Sind Tierversuche noch notwendig?

Tierversuche sind hochumstritten – Befürworter verweisen auf wichtige Erkenntnisse für die Medizin, Kritiker sprechen von unzulässiger Gewalt. (Deutschlandradio / Thilo Schmidt)
Viele medizinische Erkenntnisse gehen auf Tierversuche zurück. Wissenschaftler halten Experimente mit Tieren daher oft für unverzichtbar – obwohl es inzwischen auch Alternativmethoden gibt. Sie werden bloß nicht ausreichend anerkannt.

Von Thilo Schmidt, Anna Loll | Deutschlandfunk Kultur

Die kriechende Kälte und der Schneeregen scheint die Rhesusaffen in einem Freigehege des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen nicht zu stören.

Das Deutsche Primatenzentrum, kurz DPZ, auf dem Universitätscampus im Norden Göttingens ist eine staatseigene GmbH. Sie ist auf Züchtung und auf Versuche mit Affen spezialisiert.

Die Rhesusäffchen mit ihren hellen Gesichtern hüpfen über die Gerüste und klettern den Maschendrahtzaun hoch. Ein Weibchen mit ihrem Baby auf dem Rücken balanciert im Hintergrund über ein Seil. Affen, die hier sind, weil das DPZ mit ihnen experimentiert. Affen, unsere nächsten Verwandten, von denen wir wissen, dass sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben, Werkzeuge benutzen, trauern. Susanne Diederich, die Pressesprecherin des DPZ, führt über das Gelände.

„Die Jungtiere der Weibchen, wenn die etwa drei Jahre alt sind, würden die Männchen normalerweise die Gruppe verlassen. Das können sie hier ja nicht, weil sie ja nicht abwandern können. Das heißt die Männchen, wenn die etwa so drei Jahre alt sind, werden aus der Gruppe genommen und werden dann Versuchstiere. Und die Weibchen bleiben aber immer in der Gruppe … die sehen halt auch aus wie alte Menschen. Ne? Die bleiben halt drin, auch wenn sie keine Jungtiere mehr kriegen, bis sie halt irgendwann sterben. Weil die für das Gruppengefüge so wichtig sind.“

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Wie man Diktatoren erzieht und dabei ums Leben kommt

Das Haifischbecken Rom wurde dem Philosophen Seneca zum Verhängnis. (C.H.Beck / Manuel Domínguez Sánchez: The Death of Seneca (1871))
Ein berühmter Philosoph wird zum Kaisererzieher berufen und bezahlt seine Zusage teuer: Der Zögling Nero zwingt den Lehrer Seneca zum Selbstmord. Neros Karriere als mieser Schurke der Weltgeschichte hat James Romm faszinierend beschrieben.

Von Paul Stänner | Deutschlandfunk Kultur

Acht Jahre hatte Seneca auf dem damals öden Korsika gelebt. Jetzt aber kam die Chance seines Lebens: Agrippina, die Gattin des Kaiser Claudius, brauchte für ihren Sohn Nero einen Erzieher, um ihn regentschaftstauglich zu machen. Dies war umso wichtiger, als mit dem jüngeren Stiefbruder Britannicus ein Konkurrent auf die Macht lauerte. Um ihn auszustechen brauchte Nero eine erstklassige Ausbildung. Das sollte Seneca erledigen, der berühmte, gefeierte Philosoph, Schriftsteller und Redner.

Letztlich war es mit der Ausbildung nicht so wichtig. Als es zur Entscheidung kam, Britannicus oder Nero, hat Nero seinen Stiefbruder kurzerhand umgebracht – Philosophie hin oder her.

Möglicherweise war damals, als Seneca seine Erzieherstelle antrat, diese Neigung Neros zum kurzen Dienstweg noch nicht absehbar. Oder doch? Warum ließ sich Seneca aus der philosophischen Beschaulichkeit Korsikas fortlocken? Zog es ihn in das Haifischbecken Rom zurück in der Hoffnung, er könne als Philosoph und Erzieher des künftig mächtigsten Mannes des Erdkreises die Weltpolitik beeinflussen? Und bei der Gelegenheit ordentlich Reichtümer einsammeln?

