Tödliche Fake-News in Zentralafrika


Falschnachrichten können in Zentralafrika wie ein Zündholz wirken, das in ein Pulverfass geworfen wird. Im Bild: Intern Vertriebene auf dem Weg in den Norden des Landes. (Bild: Siegfried Modola / Reuters)
In dem Krisenland können Falschmeldungen zu Panik und Gewaltausbrüchen führen. Umso wichtiger sind seriöse Medien wie Radio Ndeke Luka.

Von David Signer | Neue Zürcher Zeitung

Zentralafrika ist eines der ärmsten Länder der Welt; die Hälfte der Bevölkerung ist von humanitärer Hälfte abhängig. Da könnte man meinen, es gäbe Wichtigeres als funktionierende Medien. Alexandre Delvaux ist da anderer Meinung. «Falschmeldungen sind in so einem explosiven Umfeld hochgefährlich», sagt er. «Das Gerücht, Rebellen hätten angegriffen, kann Panik und Rache auslösen. Manchmal sind News tödlich.» Delvaux ist der Repräsentant der Fondation Hirondelle in Zentralafrika. Die schweizerische Stiftung fördert die Etablierung unabhängiger Medien in Krisengebieten. In der Hauptstadt Bangui hat Hirondelle im Jahr 2000 Radio Ndeke Luka gegründet. Es zählt vierzig Mitarbeiter und ist das beliebteste Medium in Zentralafrika. In einem Land, in dem siebzig Prozent der Bewohner Analphabeten seien, ersetze das Radio in gewisser Hinsicht die Schule, sagt Delvaux.

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