Gibt es einen Gott?

Darum geht es in allen Religionen. Bild: AAA
Die Frage nach der Existenz Gottes ist in erster Linie eine Glaubensfrage. Unser Kolumnist Matthias Warkus erklärt, wie Philosophen sich ihr nähern.

Von Matthias Warkus | Spektrum.de

Wenn man mit Philosophie zu tun hat, erwarten viele Leute von einem, dass man eine Meinung dazu hat, ob es Gott gibt oder nicht. Mit dieser Ansicht bin ich bereits während meines Studiums konfrontiert worden und seitdem immer wieder. Meine erste Kolumne in dieser Reihe erhielt teilweise entrüstete Kommentare, allein weil das Wort „Gott“ darin vorkam. Manche scheinen regelrecht zu erwarten, dass man als Philosoph auch automatisch Atheist sein muss.

Tatsächlich musste ich mich bereits in meinem ersten Semester an der Universität in einer Pflichtveranstaltung mit der Frage nach der Existenz Gottes auseinandersetzen. Außerdem schleppte mich ein Kommilitone in ein Seminar namens „Gottesbeweise im 20. Jahrhundert“. Die Veranstaltung enthielt exakt das, was auf der Packung stand: Wir redeten das ganze Semester lang darüber, wie Philosophen der jüngeren Vergangenheit versucht hatten, zu beweisen (oder zu widerlegen), dass Gott existiert.

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TV-Spot über die Potsdamer Garnisonkirche im ZDF

NS-Propagandakarte, Kunstverlag Wentz & Co. 1933
Der Spot soll am 18. Februar unmittelbar vor den 19-Uhr-Nachrichten erstmals ausgestrahlt werden

EKD

Für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche wird jetzt auch mit einem Spot im ZDF geworben. Der Film wurde im Januar in den Ausstellungsräumen am historischen Standort der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Kirche und auf dem benachbarten Baufeld gedreht, wie die Garnisonkirchenstiftung in Potsdam mitteilte. Der Spot soll am 18. Februar unmittelbar vor den 19-Uhr-Nachrichten erstmals ausgestrahlt werden.

Die Arbeiten für den rund 40 Millionen Euro teuren Wiederaufbau des Kirchturms hatten Ende 2017 begonnen. Sie wurden jedoch wegen technischer Probleme kurz darauf unterbrochen. Die Baustelle liegt deshalb bereits seit einigen Wochen still.

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Waffendiebstahl bei Bundeswehr lässt Fahnder nicht ruhen

Zwei solcher G36-Sturmgewehre wurden von den Tätern aus einem Panzer gestohlen – neben anderer Ausrüstung Quelle: pa/Patrick Seege/dpa/Patrick Seeger
Vor einem Jahr haben Unbekannte einen Bundeswehr-Panzer aufgebrochen und unter anderem zwei G36-Sturmgewehre gestohlen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter. Bis heute fehlt von der entwendeten Ausrüstung jede Spur.

Von Florian Flade | DIE WELT

Ein Jahr nach dem Diebstahl von G36-Sturmgewehren und anderem Material auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr im niedersächsischen Munster fehlt von den Militärwaffen weiterhin jede Spur. „Das Verfahren dauert weiterhin an und wird gegen unbekannte Täterschaft geführt“, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg auf WELT-Anfrage mit.

Am 13. Februar 2017 hatten Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Munster Nord bemerkt, dass die Verriegelung eines Fuchs-Transportpanzers aufgebrochen worden war. Zwei Sturmgewehre vom Typ Heckler & Koch G36, eine Pistole P8, eine Signalpistole, zwei Funkgeräte, zwei Magazine ohne Munition und ein Fernglas waren aus dem Fahrzeug gestohlen worden.

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Ein „katholisches Mädchen“ für die SPD

© Bild: dpa/Simone Kuhlmey
August Bebel verglich das Verhältnis von SPD und Kirche noch mit „Feuer und Wasser“. Doch diese Zeiten sind vorbei: Ab April soll die Katholikin Andrea Nahles die SPD als Vorsitzende aus der Krise führen.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

Für Franz Müntefering war es „das schönste Amt neben dem Papst“. Martin Schulz dagegen erinnerte als Vorsitzender der SPD eher an den leidgeprüften Ijob aus dem Alten Testament. Zermürbt von zahllosen Niederlagen und Nackenschlägen gab der 62-Jährige das Amt an der Spitze der Partei am Dienstag wieder ab – nach nicht einmal zwölf Monaten, in denen er von 100 Prozent Zustimmung und einer schier grenzenlosen Euphorie um „Sankt Martin“ bis ins Bodenlose fiel.