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Markus Söder: „Religiöse und Patrioten nicht zurücklassen“

Screenshot FB
Der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mahnt die Union zu einem klaren Profil – und gibt der SPD Ratschläge.

Jochen Gaugele, Kerstin Münstermann | NRZ.de

Er hat sich durchgesetzt im Machtkampf der CSU: Bayerns Finanzminister Markus Söder wird in einigen Wochen in die Staatskanzlei umziehen und Horst Seehofer als Ministerpräsident nachfolgen. Schon jetzt befeuert er die Kursdebatte in der Union. Söder vermisst Haltung und Profil – und beklagt zu große Ähnlichkeit mit der SPD.

Die CSU ruft zu einer „konservativen Revolution“ auf. Worauf dürfen sich die Bürger einstellen, Herr Söder?

Markus Söder: Seien wir ehrlich: Die Seelenlage der Deutschen hat sich durch die Zuwanderung seit 2015 verändert – und sie ist noch nicht wieder im Gleichgewicht. Viele Menschen haben die Sorge, dass sich die Grundprägung in ihrem Land verändert. In manchen Stadtteilen der Großstädte fühlen sich die Menschen unsicher. Hier muss man ansetzen: Es braucht verstärkte Sicherheit durch Polizeipräsenz auf den Straßen, aber auch ein Bekenntnis zu unserer Identität. Wir sind ein christlich geprägtes Land und wollen das auch bleiben.

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Kriminalstatistik: Immer weniger Straftaten, immer größere Angst

Pfefferspray: Viele Bürger rüsten sich vor möglichen Angriffen. Dabei sinkt die Zahl der Straftaten. Bild: dpa
Die Zahl der Straftaten geht neuesten Statistiken zufolge zurück. Trotzdem haben die Menschen immer mehr Angst vor Kriminalität. Ein Experte erklärt, warum.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Angst in der Gesellschaft vor Überfällen und Gewalt hat nach Ansicht des Direktors des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Thomas Bliesener, trotz rückläufiger Zahlen zugenommen. „Die gefühlte und die faktische Kriminalität klaffen zunehmend auseinander“, sagte Bliesener dem Bremer „Weser-Kurier“ (Samstag) anlässlich der Präsentation der neuen Kriminalstatistik für Niedersachsen am Montag. Insgesamt sei die Gefahr geringer, die Furcht aber größer geworden.

Paradoxerweise hätten diejenigen, die eigentlich weniger gefährdet seien, wie ältere Damen, eine sehr große Furcht. Junge Männer hingegen, die sich nachts draußen aufhielten, hätten eine geringe Furcht, obwohl sie ein hohes Risiko hätten, sagte Bliesener.

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Kinderheilstätte Mammolshöhe: Medikamenten-Versuche sollen historisch aufgearbeitet werden

Das Land Hessen und der Landeswohlfahrtsverband entscheiden, die Medikamenten-Versuche in der Kinderheilstätte Mammolshöhe historisch aufzuarbeiten.

Frankfurter Rundschau

Die tödlichen Experimente in der Kinderheilstätte Mammolshöhe in Königstein (Hochtaunuskreis) sollen durch Historiker aufgearbeitet werden. Das hätten das Land Hessen und der Landeswohlfahrtsverband (LWV) beschlossen, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Wiesbaden am Samstag. Die Untersuchung solle gemeinsam auf den Weg gebracht werden. Der LWV war zeitweise Träger der Anstalt.

Den Recherchen der Frankfurter Rundschau zufolge hatte die Gesundheitsabteilung des Innenministeriums den Arzt Werner Catel, der an der Ermordung behinderter Kinder in der Nazizeit beteiligt war, 1947 als Leiter der Einrichtung berufen. Bei Versuchen an tuberkulosekranken Kindern waren mindestens vier Kinder getötet worden, wie die „Frankfurter Rundschau“ bereits zuvor unter Berufung auf medizinhistorische Forschungsergebnisse berichtet hatte.

