Segen und Fluch der Diversität

In den USA gibt es viele Wege jüdisch zu werden – aber keine einheitlichen Standards (imago stock&people / Beata Zawrzel)
So vielfältig wie die religiöse Landschaft in den USA insgesamt, so vielfältig ist auch das dortige Judentum. Asiatisch-stämmige Rabbinerinnen, afro-amerikanische schwule Konvertiten zum Judentum – alles ist möglich. Die jüdischen Gemeinden legen die Regeln für den Übertritt selbst fest.

Von Katja Ridderbusch | Deutschlandfunk

Ein Vorbereitungskurs für Bar- und Bat-Mizwa-Feier im Temple, der ältesten Synagoge in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia: Hier lernen Jugendliche, Verse aus der Thora zu singen. Susanna Capelouto hilft ihnen dabei. Die geborene Deutsche ist vor 30 Jahren in die USA ausgewandert – und vor 19 Jahren zum Judentum konvertiert.

„Das bereichert mich sehr, jedes Mal, wenn ich sehe, dass ein Kind die Thora lernt, dass man einen kleinen Beitrag geleistet hat zum Leben.“

Besonders zum jüdischen Leben in Amerika, als dessen Teil sie sich längst fühlt. Dieses Leben ist so vielgestaltig und spannungsreich wie die religiöse Landschaft in den USA überhaupt. Und vor allem: Jüdisches Leben ist hier selbstverständlich. Von den geschätzten 14 bis 15 Millionen Juden weltweit lebt knapp die Hälfte in den USA. Und eine Studie des Pew-Instituts schätzt, dass etwa 17 Prozent aller amerikanischen Juden Konvertiten sind.

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Poincarésche Wiederkehr gilt auch für Quanten

In diesem Atomchip hielten die Physiker eine ultrakalte Atomwolke und wiesen bei ihr eine Rückkehr zum Anfangszustand nach – die Poincarésche Wiederkehr. © TU Wien
Erstaunlicher Effekt: Ob bei Planeten oder in einer Gaswolke – der Anfangszustand vieler komplexer Systeme wiederholt sich irgendwann von selbst. Dass diese sogenannte Poincarésche Wiederkehr auch bei Quantensystemen aus vielen Teilchen gilt, haben nun Physiker erstmals nachgewiesen. Ihnen gelang es, bei einer ultrakalten Wolke aus tausend Atomen, die Merkmale einer solche Wiederkehr zu messen, wie sie im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Es ist eines der bemerkenswertesten Phänomene der klassischen Physik: Wenn man ein kompliziertes System sich selbst überlässt, dann kehrt es irgendwann mit fast perfekter Genauigkeit zum Anfangszustand zurück. Gasteilchen, die zufällig und chaotisch in einem Behälter herumschwirren, werden irgendwann Positionen annehmen, die fast genau ihren Anfangspositionen entsprechen. Denn nach dem „Poincaréschen Wiederkehrsatz“ wird jeder physikalisch mögliche Zustand irgendwann auch eingenommen – und das kann auch der Anfangszustand sein.

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B16-Biographie: Hat Rom denn immer recht?

Elio Guerriero legt eine fast offizielle Biographie Papst Benedikts XVI. vor – von einer glänzenden Laufbahn bis zur Einsamkeit der letzten Jahre. Sein Fazit: Schuld hatten immer nur die anderen.

Von Jörg Ernesti | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Joseph Ratzinger, von 2005–2013 als Benedikt XVI. Oberhaupt der katholischen Kirche, ist ohne Zweifel eine der prägenden Gestalten der zeitgenössischen Theologie und Kirche. Umso mehr muss es überraschen, dass es bislang keine umfassende deutschsprachige Biographie gab. Nun liegt die ursprünglich 2016 erschienene Darstellung des italienischen Theologen und Schriftstellers Elio Guerriero in deutscher Übersetzung vor. Auch wenn seine Biographie nicht offiziell autorisiert ist, hat sie doch etwas Offiziöses: Papst Franziskus hat ein Vorwort beigesteuert und sein Vorgänger hat dem Autor ein Interview gewährt. Die Erwartungen sind also hoch gesteckt.