Stattdessen soll künftig Andrea Nahles versuchen, die einst so stolze SPD in eine bessere Zukunft zu führen. Präsidium und Vorstand der Partei beschlossen, die 47-Jährige als neue Vorsitzende zu nominieren. Nahles soll auf einem Parteitag am 22. April in Wiesbaden gewählt werden, bis dahin wird SPD-Vize Olaf Scholz die Partei kommissarisch führen. Läuft alles so, wie von den Führungsgremien geplant, soll Nahles nach ihrer Wahl als neue Vorsitzende den Absturz der SPD in die Bedeutungslosigkeit verhindern.

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Quantencomputer: Sensible Qubits kommunizieren per Lichtstrahl

Intel hat eine Produktionslinie für Spin-Qubits entwickelt, die die vorhandene 300-mm-Wafertechnik nutzt. (Bild: Intel)
Quantenbits in Form sogenannter Spin-Qubits, Grundrecheneinheiten zukünftiger Quantencomputer, können Daten per Mikrowelle austauschen, wie Physiker jetzt gezeigt haben. Parallel hat auch Chip-Riese Intel angekündigt, auf Spin-Qubits zu setzen.

Von Arne Grävemeyer | heise online

In Silizium-Fehlstellen eingebettete Elektronen, beziehungsweise ihr Spin, entpuppen sich mehr und mehr als vielversprechende Grundeinheiten für Quantencomputer. Die sogenannten Spin-Qubits können mit dem elektromagnetischen Feld von Mikrowellen gekoppelt werden. So lassen sich deren hochempfindliche Quantenzustände störungsfrei auslesen und übertragen, wie eine Forschungsgemeinschaft der Princeton University, der Universität Konstanz und des Joint Quantum Institute in Maryland im Versuch jetz in der Fachzeitschrift Nature berichtete (Preprint: A coherent Spin-Photon Interfacein Silicon).

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„Welt“-Reporter Deniz Yücel ist frei

Deniz Yücel ist nach einem Jahr in türkischer Haft endlich freigelassen worden (Archivbild). (Foto: dpa)
Der Welt-Korrespondent Deniz Yücel ist wieder auf freiem Fuß. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf seinen Anwalt. Das Auswärtige Amt hat dies inzwischen bestätigt.

Süddeutsche Zeitung

Yücel befand sich über ein Jahr in türkischer Haft. Ihm werden „Terrorpropaganda“ und „Volksverhetzung“ vorgeworfen. Als „Beweise“ werden seine Artikel angeführt. Ähnliche Vorwürfe werden derzeit gegen viele der mehr als 100 inhaftierten türkischen Journalisten erhoben. Yücel hat einen deutschen und einen türkischen Pass.

Anzeichen, dass eine Freilassung Yücels bevorstehen könnte, hatten sich zuletzt verdichtet. „Ich hoffe, dass er in kurzer Zeit freigelassen wird“, hatte der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview den ARD-Tagesthemen gesagt. Am Donnerstag empfing ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

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Rätsel um aufgespießte Steinzeit-Schädel

Dieser Schädel eines erwachsenen Mannes wurde von Steinzeitmenschen auf einem Unterwasser-Steinpodest bestattet – möglicherweise sogar aufgespießt. © Sara Gummesson/ Antiquity 2018
Bizarres Totenritual: In Südschweden haben Archäologen eine einzigartige Grabstätte von Steinzeitmenschen entdeckt. Die Toten wurden nicht einfach begraben, sondern man hat ihre Schädel aufrecht auf Holzstäbe gesteckt und in einem flachen See aufgestellt. Seltsam auch: Alle Toten haben zu Lebzeiten Schädelverletzungen durch stumpfe Gegenstände erlitten. Die immer gleiche Position dieser Wunden spricht für Absicht – oder möglicherweise ein Ritual.

