Fall Amri: Berliner Polizisten wehren sich gegen Manipulations-Vorwurf


Eine Schneise der Verwüstung ist auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin zu sehen, nachdem der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka
Im Mai 2017 hat der Berliner Innensenator Andreas Geisel Strafanzeige gegen zwei Polizisten gestellt. Sie sollen im Fall Amri Akten manipuliert haben. Nun melden sie sich erstmals zu Wort.

Von Michael Behrendt | DIE WELT

Die beiden Berliner Polizisten, denen im Fall Amri die Manipulation von Akten angelastet wird, haben sich gegen Vorwürfe des Innensenators gewehrt. Im Gespräch mit WELT AM SONNTAG äußerten sich die Beamten des Landeskriminalamts (LKA) erstmals öffentlich. „Wir sollen für etwas gehängt werden, das wir nicht zu verantworten haben“, erklärten sie. Beide hätten vielmehr „alles gegeben“, um die polizeilichen Maßnahmen gegen den späteren Attentäter Anis Amri zu verlängern.

Im Mai 2017 hatte der Berliner Innensenator Andreas Geisel Strafanzeige gegen sie erstattet. Der SPD-Politiker erklärte damals: „Eine Verhaftung“ des Mörders vom Weihnachtsmarkt sei „wohl möglich gewesen“. Amri hätte aufgrund von Drogengeschäften in Untersuchungshaft kommen können. Um das zu vertuschen, sei die Akte nach seinem Tod aber manipuliert und die Drogengeschäfte Amris seien nachträglich kleingeredet worden. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden LKA-Beamten ein.

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