Bis zum Jahr 1977 kann sich der Autor auf Ratzingers Autobiographie „Aus meinem Leben“ stützen. Der spätere Papst wurde 1927 als Sohn eines Gendarmen im bayerischen Ort Marktl geboren. Der Leser erfährt, dass der schon 43-jährige Vater seine Frau durch eine Annonce im „Altöttinger Liebfrauenboten“ fand, mit der er ein „gutes katholisches Mädchen, das gut kochen kann und auch im Nähen etwas bewandert ist“, suchte. Die Familie blieb stets ein wichtiger Bezugspunkt für Ratzinger. Noch heute hat er ein enges Verhältnis zu seinem Bruder Georg, der lange Jahre die Regensburger Domspatzen leitete.

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Die US-Waffenlobby wirft den Medien vor, Massaker zu lieben

Bild. MotherJones
Nach dem Schulmassaker in Florida hielt die National Rifle Association kurz still. Jetzt prescht sie vor: «Um einen schlechten Menschen mit einer Waffe zu stoppen, braucht es einen guten Menschen mit einer Waffe.»

Werner J. Marti | Neue Zürcher Zeitung

Eine ganze Woche hat die mächtige amerikanische Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zugewartet, bis sie am Donnerstag zum jüngsten Schulmassaker Stellung nahm. An der Marjory Stoneman Douglas High Shool in Parkland nahe Miami waren am 14. Februar 14 Schüler und 3 Lehrer getötet worden.

Die Waffenlobby wartete damit taktisch geschickt, bis die stärksten Emotionen in der Bevölkerung abgeflaut waren, ehe sie nun mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit wieder in die Offensive zu gehen versucht. Mit einer Reihe von Statements, Ansprachen und Videos begegnet sie nun der neuen Welle von Forderungen nach Einschränkung der Waffenverkäufe, welche der blutige Angriff in Florida wie jedes frühere Massaker an Zivilisten der letzten Jahre ausgelöst hat.

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Misery-Index: Diese Liste offenbart die Wahrheit über den Zustand der Türkei

Der türkische Präsident Erdogan rühmt sich mit zweistelligen Wachstumsraten und suggeriert damit, dass sein Land auch ohne gute Beziehungen zum Westen florieren kann. Jetzt wird eine Rangliste veröffentlicht, die ein ganz anderes Bild zeichnet.

 

Von Anja Ettel, Holger Zschäpitz | DIE WELT

Recep Tayyip Erdoğan lässt nahezu nichts unversucht, um die wirtschaftlichen Probleme seines Landes zu kaschieren. Zuletzt verkündete Ankara sogar zweistelliges Wirtschaftswachstum. Um 11,1 Prozent ist die türkische Ökonomie im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Zwar bezweifeln Ökonomen die Prognosekraft vieler dieser positiven Meldungen, weil der Vergleich wegen des versuchten Putsches im Juli 2016 hinkt. Doch das ist dem türkischen Staatspräsidenten offenkundig egal.

Weit weniger gleichgültig dürfte ihm ein aktuelles Ranking sein. Im sogenannten Misery-Index, einer Art Rangliste der schlimmsten Ökonomien der Welt, taucht sein Land ganz weit oben auf – und konterkariert damit die Versuche Erdogans, die wirtschaftliche Lage am Bosporus schönzureden.

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Der Sand wird knapp

Förderbänder stehen in einer Kiesgrube in Sachsen.Foto: Candy Welz/dpa
Versorgungsengpässe könnten in diesem Jahr die Preise für Bausand in die Höhe treiben, befürchtet die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Betroffen sind mehrere Regionen in Deutschland – darunter auch Berlin.

DER TAGESSPIEGEL

Drohende Lieferengpässe für Sand könnten nach einer Studie das Bauen in Deutschland verteuern. „Deutschland ist reich an Sand“, teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe der Deutschen Presse-Agentur mit. „Dennoch drohen gerade bei wichtigen Baurohstoffen auf dem heimischen Markt aktuell erhebliche Versorgungsengpässe.“

Die Studie nennt dafür mehrere Gründe: Die meisten Sand-, Kies- und Natursteinvorkommen lägen unter Schutzgebieten oder seien überbaut. Wegen steigender Bodenpreise verkauften zudem immer weniger Bauern ihr Ackerland an Kieswerke. Genehmigungsverfahren zögen sich hin und der Baustoffindustrie fehlten Verarbeitungskapazitäten.