scinexx

Die meisten Steinzeitkulturen ehrten ihre Toten und begruben sie intakt und mit teilweise reichen Grabbeigaben. Doch es gibt Ausnahmen: Im Steinzeit-Heiligtum von Göbekli Tepe in der Türkei haben Archäologen erst vor Kurzem zahlreiche abgetrennte Menschenschädel entdeckt, die für einen Schädelkult und möglicherweise sogar rituelle Enthauptungen sprechen. Auch in Brasilien wurden rund 9.000 Jahre alte Belege für die Enthauptung von Toten entdeckt.

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„Religion nicht den Fanatikern überlassen“

Sind Religionen Ursache von Konflikten? Nein, sagt Pater Nikodemus Schnabel, Benediktiner in Jerusalem. Er warnt vor einer politischen Instrumentalisierung. Außenminister Sigmar Gabriel unterstützt seine Arbeit.

Von Christoph Strack | Deutsche Welle

Es ist ein Kloster, von dem sogar der deutsche Außenminister schwärmt. „Ich freue mich, dass die dringend notwendige Sanierung der Dormitio-Abtei in Jerusalem Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat“, sagt Sigmar Gabriel der Deutschen Welle. „Die Abtei in Jerusalem liegt mir am Herzen, das dort angesiedelte Studienprogramm ist ein herausragendes Beispiel für die Verständigung zwischen Konfessionen und Religionen in einer wahrlich nicht einfachen Umgebung.“ Der Prior, also der Leiter, der deutschsprachigen Benediktinerabtei ist Pater Nikodemus Schnabel. Das Auswärtige Amt beteiligt ihn an seinem Projekt „Friedensverantwortung der Religionen“.

DW: Pater Nikodemus, Sie haben vor einigen Tagen Außenminister Gabriel getroffen. Welche Bedeutung hat das Thema „Friedensverantwortung der Religionen“?

Nikodemus Schnabel: Dieses Thema ist hochaktuell und wird immer wichtiger, gerade weil viele Konflikte religiös verbrämt werden. Bei vielen Konflikten hört man auf einmal religiöse Argumentationen. Ich glaube, alle Religionsführer, egal welcher Religion, sind herausgefordert zu sagen: Wir machen jetzt klar, wofür Religion wirklich steht.

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SPD im Sink- oder Sturzflug ohne Fallschirm

SPD am Zerfallen? Bild: SPD Schleswig-Holstein/CC BY-2.0
Die verzweifelten Rochaden und Rettungsversuche der letzten Zeit fruchten nichts mehr, demnächst dürfte die SPD von der AfD überholt werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Man hat den Eindruck, dass die SPD im freien Fall ist. Schon lange war sie für Wähler nicht mehr sonderlich attraktiv. Schon die Bundestagswahl hat gezeigt, dass der Niedergang kaum mehr aufzuhalten ist. Seit der Kehrtwende, nun doch wieder in eine Große Koalition einzutreten, und dem Verschleiß der führenden SPD-Politiker, die keine neuen Gesichter und keine radikale Neuorientierung zulassen, geht es weiter bergab – und es ist kein Fallschirm in Sicht.

Im neuesten DeutschlandTrend ist die SPD nun bereits auf 16 Prozent abgestürzt. Anfang Februar waren es noch 18 Prozent. Noch nicht mitgerissen wird offenbar die Union, die verzweifelt an Angela Merkel festhält, weil keine Alternative in Sicht ist. Offenbar hat der Machtwechsel in der CSU vom ähnlich wie Martin Schulz verschlissenen Horst Seehofer auf Markus Söder bundespolitisch nicht geschadet, aber auch nichts genützt. Die Union hält sich bei 33 Prozent. Noch, muss man wahrscheinlich sagen, denn der Absturz ist auch absehbar, wenn die Querelen und Nachfolgekämpfe in der CDU ausbrechen.

