Ein „katholisches Mädchen“ für die SPD


© Bild: dpa/Simone Kuhlmey
August Bebel verglich das Verhältnis von SPD und Kirche noch mit „Feuer und Wasser“. Doch diese Zeiten sind vorbei: Ab April soll die Katholikin Andrea Nahles die SPD als Vorsitzende aus der Krise führen.

Von Steffen Zimmermann | katholisch.de

Für Franz Müntefering war es „das schönste Amt neben dem Papst“. Martin Schulz dagegen erinnerte als Vorsitzender der SPD eher an den leidgeprüften Ijob aus dem Alten Testament. Zermürbt von zahllosen Niederlagen und Nackenschlägen gab der 62-Jährige das Amt an der Spitze der Partei am Dienstag wieder ab – nach nicht einmal zwölf Monaten, in denen er von 100 Prozent Zustimmung und einer schier grenzenlosen Euphorie um „Sankt Martin“ bis ins Bodenlose fiel.

Stattdessen soll künftig Andrea Nahles versuchen, die einst so stolze SPD in eine bessere Zukunft zu führen. Präsidium und Vorstand der Partei beschlossen, die 47-Jährige als neue Vorsitzende zu nominieren. Nahles soll auf einem Parteitag am 22. April in Wiesbaden gewählt werden, bis dahin wird SPD-Vize Olaf Scholz die Partei kommissarisch führen. Läuft alles so, wie von den Führungsgremien geplant, soll Nahles nach ihrer Wahl als neue Vorsitzende den Absturz der SPD in die Bedeutungslosigkeit verhindern.

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