Münchner wollen sich nicht mehr in Kirchengremien engagieren

Eines der wenigen demokratischen Elemente in der katholischen Kirche: die Pfarrgemeinderatswahl. (Foto: Peter Kneffel/dpa)
  • An diesem Wochenende sind 1,5 Millionen Katholiken im Erzbistum München und Freising zur Wahl der Pfarrgemeinderäte aufgerufen.
  • Doch beteiligen wird sich nur eine Minderheit von ihnen.
  • Das größte Problem war, überhaupt ausreichend Bewerber für die Gremien zu finden.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche Zeitung

Über eins macht sich Josef Peis diesmal keine Sorgen. „Bei der Wahlbeteiligung sind wir entspannt“, sagt der Geschäftsführer des Diözesanrats der Katholiken, der höchsten Vertretung der Laien im Erzbistum München und Freising. In wenigen Tagen wählen die katholischen Gemeinden neue Pfarrgemeinderäte, und dass sich daran erheblich mehr Katholiken als zuletzt beteiligen werden, gilt als ausgemacht.

Denn der Diözesanrat setzt auf ein Novum, die allgemeine Briefwahl: Zuletzt, bei der Wahl 2014, hat die Kirche erstmals mit Wahlbriefen experimentiert; damals konnten viele Gemeinden die Wahlbeteiligung mehr als verdoppeln. Jetzt wird im Erzbistum erstmals grundsätzlich per Brief gewählt. Was das Ergebnis angeht, sei er daher zuversichtlich, sagt Peis. „Wir haben uns vor allem darauf konzentriert, Kandidaten zu suchen.“

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Armutsquote der Schulen unter Verschluss

Zusammen oder getrennt? Die soziale Entmischung der Schulen ist wieder einmal Thema.Foto: Jonas Güttler/dpa-Bildfunk
Die Bildungsverwaltung gibt die Sozialdaten nicht frei. Klar ist aber: Berlins ärmste Schule liegt in Kreuzberg.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Nehmen wir an, die Grundschule hat 500 Schüler. 97,8 Prozent der Familien können nicht für sich allein sorgen, sondern erhalten Hartz IV oder andere Sozialleistungen. Bleiben elf Schüler, deren Eltern genug verdienen, um selbst über die Runden zu kommen. Elf von 500.

Es gibt diese Schule in Berlin. Mag sein, dass sie 400 Schüler hat oder 600, aber an der entscheidenden Zahl ändert sich nichts, und das ist die Quote der Schüler aus Sozialtransfer-Familien, die bei 97,8 Prozent liegt: Spitzenplatz.

Nur 2,2 Prozent der Familien ohne Sozialtransfer

Die Zahl ist neu. Der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck hat sie erfragt: Seit über einem Jahr versucht er, für alle Berliner Schulen – öffentliche und freie – die Quote zu bekommen. Sie heißt im Verwaltungsdeutsch „Quote der lernmittelbefreiten Schüler“. Kurz: lmb-Quote.

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Bundeswehr: Muslimische Soldatin wünscht sich mehr Rücksicht auf den Glauben

Bundeswehr-Soldatin Nariman Reinke wünscht sich bei der Bundeswehr mehr Möglichkeiten ihren Glauben auszuleben. dpa/Holger Hollemann
Schätzungsweise 1.500 muslimische Soldaten leisten Dienst in der Bundeswehr. Oft haben sie Schwierigkeiten, Job und Glauben zu kombinieren – etwa bei den Gebetszeiten. Die Suche nach Lösungen läuft.

FOCUS ONLINE

Nariman Reinke ist Soldatin. Und Nariman Reinke ist Muslimin. Seit 13 Jahren arbeitet sie bei der Bundeswehr, war zweimal in Afghanistan. Ihre Eltern stammen aus Marokko, sie selbst wurde in Deutschland geboren. Reinke ist praktizierende Muslimin. Nicht immer passt ihr Berufsalltag mit ihrer Glaubenspraxis zusammen.