Gewinner ist wieder die AfD, die einen Punkt zulegen kann und mit 15 Prozent fast schon die SPD eingeholt hat. Geht es so weiter, wird die AfD zur zweitstärksten Partei. Allerdings beginnen die Grünen aufzuholen, die jetzt auf 13 Prozent kommen, während die Linke bei 11 Prozent stagniert. Jedoch noch besser als die FDP, die trotz Schwenk nach rechts, nicht zulegen kann. Vermutlich hat Lindners Angst vor der Regierungsbeteiligung und einem Verlust von Identität die Menschen nicht überzeugt. Die FDP wird zur kleinsten Oppositionspartei mit 9 Prozent und verliert einen Punkt. Könnte gut sein, dass sie sich auch überlebt hat und eine wirkliche Wiederkehr nur ein Traumziel ist.

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„Dann schlage ich die Auflösung der Bundeswehr vor“

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Nach dem WELT-Bericht über die mangelnde Einsatzbereitschaft der Truppe stellt der Chef des Bundeswehrverbandes der Politik eine grundsätzliche Frage. Unionspolitiker verlangen eine eindeutige Antwort der künftigen Bundesregierung.

Von Thorsten Jungholt | DIE WELT

Die harte Währung, in der sich der Erfolg einer Verteidigungsministerin messen lässt, ist die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr. Welche Waffensysteme stehen tatsächlich für die Arbeit der Soldaten zur Verfügung – und nicht nur in Excel-Tabellen oder in der Werkstatt? Diesbezüglich kann Ursula von der Leyen (CDU) nach vier Jahren im Amt keine gute Bilanz vorweisen.

Das Heer hat derzeit große Probleme, seine Zusagen an die Nato zu erfüllen. Wie WELT berichtete, fehlt es an einsatzbereiten Kampfpanzern, wenn die Bundeswehr Anfang 2019 die Führung der schnellen Eingreiftruppe (VJTF) der Allianz übernehmen soll. Der für diese Aufgabe vorgesehenen Panzerlehrbrigade 9 in Munster stehen derzeit nur neun von 44 vorgesehenen Kampfpanzern des Typs Leopard 2 zur Verfügung.

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Physiker erzeugen neuen Zustand des Lichts

Das Licht der fiktiven Laserschwerter interagiert: Sie blockieren sich. Doch solche Wechselwirkungen von Photonen untereinander galten lange als unmöglich… © Oleksiy Mark/ thinkstock
Moleküle aus Licht: Forscher haben erstmals Photonen dazu gebracht, sich zu molekülähnlichen Dreiergruppen zusammenzuschließen. In diesem völlig neuen Zustand des Lichts verhalten sich die Photonen, als hätten sie eine geringe Masse und fliegen 10.000 Mal langsamer als normal, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Das gängige Bild von Photonen als nie miteinander interagierenden Einzelgängern ist damit wohl endgültig widerlegt.

scinexx

Wenn zwei Lichtstrahlen sich kreuzen, geschieht normalerweise – nichts. Beide Strahlen lenken sich weder ab noch werden sie abgedimmt oder auf andere Weise beeinflusst. Der Grund: Im Gegensatz zu Materieteilchen wechselwirken die masselosen Photonen nicht miteinander. Sie sind sozusagen notorische Einzelgänger – so jedenfalls die gängige Theorie.

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Karlsruhe: Stadträte lehnen Moschee-Neubau ab

Die geplante Moschee steht weiterhin bei Vielen in der Kritik; Symbolbild: Pixabay

Die Debatte um die geplante Ditib-Moschee in Karlsruhe erhält neuen Schwung. Die Stadträte der GfK lehnen den Bau ab, allerdings aus politischen, nicht aus baurechtlichen Gründen.

regio-news.de

GfK lehnt Moschee-Bau ab

„Als Stadträte von Gemeinsam für Karlsruhe stehen wir ohne Zweifel zur freien Religionsausübung, auch anerkennen wir die soziale Arbeit der Moscheen“, so die Stadträte Friedemann Kalmbach und Eduardo Mossuto von Gemeinsam für Karlsruhe (GfK) in einer Stellungnahme. Durch die jüngsten Entwicklungen in der Türkei kämen allerdings Probleme „auf uns zu“, da der Islam keine Trennung von Religion und Staat kenne. „Es ist allgemein bekannt, dass das türkische Religionsministerium die Imame der Ditib bezahlt, mit ihrer Parteibrille auswählt und nach Deutschland entsendet. Dadurch kann Erdogan seine Politik in deutsche Moscheen tragen“, so Kalmbach und Mossuto.