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Islamexpertin Schröter: „Moscheen sind grundsätzlich nicht integrativ“

foto: foto: apa / hans klaus techt Für ältere Muslime seien Moscheen notwendige „Schutzräume“, sagt Susanne Schröter, für junge Muslime, aber auch Flüchtlinge „Rückzugsräume außerhalb der Gesellschaft“
Susanne Schröter über die Flucht junger Muslime in ein frommes Leben, die zwiespältige Rolle der Moscheen und kopftuchfreie Schulen

Interview Lisa Nimmervoll | derStandard.at

STANDARD: Ausgehend von Ihrem Buch „Gott näher als der eigenen Halsschlagader: Fromme Muslime in Deutschland“, für das Sie vier Jahre lang die 15 Wiesbadener Moscheegemeinschaften sowie Lebenswelten und Einstellungen strenggläubiger Musliminnen und Muslime in Deutschland untersucht haben, lautete Ihr Befund: „Es gibt Abschottung, die Religion nimmt immer stärkeren Einfluss auf die Jugendlichen – und sie spaltet.“ Ihrer Beobachtung nach werden Muslime „insgesamt frommer“. Warum ist das so?

Schröter: Wir können weltweit ein globales Erstarken des fundamentalistischen Islam beobachten. Das hängt stark mit der Zirkulation islamistischer Ideen im Internet und der Mobilität islamistischer Prediger zusammen, aber auch damit, dass junge Muslime den Islam als Instrument des Empowerments begreifen. Häufig sind das Menschen, deren Eltern gar nicht sonderlich religiös sind. Diese Jugendlichen, die sich selbst religiöses Wissen aneignen – in kleinen Koranlesegruppen, manchmal unter Führung von charismatischen Predigern, aber auch an Universitäten -, kommen auf die Idee, dass der Islam die absolut überlegene Religion ist und die Muslime die von Gott auserwählte Gemeinschaft sind.

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Überraschung im Pferdestammbaum

DNA-Vergleiche enthüllen: Przewalsi-Pferde sind doch keine echten Wildpferde © Ancalagon/ CC-by-sa 3.0
Doppelte Überraschung: Unsere Annahmen über die Domestikation der Pferde sind in gleich zweifacher Hinsicht falsch, wie eine DNA-Studie nun enthüllt. Demnach sind die vor 5.500 Jahren in Kasachstan gezähmten Botaipferde doch nicht die Vorfahren aller heutigen Pferderassen – sie sind nicht einmal eng mit ihnen verwandt. Überraschend auch: Die Przewalski-Pferde sind keine Abkömmlinge echter Wildpferde – sie sind bloß verwilderte Hauspferde, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Die Domestikation der Pferde war ein Wendepunkt in der Kulturgeschichte der Menschheit. Denn mit Hilfe dieser vierbeinigen Helfer konnten unsere Vorfahren erstmals größere Entfernungen überwinden, Lasten effektiv transportieren und ganz neue Techniken in Ackerbau, aber auch Kriegswesen entwickeln. Bisher gingen Forscher davon aus, dass der Ursprung aller Hauspferde in Kasachstan liegt. Dort wurden vor rund 5.500 Jahren erstmals die sogenannten Botaipferde gezähmt und gezüchtet.

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Die Berlinale entdeckt das Kloster

Gleich mehrere Filme auf der Berlinale machen in diesem Jahr das Kloster zum Thema (dpa-Zentralbild/ Ralf Hirschberger)
Rund 400 Filme locken die Berlinale-Besucher ins Kino. Auch in diesem Jahr spielt Religion eine Rolle bei den Filmfestspielen. Erstaunlich viele Filmemacher haben einen ganz speziellen Ort aufgesucht und machen ihn zum Thema: das Kloster.

Von Kirsten Dietrich | Deutschlandfunk

„Willkommen an dem Ort, an dem mein Bruder begraben ist. Willkommen, sagt die Magnolie. Ich fühle mich aber im Moment eher so“ – Donnergrollen.

So drastisch beschreibt die Filmemacherin Zita Erffa den Ort, an den sie vor acht Jahren ihren Bruder verloren hat: ein Seminar für künftige Priester der Legionäre Christi.

