Anklage des US-Sonderermittlers: Im Internet weiß niemand, dass du Russe bist


Bild: heise.de
Mehrere Russen sollen versucht haben, die US-Demokratie zu manipulieren. Das jedenfalls wirft ihnen der Sonderermittler Robert Mueller vor. Die Anklageschrift erklärt, wie sie sich die sozialen Netze zunutze machten.

Von Martin Holland | heise online

Die am Freitag veröffentlichte Anklageschrift des US-Sonderermittlers Mueller ist ein Genickschlag für die US-Demokratie. Ausführlich wird darin beschrieben, wie russische Angreifer Grundpfeiler des von US-Diensten dominierten Internets ausnutzten, um US-Bürger zu manipulieren und deren politische Haltung zu beeinflussen.

Bei der Wahl zum US-Präsidenten, die Donald Trump Dank weniger zehntausend Stimmen in einigen überproportional wichtigen Bundesstaaten gewann, könnte die russische Kampagne durchaus das entscheidende Zünglein an der Waage gewesen sein. Aber selbst wenn nicht, zeigen die Details zu dem Angriff gleich mehrere Achillesfersen moderner Demokratien. Hätte Trump nicht gewonnen, wäre die Einmischung wahrscheinlich nie untersucht und die russischen Aktivitäten unbeleuchtet geblieben.

Wie Mueller und seine Kollegen ausführen, gingen die Angestellten der berüchtigten Internet Resarch Agency unter Anleitung eines engen Vertrauten von Wladimir Putin strategisch und gezielt vor. Sie legten sich vermeintliche US-Identitäten zu und erstellten damit Accounts bei Facebook, Twitter und Co. Denen verschafften sie durch ausgetüftelte und mit der Zeit immer mehr verfeinerte Beiträge jede Menge Follower, um für künftige Operationen über die nötige Reichweite zu verfügen.

weiterlesen