„Religion nicht den Fanatikern überlassen“


Sind Religionen Ursache von Konflikten? Nein, sagt Pater Nikodemus Schnabel, Benediktiner in Jerusalem. Er warnt vor einer politischen Instrumentalisierung. Außenminister Sigmar Gabriel unterstützt seine Arbeit.

Von Christoph Strack | Deutsche Welle

Es ist ein Kloster, von dem sogar der deutsche Außenminister schwärmt. „Ich freue mich, dass die dringend notwendige Sanierung der Dormitio-Abtei in Jerusalem Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat“, sagt Sigmar Gabriel der Deutschen Welle. „Die Abtei in Jerusalem liegt mir am Herzen, das dort angesiedelte Studienprogramm ist ein herausragendes Beispiel für die Verständigung zwischen Konfessionen und Religionen in einer wahrlich nicht einfachen Umgebung.“ Der Prior, also der Leiter, der deutschsprachigen Benediktinerabtei ist Pater Nikodemus Schnabel. Das Auswärtige Amt beteiligt ihn an seinem Projekt „Friedensverantwortung der Religionen“.

DW: Pater Nikodemus, Sie haben vor einigen Tagen Außenminister Gabriel getroffen. Welche Bedeutung hat das Thema „Friedensverantwortung der Religionen“?

Nikodemus Schnabel: Dieses Thema ist hochaktuell und wird immer wichtiger, gerade weil viele Konflikte religiös verbrämt werden. Bei vielen Konflikten hört man auf einmal religiöse Argumentationen. Ich glaube, alle Religionsführer, egal welcher Religion, sind herausgefordert zu sagen: Wir machen jetzt klar, wofür Religion wirklich steht.

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