Satirische Texte: AfD startet rüde Attacke auf Yücel


Vor wenigen Tagen wurde Deniz Yücel aus türkischer Haft entlassen – nun fährt die AfD eine Kampagne gegen ihn. (Foto: Can Erok/dpa)
  • Die AfD will, dass die Bundesregierung Texte des aus türkischer Haft entlassenen Journalisten Deniz Yücel öffentlich rügt.
  • Es geht um Satiren, die Yücel für seinen früheren Arbeitgeber, die taz, schrieb.
  • Der Vorstoß entlarve die zweifelhafte Haltung der AfD zur Pressefreiheit, sagen Kritiker.

Von Jens Schneider | Süddeutsche Zeitung

Die SPD-Fraktion im Bundestag sprach vorab von einem Angriff auf die Grundwerte in Deutschland. „Die AfD zeigt damit, dass sie näher bei Erdoğan und Putin steht als auf dem Boden des Grundgesetzes“, sagte Carsten Schneider, der Parlamentarische Geschäftsführer der Sozialdemokraten. Die Missbilligung eines journalistischen Textes durch den Bundestag oder die Bundesregierung, so Schneider, komme „staatlicher Zensur sehr nah“. Gemeint war ein Antrag der AfD-Fraktion, der am Donnerstagabend im Bundestag heftig debattiert wurde. Die AfD hatte darin verlangt, dass der Bundestag die Bundesregierung dazu auffordern sollte, Äußerungen aus Artikeln des Journalisten Deniz Yücel zu missbilligen. Ihr Abgeordneter Gottfried Curio warf Yücel in der Begründung „Deutschen-Hass“ vor. Die AfD stieß damit bei der großen Mehrheit des Bundestages auf massiven Widerspruchs. So nannte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki ( FDP) die Initiative der AfD einen „Antrag von intellektueller Erbärmlichkeit“.

weiterlesen