Die Soldatin steht etwa vor dem Problem, wie sie in der Truppe die islamischen Speisevorschriften einhalten kann. Denn Muslime dürfen kein Schweinefleisch essen. Auch der Verzehr von Blut ist ihnen verboten. Das „halal“ genannte, erlaubte Essen böten die Truppenküchen nicht an – ähnlich wie das im Judentum geforderte koschere Essen. „Man muss einfach kompromissbereit sein“, so Reinke.

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Stiftung Warentest warnt vor Vitamin D-Pillen

Stiftung Warentest rät: Vitamin D-Präparate sollten nicht einfach auf Verdacht geschluckt werden © Foodfolio/ Picture Alliance
Der Hype um Vitamin D ist groß. Das „Sonnenvitamin“ soll Krebs vorbeugen und unter anderem vor Depressionen schützen. Ein aktueller Bericht der Stiftung Warentest zeigt jedoch: Skepsis ist angebracht.

stern.de

Neuerdings gibt es Vitamin D sogar in Flaschenform: Ein namhafter Safthersteller mischt seinem Orangensaft seit kurzem geringe Mengen des „Sonnenvitamins“ zu. Doch warum eigentlich „Sonnenvitamin“? Diesen Spitznamen verdankt Vitamin D der Tatsache, dass es der Körper mithilfe von Sonneneinstrahlung in der Haut bildet. Von April bis September funktioniert die Produktion in unseren Breitengraden meist gut. Nur in der Herbst- und Winterzeit gerät sie ins Stocken. Für diese „schlechte“ Zeit sorgt der Körper vor und speichert Vitamin D. Im Winter kann er dann von diesem Vorrat zehren. Wie lange die Vorräte reichen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Aktive Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, starten in der Regel mit besseren Reserven in den Winter als Stubenhocker.

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Die gekaufte Wissenschaft

Ist die Forschung in Deutschland immer seriös? (Foto: dpa)
Unternehmen bestellen Studien, engagieren Professoren und finanzieren ganze Institute, die in ihrem Sinne forschen. Das muss sich ändern.

Von Christian Kreiß | Süddeutsche Zeitung

Die Zigarettenindustrie hat die Blaupause entworfen, erprobt und für gut befunden: Wie kann man die Wissenschaft so verwenden, dass die Gewinne optimiert werden? Wie kann man wissenschaftliche Ergebnisse so beeinflussen oder, wenn es sein muss, auch fälschen, dass sich in der öffentlichen Meinung und der politischen Arena die Lobbymeinung durchsetzt?

Die von den Autoherstellern VW, Daimler und BMW gegründete Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) hat diese bewährte Vorgehensweise angewendet. Viele andere Branchen agieren nach demselben Muster, zum Beispiel die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie.

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„Die Betreiber der Essener Tafel sind nicht gleich ausländerfeindlich“

Kunden der Essener Tafel stehen vor der Ausgabestelle Quelle: dpa/Roland Weihrauch
Die Presse sieht in der Entscheidung der Essener Tafel Verteilungskonflikte durch die Zuwanderung, „die in den Brennpunktvierteln der Städte längst Realität sind“. Aber auch in den deutschen Medien gibt es scharfe Kritik an den Tafel-Betreibern.

DIE WELT

Die Tafel in Essen nimmt keine ausländischen Neukunden mehr auf. Weil deren Anteil zuletzt 75 Prozent betragen habe, fürchtet der Chef der Tafel, dass deutsche Senioren abgeschreckt werden. Bundessozialministerin Katarina Barley (SPD) kritisierte die Entscheidung. Es müsse klar sein, dass Bedürftigkeit das Maß sei „und nicht der Pass“, sagte sie.

Die Kommentare in der deutschen Presse zeigen sich gespalten. Der „Münchner Merkur“ sieht Verteilungskonflikte durch die Zuwanderung, „die in den Brennpunktvierteln der Städte aber längst Realität sind“. Die „Rheinische Post“ nennt die Entscheidung die „die kälteste Nachricht des Winters“. Schuld trifft nach Meinung anderer Kommentatoren auch die Politik.