„Das ist der Bruder, dessen Brudersein die Schwester beunruhigt. Und das ist der Bruder, der Bruder ist, als er bemerkt, dass wir ihn filmen.“

Der Bruder bei den Legionären Christi

„The best thing you can do with your life“ heißt der Film, den Zita Erffa über ihre Suche nach dem verlorenen Bruder gedreht hat. Einem Bruder, der acht Jahre zuvor urplötzlich Mitglied der Legionäre Christi geworden war – eine Ordensgemeinschaft, in der Gehorsam extrem wichtig ist, die theologisch äußerst rückwärtsgewandt ist – und bei dem Laszlo eigentlich nie Mitglied werden wollte, obwohl beide Geschwister als Kinder den Sommer regelmäßig in Ferienlagern der Legionäre Christi verbrachten.

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Macron will den Islam neu erfinden

Frankreich will Imame stärker kontrollieren. Das wird schwierig, schreibt Necla Kelek Quelle: picture alliance / ZB
Der französische Präsident versucht, die Ausbildung von Imamen staatlich zu kontrollieren. Ob so die anhaltende Entfremdung zwischen Muslimen und der Mehrheitsgesellschaft gestoppt werden kann, hält unsere Autorin für fraglich.

Von Necla Kelek | DIE WELT

Die Stellung des Islam in Europa ist umstritten. Die einen sagen – vor allem die maßgeblichen Politiker in Deutschland –, der Islam sei, schon allein zahlenmäßig, Teil Europas. Andere beziehen das nur auf die säkularen Muslime. In Großbritannien, Frankreich, Belgien, Holland und auch den anderen westeuropäischen Ländern hat sich in den letzten fünfzig Jahren die Zahl der Muslime, der Moscheen und der entsprechenden Verbände vervielfacht. Arbeitsmigration, Zuwanderung aus ehemaligen Kolonien oder durch Flucht stellen enorme Anforderungen an die Integrationsfähigkeit der Aufnahmegesellschaften.

In großen Teilen ist die kulturelle Integration speziell der muslimischen Migranten gescheitert. Parallelgesellschaften und -justiz, Bildungsferne, hohe Arbeitslosigkeit bis hin zu Fundamentalismus und religiös fundierter Terrorismus bestimmen die Agenda. Die Versuche, die islamischen Organisationen in einen gesellschaftlichen Diskurs einzubeziehen, sind, wie am Beispiel der Deutschen Islamkonferenz deutlich wurde, in den Anfängen stecken geblieben. Vor allem, weil es den Islamvertretern im Kern nur darum ging, dass ihre Gruppeninteressen gesellschaftliche Norm werden. Die erste Islamkonferenz diskutierte ernsthaft drei Jahre darüber, ob den Islamverbänden zuzumuten ist, dass sie die Priorität des Grundgesetzes vor dem Koran, also Allahs Gesetzen, als verbindlich ansehen.

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Schon Neandertaler schufen Höhlenkunst

Diese Handabdrücke in der Höhle von Maltravieso in Spanien sind schon mehr als 64.000 Jahre alt. © H. Collado
Von wegen primitiv: Die ältesten Höhlenmalereien stammen nicht von unseren Vorfahren, sondern von Neandertalern. Belege dafür liefert eine nun Datierung von Felsbildern in drei spanischen Höhlen. Demnach sind die Handabdrücke, roten Farbmuster und Linien schon mindestens 64.000 Jahre alt – sie entstanden damit 20.000 Jahre vor Ankunft des Homo sapiens in Europa. Schon die Neandertaler besaßen demnach einen Sinn für Kunst und Symbolik, wie die Forscher im Fachmagazin Science“ berichten.

scinexx

Die Fähigkeit zur Abstraktion und zu symbolischen Handlungen galt bisher als Domäne des Homo sapiens. Archäologische Funde zeigen, dass unsere Vorfahren bereits in Afrika Pigmente nutzten und Schmuck herstellten. Nachdem sie dann vor rund 40.000 Jahren Europa besiedelten, schufen sie hier spektakuläre Höhlenmalereien, Musikinstrumente und andere Kunstwerke.

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Monsanto verklagt Umweltschützer: Netzwerk soll alle Akten offenlegen

Protestaktion in Brüssel gegen die Verlängerung der Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat. Foto: ap
Der US-Pestizidkonzern erwirkt eine Anordnung, nach der ihm Avaaz alle Infos über ihre Kampagne gegen Glyphosat offenbaren muss.

