SPD im Sink- oder Sturzflug ohne Fallschirm


SPD am Zerfallen? Bild: SPD Schleswig-Holstein/CC BY-2.0
Die verzweifelten Rochaden und Rettungsversuche der letzten Zeit fruchten nichts mehr, demnächst dürfte die SPD von der AfD überholt werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Man hat den Eindruck, dass die SPD im freien Fall ist. Schon lange war sie für Wähler nicht mehr sonderlich attraktiv. Schon die Bundestagswahl hat gezeigt, dass der Niedergang kaum mehr aufzuhalten ist. Seit der Kehrtwende, nun doch wieder in eine Große Koalition einzutreten, und dem Verschleiß der führenden SPD-Politiker, die keine neuen Gesichter und keine radikale Neuorientierung zulassen, geht es weiter bergab – und es ist kein Fallschirm in Sicht.

Im neuesten DeutschlandTrend ist die SPD nun bereits auf 16 Prozent abgestürzt. Anfang Februar waren es noch 18 Prozent. Noch nicht mitgerissen wird offenbar die Union, die verzweifelt an Angela Merkel festhält, weil keine Alternative in Sicht ist. Offenbar hat der Machtwechsel in der CSU vom ähnlich wie Martin Schulz verschlissenen Horst Seehofer auf Markus Söder bundespolitisch nicht geschadet, aber auch nichts genützt. Die Union hält sich bei 33 Prozent. Noch, muss man wahrscheinlich sagen, denn der Absturz ist auch absehbar, wenn die Querelen und Nachfolgekämpfe in der CDU ausbrechen.

Gewinner ist wieder die AfD, die einen Punkt zulegen kann und mit 15 Prozent fast schon die SPD eingeholt hat. Geht es so weiter, wird die AfD zur zweitstärksten Partei. Allerdings beginnen die Grünen aufzuholen, die jetzt auf 13 Prozent kommen, während die Linke bei 11 Prozent stagniert. Jedoch noch besser als die FDP, die trotz Schwenk nach rechts, nicht zulegen kann. Vermutlich hat Lindners Angst vor der Regierungsbeteiligung und einem Verlust von Identität die Menschen nicht überzeugt. Die FDP wird zur kleinsten Oppositionspartei mit 9 Prozent und verliert einen Punkt. Könnte gut sein, dass sie sich auch überlebt hat und eine wirkliche Wiederkehr nur ein Traumziel ist.

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