Es ist fünf vor zwölf in Afrika


Nigerias Präsident Buhari überreicht dem Parlament im November das Staatsbudget. (Reuters)
Ein Jahrzehnt nach dem letzten grossen Schuldenerlass drohen in Afrika wieder Staatsbankrotte. Das hat mit schlechter Regierungsführung und dem Fluch der Rohstoffe zu tun, aber auch mit der kopflosen Profitgier westlicher Investoren.

Von Fabian Urech | Neue Zürcher Zeitung

Als Nigerias Präsident Muhammadu Buhari dem Parlament vor einigen Wochen ein Rekordbudget für 2018 vorstellte, war ihm der Applaus gewiss. Im Blitzlichtgewitter der Kameras überreichte er den Abgeordneten symbolisch eine Art Geschenkbox in den Landesfarben, die die Ausgabenposten enthielt. Seine Regierung werde nach der jüngsten Rezession alles tun, um Nigeria zurück zur Prosperität zu führen, sagte Buhari in seiner Rede. Er sprach von neuen Strassen, Spitälern, Kraftwerken und Jobs.

Was Buhari während des freudvollen Zeremoniells indes vermied, war ein Hinweis auf jenen Budgetposten, der im Vergleich zum Vorjahr am stärksten – nämlich um über 20 Prozent – angestiegen war: der Schuldendienst.

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