Jetzt sitzt die Regierung auf der „Heimat“


Deutschlands Mann fürs Heimatliche? Horst Seehofer soll das neue Ministerium für Inneres, Bau und Heimat übernehmen.Foto: dpa
Es ist ein Kampfbegriff der Rechtspopulisten und ein schwammiges Gefühl, jetzt wird ein Ministerium daraus. Wie verwendet die Regierung das Wort „Heimat“? Eine Kolumne.

Von Deniz Utlu | DER TAGESSPIEGEL

Sprachlich fällt das Wort „Heimat“ aus dem Register der Bezeichnungen für Ministerien. Es unterscheidet sich von Worten wie „Verteidigung“, „Wirtschaft und Energie“, „Finanzen“, etwa weil es weniger konkret ist. In einem Schreibworkshop für Jugendliche könnte das eine Übung sein: Finde in dieser Liste mit Namen für Ministerien das falsche Wort. Die Antwort: „Heimat“.

Manchmal verweist eine sprachliche Ungenauigkeit oder ein stilistischer Fehler im Kleinen auf viel grundsätzlichere Schwierigkeiten und Widersprüche, die ein Text im Großen hat. Der Staat ist kein Text. Er lässt sich trotzdem lesen. Ministerien tragen Namen, die meistens eine semantische Verbindung zur Verwaltung oder Organisation aufweisen.

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