Von Jost Maurin | taz.de

Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz soll interne Dokumente über seinen Kampf gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat dem Pestizidhersteller Monsanto vorlegen. Das hat ein US-Gericht vor Kurzem auf Betreiben des Konzerns angeordnet. Die Organisation müsse bis Freitag ihre E-Mails und alle anderen Dokumente „im Zusammenhang mit Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying in den Vereinigten Staaten und/oder Europa zu Glyphosat, … Monsanto“ und anderen Firmen vorlegen, heißt es in der Anordnung, die der taz vorliegt. „Sie wollen sogar die E-Mail-Adressen von Hunderttausenden Avaaz-Mitgliedern“, sagte Emma Ruby-Sachs, Vize-Chefin der Organisation, am Mittwoch.

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Einsätze ausländischer Polizeispitzel in Deutschland könnten rechtswidrig sein

Grafik: TP
Ein Bundestagsgutachten stützt die Auffassung, wonach es ausländischen verdeckten Ermittlungen in Deutschland an einer Rechtsgrundlage fehlt. Die parlamentarische Kontrolle ist ohnehin schwierig – Gastbeitrag

Andrej Hunko | TELEPOLIS

Das Bundeskriminalamt und der Zoll setzen auch verdeckte Ermittler (VE) aus Drittstaaten ein, nicht hingegen die Bundespolizei. Dies betrifft Ermittlungsverfahren im In- wie im Ausland. Auch die Kriminalämter der Bundesländer können ausländische VE anfordern.

Deutschland kann aber auch Schauplatz von Ermittlungen ausländischer Behörden sein, die dabei ebenfalls VE entsenden können. Solche Amtshandlungen auf deutschem Hoheitsgebiet müssen zuvor in einem Ersuchen dargelegt werden, dem dann – mit Auflagen versehen – entsprochen werden kann. Die zuständigen deutschen Polizeibehörden müssen etwa mit regelmäßigen Informationen zum Ablauf der Ermittlungen oder einem Abschlussbericht versorgt werden.

Grenzüberschreitende Einsätze von verdeckten Ermittlern erfolgen auf der Grundlage der Internationalen Rechtshilfe und bi- bzw. multilateraler Abkommen (etwa das EU-Rechtshilfeübereinkommen oder das Schengener Durchführungsübereinkommen). Die Maßnahmen richten sich nach den im jeweiligen Land herrschenden Rechtsvorschriften und der Zustimmung der jeweils zuständigen Behörden. Anders als Angehörige von Geheimdiensten dürfen Undercover-Polizist/innen in Deutschland keine „milieubedingten Straftaten“ begehen, etwa um ihrer Legende Glaubwürdigkeit zu verschaffen.

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Gewaltvorwürfe gegen katholisches Kinderheim in Donauwörth

Im ehemaligen Kloster Heilig Kreuz in Donauwörth war von 1916 bis 1977 ein Kinderheim untergebracht. Schutz fanden die Kinder dort offenbar nicht. (Foto: imago)
  • In einem früheren Kinderheim der katholischen Kirche in Donauwörth soll es Misshandlungen gegeben haben.
  • Obwohl das Bistum einigen Betroffenen bereits 2011 eine Entschädigung zahlte, kommen die Vorwürfe erst jetzt an die Öffentlichkeit.
  • Die Methoden, von denen die Opfer berichten, erinnern an die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzn.

Von Andreas Glas, Johann Osel | Süddeutsche Zeitung

Die katholische Kirche ist erneut mit Fällen von brutalen Erziehungsmethoden und Misshandlungen in einem früheren Kinderheim konfrontiert. In Donauwörth, im ehemaligen Kloster Heilig Kreuz, soll es in den Sechziger- und Siebzigerjahren zu willkürlichen Bestrafungen und Gewalt gekommen sein. Zwei Schwestern, die 1965 mit drei Geschwistern in das Heim kamen, berichten von wahllosem Sadismus – „aus dem Beichtstuhl raus und gleich auf den Stuhl und mit dem Rohrstock auf das nackte Hinterteil“, sagt eine Betroffene. Zudem soll es sexuelle Übergriffe durch ältere Burschen im Heim gegeben haben. Der Bayerische Rundfunk hat das Martyrium der Frauen am Mittwoch an die Öffentlichkeit gebracht. Nur 24 Stunden später haben sich bereits zwei weitere Betroffene beim Bistum Augsburg gemeldet.