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Jetzt soll der Staat für saubere Diesel-Autos zahlen

Die Nachrüstung von VW-Dieselautos könnte mit Staatsgeldern unterstützt werden. (Foto: Sean Gallup/Getty Images)
Regierungsberater empfehlen eine Förderung der Diesel-Nachrüstung mit öffentlichen Geldern. Umweltpolitiker sind entsetzt. Dem nationalen Diesel-Gipfel droht der nächste Eklat.

Von Markus Balser, Michael Bauchmüller | Süddeutsche Zeitung

Im Kampf gegen Fahrverbote in Deutschland sollen womöglich nun auch Steuergelder helfen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und des Bayrischen Rundfunks schlagen die Diesel-Experten der Bundesregierung vor, eine Nachrüstung „ganz oder zu einem höchstmöglichen Anteil“ durch eine Förderung abzudecken.

Diese könne sich „neben öffentlichen Mitteln auch aus finanziellen Beiträgen der Automobilhersteller speisen“, heißt es im Entwurf eines Abschlussberichts des Gremiums. Das Wort der Berater hat Gewicht. Im Koalitionsvertrag heißt es, die mögliche große Koalition wolle auf Basis dieser Expertenempfehlung noch 2018 über Nachrüstungen entscheiden. Konkret geht es um Millionen alte Diesel-Fahrzeuge, die auf der Straße mehr Stickoxide ausstoßen, als die Hersteller versprochen hatten. Die Stickoxide aus Dieselautos gelten als Hauptverursacher der schlechten Luft in deutschen Städten, gut 70 überschreiten die europäischen Grenzwerte. Eine Nachrüstung von Fahrzeugen könnte helfen, das Problem zu lindern. Entscheidend sei „das Erreichen eines möglichst großen Anteils nachgerüsteter Fahrzeuge am technisch nachrüstbaren Fahrzeugpark“, heißt es in dem Entwurf. Nur: wer zahlt?

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Immer erdrückendere Beweise zu Maidan-Scharfschützen-Einsatz im Februar 2014

Der georgische General Tristan Zitelaschwili. Screenshot aus Sputnik-Video
Schriftliche Zeugenaussagen von Scharfschützen, Flugtickets und die Aussage eines georgischen Generals deuten auf Komplott gegen die damalige ukrainische Regierung

Von Ulrich Heyden | TELEPOLIS

Die überstürzte Verhaftung und Abschiebung des ehemaligen georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili aus Kiew nach Warschau am Montag (Saakaschwili gibt nicht auf) hatte offenbar noch einen zweiten Grund. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko wollte nicht nur einen Widersacher loswerden. Am Dienstag sollte der ehemalige georgische Präsident vor einem Kiewer Gericht als Zeuge zu den 100 Toten auf dem Maidan im Februar 2014 aussagen.

Die ukrainischen Sicherheitsorgane beschuldigen für den Tod von 53 Menschen – 49 Demonstranten und vier Polizisten -, die allein am 20. Februar 2014 auf dem Maidan starben, die Polizei-Spezialeinheit Berkut. Mit der Vorladung von Saakaschwili vor Gericht versuchten die Anwälte der ehemaligen Berkut-Polizisten ihre Mandanten zu entlasten.

Saakaschwili hatte sich bereit erklärt vor Gericht auszusagen, um „Fälschungen“ aus dem Wege zu räumen, wie er sagte. Am Tag der Abschiebung von Saakaschwili nach Warschau erklärte die ukrainische Staatsanwaltschaft, sie beabsichtige Saakaschwili per Video-Schaltung zu befragen.

Mitte November hatte der italienische Fernsehsender Canale 5 einen Dokumentarfilm ausgestrahlt, in dem georgische Scharfschützen aussagen, dass sie während des Maidan in Kiew, im Februar 2014, auf Demonstranten und Polizisten geschossen haben. Damit hätten sie eine politische Krise provozieren sollen.

Mamuka Malulaschwili, der frühere Militärberater des ehemaligen georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili, habe sie zu einem Sondereinsatz nach Kiew beordert, erzählen die Scharfschützen, Koba Nergadse und Alexander Rewasischwili (Maidanmorde: Drei Beteiligte gestehen).

