Wie Deutschland Fluchtursachen bekämpft


Gefängnis von Zawiyah, 45 Kilometer westlich der libyschen Hauptstadt (Symbolbild) Bild: AFP
Mustapha wollte nach Deutschland. Doch schon in Libyen wurde der Mann aus Gambia festgenommen und als Sklave verkauft. Dann kam er frei. Jetzt kämpft er dagegen, dass Landsleute gen Europa flüchten – mit deutscher Hilfe.

Von Martin Franke | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Geschlagen, getreten, missbraucht – und dann verkauft. Mustapha Sallah hat auf seiner Odyssee durch Afrika viele Grausamkeiten erlebt. Doch nirgends war es so schlimm wie im Gefängnis von Tripolis, erzählt er. „Tripolis ist eine Hölle.“ Der 26 Jahre alte Gambier träumte von einem Leben in Deutschland, wollte Informatik studieren und seiner Familie in Westafrika durch Geldsendungen helfen. Schätzungsweise 22 Prozent des Staatshaushaltes in Gambia setzen sich aus Rücküberweisungen zusammen. An der „lächelnden Küste Afrikas“, wie Gambier ihr Land nennen, gab es bisher wenig Arbeit. Daher verließ Mustapha seine Heimat im Juli 2016.

In der Hauptstadt Banjul stieg Mustapha in ein Flugzeug nach Nigeria und schlug sich nach Niger durch. „Du schaffst das, du bist ein starker Mann“, sagte man ihm. Er passierte das Drehkreuz Agadez in dem Binnenstaat – wie die meisten auf dem Weg nach Norden. Eingepfercht auf einem Pick-up, mit dreißig anderen Personen, durchkreuzte er die Sahara. Nicht alle überlebten die zehntägige Fahrt, erinnert er sich.

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