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Vom EU-Parlament verbotene Schau: Die Mullahs und das Lachen

Die rund 20 Bilder der Schau zeigen zu Gefängniszellen umgewandelte Wahlurnen … ©AJC
Israeli Cartoon Project und AJC eröffnen vom EU-Parlament verbotene Schau mit Iran-Karikaturen

Jüdische Allgemeine

In Brüssel ist am Mittwochnachmittag eine Ausstellung mit Karikaturen über das iranische Regime eröffnet worden, die zuvor im Europaparlament verboten worden war.

»Dies ist kein Ruhmesblatt für ein westliches Parlament, insbesondere für eines, das erklärtermaßen Menschenrechte, Meinungsfreiheit und den Kampf für Demokratie zu seinen Hauptprioritäten zählt«, erklärte Daniel Schwammenthal vom American Jewish Committee (AJC) als Mitorganisator angesichts der Eröffnung in einem Gebäude unmittelbar neben dem Brüsseler Parlament.

usa und israel Die Ausstellung des Israeli Cartoon Project, die Menschenrechtsverletzungen durch das Regime aufs Korn nimmt, könne in Brüssel leider nun nur in einem kleinen Kreis gezeigt werden, betonte Schwammenthal. Anschließend soll die Schau auch deshalb in anderen Ländern gezeigt werden, darunter die USA und Israel. Weitere Ziele seien noch offen. »Wir würden sie gern auch nach Deutschland bringen«, so Schwammenthal am Rande der Veranstaltung.

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Studie: Deutsche und österreichische Rechtsextreme manipulieren Facebook

Symbolbild: Facebook. – (c) APA/AFP/LOIC VENANCE (LOIC VENANCE)
Eine kleine Minderheit ist für den Großteil der Hasspostings auf Facebook verantwortlich, so eine Studie. Die meisten der hochaktiven Accounts lassen sich der AfD und der „Identitären Bewegung“ zuordnen.

Die Presse.com

Nur eine sehr kleine Minderheit der Nutzer ist für einen Großteil der Hasspostings auf Facebook verantwortlich. Fünf Prozent der Facebook-Konten verteilen 50 Prozent der „Likes“ bei Hasskommentaren auf dem Sozialen Netzwerk, ein Prozent hochaktiver Nutzer vergibt sogar ein Viertel aller „Likes“. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die dem NDR vorliegt. Auch Österreich ist in den Daten vertreten.

Die Studie, die vom IT-Experten Philip Kreißel zusammen mit dem Institute for Strategic Dialogue in London erstellt wurde, bezieht sich laut NDR (Norddeutscher Rundfunk) auf 3.000 Veröffentlichungen und 18.000 Kommentare auf Facebook zu Beiträgen großer deutschsprachiger Internetmedien. Darunter befindet sich auch die Kronen-Zeitung (online), deren Beiträge von Rechtsextremen besonders oft geteilt werden, wie Julia Ebner vom Institute for Strategic Dialogue der APA am Donnerstag mitteilte.

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Theologe Dabrock, als Vorsitzender des Ethikrats, gegen Änderungen bei Abtreibungen

Bild: Deutscher Ethikrat
Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, warnt vor einer weitreichenden Änderung des Abtreibungsrechts. Die derzeit geltende Regelung habe sich „grundsätzlich bewährt“ und „über mehr als 20 Jahre gesellschaftlichen Frieden bei diesem höchst kontroversen Thema gestiftet“, sagte Dabrock der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“.

evangelisch.de

„Jeder, der in dieser hochemotionalen Fragestellung Veränderung will, muss sich darüber klar sein, zu welchen neuen Verwerfungen das führen kann“, betonte er. Zugleich verteidigte der Vorsitzende des Ethikrats das gesetzliche Werbeverbot für Abtreibungen. „Werbung für eine rechtswidrige Tat kann den Eindruck erwecken, sie wäre doch eine normale Option. Aber das sollte sie nicht sein“, sagte Dabrock der Zeitung. Ein Schwangerschaftsabbruch sei „keine normale Option der Familienplanung“. Vor diesem Hintergrund sei die heute geltende Regelung formuliert worden.

