Die Klagemauer für Alle


Der Bereich für das gemeinsame Gebet von Männern und Frauen an der Klagemauer ist klein und wenig einladend (ARD / Eva Lell)
Die Jerusalemer Klagemauer ist für Juden das wichtigste Heiligtum. Bislang beten dort Männer und Frauen getrennt. Vor zwei Jahren beschloss die Regierung, es müsse auch einen großen gemeinsamen Gebetsbereich geben. Nach langem Streit haben nun die Bauarbeiten begonnen.

Von Eva Lell | Deutschlandfunk

Einmal im Monat treffen sich die Frauen der Organisation „Women oft the Wall“, um an der Klagemauer zu beten und in der Thora zu lesen. Das ist in dem Abschnitt der Klagemauer, an dem Frauen beten, nicht erlaubt:

„So muss es jeden Tag sein“,

ruft die Frontfrau von „Women oft the Wall“, Anat Hoffman, bei einem der monatlichen Gebete.

Liberale und konservative Juden legen die jüdischen Rechtsvorschriften deutlich moderater aus als die Orthodoxen – sie sehen Frauen als gleichberechtigt an und sie beten gemeinsam. Im orthodoxen Judentum beten Frauen und Männer getrennt.

„Wir begrüßen, dass sich endlich etwas bewegt“

Eine Klagemauer, das fordern die Reformer: Ein Zugang und die drei Bereiche gleichberechtigt nebeneinander – nach Geschlechtern getrennt für die orthodoxen und einen gemischten Gebetsbereich für die liberalen und konservativen Juden. Schon jetzt gibt es einen kleinen, wenig einladenden Bereich an der Klagemauer, an dem Männer und Frauen gemeinsam beten können. Der Eingang dazu befindet sich noch vor den Sicherheitskontrollen am Zugang zur Klagemauer.

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