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Der Aufstand gegen Merkel ist lächerlich

Grummeln gegen Merkel: Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Roland Koch (v.l.) Quelle: picture alliance / Soeren Stache/Bernd von Jutrczenka/Uwe Anspach/dpa
Jahrelang waren sie still, jetzt begehren sie plötzlich gegen ihre Chefin auf: die Opportunisten der CDU, die politischen Veganer. Wie lächerlich. Wäre Friedrich Merz doch in der Politik geblieben!

Von Jacques Schuster | DIE WELT

Lange stand Angela Merkel unter Denkmalschutz. Kaum einer wagte es in der CDU, gegen die Bundeskanzlerin aufzumucken. Wer anderer Ansicht war, wer es in ihrem Schatten nicht aushielt, der zog sich auf wohlbezahlte Posten außerhalb der Politik zurück. Andere dachten an ihr Fortkommen in der Partei. Sie entschieden sich dazu, ihr Leben als formloses Gewässer zu führen, das jedem sich bietenden Gefälle folgt. So ließen sie es zu, dass die Union in den Zustand geriet, der heute allenthalben beklagt wird.

Kurzum, der Aufstand gegen Angela Merkel ist lächerlich. Er wird geführt von politischen Veganern, von Milchbärten und Opportunisten. Wilhelm Busch nannte sie treffend die „Jenachdemer“. Er wird von Parteimitgliedern aus der zweiten und dritten Reihe befeuert, die es bisher nur wagten, Reden unter den Reseden zu halten und nun den Spaß am Flohzirkus kleinlicher Feindseligkeiten entdecken. In diesen Tagen nehmen viele von ihnen den Mund mit kämpferischen Donquichotterien voll und merken gar nicht, dass sie trotzdem nur Sancho Panza gleichen.

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Trotz Differenzen: Merkel will Türkei-Kontakte intensiveren

Bild: FB
Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch viele Hürden auf dem Weg zu einer Normalisierung der deutsch-türkischen Beziehungen.

Frankfurter Rundschau

Größter Streitpunkt ist die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel. Nach einem Gespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim in Berlin sagte Merkel, Deutschland und die Türkei hätten auch in komplizierten Zeiten gemeinsame Interessen. Deshalb habe sie mit Yildirim vereinbart, dass „wir unsere Kontakte intensivieren wollen“.

Orang-Utans: Das Sterben der Affen

Themenbild. Image: Flickr/Njambi Ndiba
  • Zwischen 1999 und 2015 ist die Anzahl der Orang-Utans auf Borneo stark zurückgegangen.
  • In diesem Zeitraum haben Wissenschaftler die Nester der Tiere gezählt und Karten ausgewertet.
  • Ursache für den sei, dass der Mensch den Lebensraum der Affen durch Waldrodung und Palmöl-Plantagen verkleinert habe.

Süddeutsche Zeitung

Auf Borneo nimmt das Sterben von Orang-Utans immer dramatischere Ausmaße an. Die Zahl der Menschenaffen ist auf der südostasiatischen Insel zwischen 1999 und 2015 um etwa 150 000 Tiere zurückgegangen, das berichten Forscher im Fachjournal Current Biology. Im untersuchten Zeitraum habe sich die Population der Primaten auf der Insel somit mehr als halbiert. Orang-Utans waren in Südostasien früher weit verbreitet, heute kommen sie nur noch auf Borneo und der Nachbarinsel Sumatra vor.

Um die Langzeit-Studie umzusetzen, arbeiteten 38 internationale Institutionen zusammen, darunter auch das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. In zahlreichen Expeditionen zählten die Forscher die Nester, die sich die Affen zum Schlafen in den Baumkronen bauen, und schlossen daraus, wie sich die Größe der Orang-Utan-Population über die Jahre veränderte. Zudem werteten sie Karten aus, auf denen die Oberfläche der Insel dargestellt war, um so zu beobachten, wo Wälder abgeholzt und Plantagen errichtet wurden.