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Satirische Texte: AfD startet rüde Attacke auf Yücel

Vor wenigen Tagen wurde Deniz Yücel aus türkischer Haft entlassen – nun fährt die AfD eine Kampagne gegen ihn. (Foto: Can Erok/dpa)
  • Die AfD will, dass die Bundesregierung Texte des aus türkischer Haft entlassenen Journalisten Deniz Yücel öffentlich rügt.
  • Es geht um Satiren, die Yücel für seinen früheren Arbeitgeber, die taz, schrieb.
  • Der Vorstoß entlarve die zweifelhafte Haltung der AfD zur Pressefreiheit, sagen Kritiker.

Von Jens Schneider | Süddeutsche Zeitung

Die SPD-Fraktion im Bundestag sprach vorab von einem Angriff auf die Grundwerte in Deutschland. „Die AfD zeigt damit, dass sie näher bei Erdoğan und Putin steht als auf dem Boden des Grundgesetzes“, sagte Carsten Schneider, der Parlamentarische Geschäftsführer der Sozialdemokraten. Die Missbilligung eines journalistischen Textes durch den Bundestag oder die Bundesregierung, so Schneider, komme „staatlicher Zensur sehr nah“. Gemeint war ein Antrag der AfD-Fraktion, der am Donnerstagabend im Bundestag heftig debattiert wurde. Die AfD hatte darin verlangt, dass der Bundestag die Bundesregierung dazu auffordern sollte, Äußerungen aus Artikeln des Journalisten Deniz Yücel zu missbilligen. Ihr Abgeordneter Gottfried Curio warf Yücel in der Begründung „Deutschen-Hass“ vor. Die AfD stieß damit bei der großen Mehrheit des Bundestages auf massiven Widerspruchs. So nannte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki ( FDP) die Initiative der AfD einen „Antrag von intellektueller Erbärmlichkeit“.

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Dar as-Salam Moschee darf nicht als „salafistisch geltend“ bezeichnet werden

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Die Dar as-Salam Moschee in Berlin-Neukölln darf nach Auffassung des Berliner Landgerichts in Medienberichten nicht als „salafistisch geltend“ bezeichnet werden. Entscheidend für die Zulässigkeit einer solchen Tatsachenbehauptung sei, dass dazu berufene Stellen wie etwa der Verfassungsschutz oder maßgebliche Experten überwiegend eine entsprechende Einschätzung vornehmen.

evangelisch.de

Einzelne Stimmen von Islamkennern seien nicht ausschlaggebend, begründete der Vorsitzende Richter Holger Thiel die Rechtsauffassung der Zivilkammer. Die Bezeichnung „salafistisch geltend“ hatte der Evangelische Pressedienst (epd) im Oktober 2017 bei seiner Berichterstattung über einen „Thesenanschlag“ an die Moschee durch den Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi verwendet, mit dem dieser eine Reformdebatte unter Muslimen anstoßen wollte. Der Verein Neuköllner Begegnungsstätte als Träger der Moschee hatte gegen den Evangelischen Presseverband (EPV) für Bayern daraufhin eine einstweilige Verfügung erwirkt. Der Verband ist Träger des dortigen Landesdienstes, der innerhalb der föderalen Arbeitsgemeinschaft für den epd über die Initiative Ourghis berichtet hatte. Der Presseverband zog am Donnerstag seinen Antrag auf Aufhebung der Verfügung zurück.

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The World’s Biggest Underwater Cave Is Full of Maya Bones and Artifacts

Image: MOTHERBOARD
Mexico’s San Actun cave system contains pottery, bones of extinct giant sloths, and a 9,000-year-old human skull.

Becky Ferreira | MOTHERBOARD

It sounds like the premise to an Indiana Jones movie, but it’s real life: The eerie crevices and taverns of the world’s largest underwater cave system contain the remains of ancient humans and extinct beasts from a bygone age.

A skull that belonged to a person who lived 9,000 years ago is among the bounty of relics found within the flooded caves of San Actun, according to an Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) statement released Monday. INAH archeologist Guillermo de Anda, who is the director of the Gran Acuifero Maya (GAM) project that is leading the effort to map these caves, told Reuters that San Actun is “the most important underwater archaeological site in the world.”

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