Jetzt soll der Staat für saubere Diesel-Autos zahlen


Die Nachrüstung von VW-Dieselautos könnte mit Staatsgeldern unterstützt werden. (Foto: Sean Gallup/Getty Images)
Regierungsberater empfehlen eine Förderung der Diesel-Nachrüstung mit öffentlichen Geldern. Umweltpolitiker sind entsetzt. Dem nationalen Diesel-Gipfel droht der nächste Eklat.

Von Markus Balser, Michael Bauchmüller | Süddeutsche Zeitung

Im Kampf gegen Fahrverbote in Deutschland sollen womöglich nun auch Steuergelder helfen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und des Bayrischen Rundfunks schlagen die Diesel-Experten der Bundesregierung vor, eine Nachrüstung „ganz oder zu einem höchstmöglichen Anteil“ durch eine Förderung abzudecken.

Diese könne sich „neben öffentlichen Mitteln auch aus finanziellen Beiträgen der Automobilhersteller speisen“, heißt es im Entwurf eines Abschlussberichts des Gremiums. Das Wort der Berater hat Gewicht. Im Koalitionsvertrag heißt es, die mögliche große Koalition wolle auf Basis dieser Expertenempfehlung noch 2018 über Nachrüstungen entscheiden. Konkret geht es um Millionen alte Diesel-Fahrzeuge, die auf der Straße mehr Stickoxide ausstoßen, als die Hersteller versprochen hatten. Die Stickoxide aus Dieselautos gelten als Hauptverursacher der schlechten Luft in deutschen Städten, gut 70 überschreiten die europäischen Grenzwerte. Eine Nachrüstung von Fahrzeugen könnte helfen, das Problem zu lindern. Entscheidend sei „das Erreichen eines möglichst großen Anteils nachgerüsteter Fahrzeuge am technisch nachrüstbaren Fahrzeugpark“, heißt es in dem Entwurf. Nur: wer zahlt?

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