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Ditib schickt weniger Imame in Gefängnisse

Die Zahl der muslimischen Prediger, die in deutschen Gefängnissen wirken, ist bundesweit drastisch gesunken. Das liegt vor allem an NRW, wo die Geistlichen einen Sicherheitscheck durchlaufen müssen.

Von Laura Ihme, Eva Quadbeck | RP ONLINE

In den deutschen Justizvollzugsanstalten sind derzeit rund 110 Imame zur Betreuung muslimischer Gefangener im Einsatz. Das hat eine Umfrage unserer Redaktion unter allen 16 Bundesländern ergeben. Die meisten Prediger sind der Erhebung zufolge in Nordrhein-Westfalens Gefängnissen tätig: 25 Imame betreuen dort die Insassen.

Allerdings war diese Zahl noch vor drei Jahren deutlich höher. Damals waren allein in NRW rund 120 Imame in den Gefängnissen im Einsatz. Der Grund für den deutlichen Rückgang ist ein Konflikt mit der Ditib, dem umstrittenen Dachverband türkischer Muslime in Deutschland. Traditionell stellten sie die große Mehrheit der Imame für das Angebot von Freitagsgebeten im Gefängnis.

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Mutmaßlicher IS-Schläfer reiste als Flüchtling in Deutschland ein

Einer der Angeklagten vor dem Oberlandesgericht Hamburg, in dem es am Dienstagabend zu einer überraschenden Wende kam. (Foto: Bodo Marks/dpa)
  • In Hamburg stehen drei Syrer im Alter zwischen 19 und 27 Jahren vor Gericht. Der Verdacht lautete, sie seien vom IS gezielt nach Deutschland geschickt worden.
  • Der älteste der drei Angeklagten, Mohamed A. aus Aleppo erklärt nun: Ja, er sei vom IS geschickt worden.
  • Der Staatsschutzsenat will neu in die Beweisaufnahme einsteigen, um zu prüfen, was an A.s Geständnis dran ist.

Von Georg Mascolo, Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Seit acht Monaten versuchen Richter des Hamburger Oberlandesgerichts herauszufinden, ob eine der größten Befürchtungen des Flüchtlingsherbstes 2015 wahr geworden ist. Es ist die Sorge, dass sich Terroristen unter den Strom der Schutzsuchenden mischen, dass also die Strategen des sogenannten Islamischen Staats (IS) ihre Auftragsmörder als Flüchtlinge tarnen, um sie einzuschleusen.

Drei Syrer stehen in Hamburg vor Gericht, sie sind 19, 20 und 27 Jahre alt. Im September 2016 waren sie in Flüchtlingsheimen in Ahrensburg, Großhansdorf und Reinbek nahe Hamburg festgenommen worden, der Verdacht lautete, sie seien vom IS gezielt nach Deutschland geschickt worden.

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Russian official: If Iran attacks Israel, we’ll stand with you

Russian President Vladimir Putin (L) welcomes Prime Minister Benjamin Netanyahu during a meeting at the Kremlin in Moscow on June 7, 2016. (AFP Photo/Pool/Maxim Shipenkov)
Moscow’s deputy ambassador in Tel Aviv says while Israel was right to shoot down intruding drone, he doesn’t buy IDF’s assertion that Tehran was behind Saturday’s launch

By Raphael Ahren | The Times of Israel

Were Iran to attack Israel, Moscow would stand by the Jewish state’s side, a Russian official said this week, days after an Iranian-made drone infiltrated Israel from Syria and was shot down by the IDF.

“In the case of aggression against Israel, not only will the United States stand by Israel’s side — Russia, too, will be on Israel’s side,” Russian Deputy Ambassador to Israel Leonid Frolov said. “Many of our countrymen live here in Israel, and Israel in general is a friendly nation, and therefore we won’t allow any aggression against Israel.”

Still, in a wide-ranging interview conducted at the Russian Embassy in Tel Aviv on Monday, Frolov cast doubt on Israel’s assertion that Iran was behind the drone incursion and suggested Israeli intelligence agencies establish contacts with its Syrian counterparts.

He also predicted that Israelis would not be happy about the forthcoming American peace plan, and dismissed the outrage against Palestinian Authority President Mahmoud Abbas’s condemnation of Israel as a European colonial project with no connection to Judaism.

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