehört haben soll. (Foto: Simon Hofmann/Getty Images)
  • Ermittler gehen davon aus, dass eine Mutter gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ihr neunjähriges Kind im Internet zum sexuellen Missbrauch angeboten und sich auch selbst an ihm vergangen hat.
  • Nach SZ-Recherchen wurde die Gefahr für den Jungen lange nicht richtig eingeschätzt, da die verfügbaren Informationen nicht gebündelt wurden.
  • Das zuständige Jugendamt war beispielsweise lange nicht darüber informiert, dass der bereits wegen Kindsmissbrauch verurteilte Lebensgefährte bei der Familie wohnte.

Von Ralf Wiegand | Süddeutsche Zeitung

Es ist die entscheidende Frage in all solchen Fällen. Die Antwort darauf kann strafrechtlich relevant sein, immer ist sie zur Vermeidung vergleichbarer Katastrophen unabdingbar – und die Öffentlichkeit will ohnehin als Erstes wissen: Hätte man das verhindern können? Wäre das Martyrium eines Jungen aus dem Breisgau zu beenden gewesen, bevor er durch Ermittlungen im Milieu pädophiler Krimineller gefunden wurde?

Der Fall war im Januar bekannt geworden; die Ermittler gehen davon aus, dass seine Mutter Berrin T. und ihr Lebensgefährte Christian L. das Kind aus Staufen im Internet zum sexuellen Missbrauch angeboten und sich selbst an ihm vergangen haben. Von 2015 bis September 2017 soll das dreckige Geschäft angedauert haben – unter dem Radar diverser Behörden, die entweder die Gefährlichkeit von Christian L. oder das Kindeswohl des Sohnes von Berrin T. im Blick hatten.

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