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Dodo Müller: Paradigmenwechsel in der Glaubenslehre ist unmöglich

Gerhard L. Müller links im Bild
Ein Paradigmenwechsel würde eine Abkehr von den Quellen der kirchlichen Lehre bedeuten, schreibt der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation.

kath.net

Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, hat das Konzept eines Paradigmenwechsels in der Glaubenslehre der Kirche zurückgewiesen.

Der Begriff „scheint ein Rückfall in eine modernistische und subjektivistische Interpretation des katholischen Glaubens zu sein“, schrieb der Kardinal in einem Artikel für das Magazin First Things. Müller zieht darin den „Essay on the Development of Christian Doctrine“ des seligen John Henry Newman heran, um verschiedene Auslegungsweisen des nachsynodalen päpstlichen Schreibens „Amoris laetitia“ zu analysieren (siehe Link am Ende des Artikels). Zuletzt hatte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin davon gesprochen, dass Papst Franziskus mit „Amoris laetitia“ einen Paradigmenwechsel voranbringen wolle.

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Schnellfeuerwaffenverbot nach Massaker: Wie Australien zu Sinnen kam

foto: afp / torsten blackwood 35 mal lebenslang für den Mord an 35 Menschen: Martin Bryant.
Schüsse in Tasmanien – hunderte, tausende. Sie hallen bis heute nach. Wenn es einen Moment gibt in der jüngeren Geschichte Australiens, der das Land fundamental verändert hat – dann war es diese Stunde des Terrors.

derStandard.at

An einem Sonntagnachmittag im April 1996 betritt Martin Bryant ein Café in Port Arthur. Mit einem halbautomatischen Gewehr erschießt er in 15 Sekunden zwölf Menschen. Menschen fliehen, doch auch mit ihnen hat Bryant keine Gnade. Eine Mutter fleht um das Leben ihrer beiden kleinen Mädchen. Bryant grinst nur und drückt ab. 35 Menschen sterben an diesem Tag – das größte Massaker im modernen Australien.

Nur Monate später, und eine solche Tat wäre kaum mehr möglich gewesen. In Rekordzeit hatte Australien Gesetze eingeführt, die Import und Besitz von Schnellfeuerwaffen verbieten. Die Regierung kaufte die Waffen zurück. Der Protest war anfangs laut und kam aus den üblichen Ecken: Ultrarechte Nationalisten, Schützenvereine, Landwirte. Es hagelte Warnungen, Premierminister John Howard musste eine Zeitlang eine kugelsichere Weste tragen.

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Geplante Liberale Moschee spaltet muslimische Gemeinschaft in Freiburg

Sayed Mustafa – dpa
Am Donnerstagabend (22.02.2018) hat die Katholische Akademie in Freiburg zu einer Podiumsdiskussion über eine geplante „Liberale Moschee“ in Freiburg eingeladen. Mimoun Azizi, Vordenker liberaler Bewegungen im Islam, Dr. Abdel-Hakim Ourghi, islamischer Theologe und Religionspädagoge, sowie Freiburgs Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) haben an der gemeinsamen Diskussion teilgenommen und Meinungen mit dem Publikum ausgetauscht.

baden.fm

In Berlin ist kürzlich die weltweit erste „liberale“ Moschee gegründet worden. Der eigentliche Zweck davon soll ein Modernisierungsprozess des Islam sein. Ourghi will nach Berlin auch in Freiburg eine liberale Moschee gründen und damit die Religion nicht revolutionieren, aber flexibler gestalten. Dadurch soll die Integration in die deutsche Kultur und somit auch in die Gesellschaft besser gelingen.

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How climate change is altering air travel

© iStockphoto.com | 4kodiak
Rising tides, icy air, melting permafrost and air that is too hot for take-off are challenging aviation as the world warms.

Fred Pearce | ensia

Phoenix gets hot. But not usually as hot as last June, when the mercury at the airport one day soared above 118 °F (48 °C). That exceeded the maximum operating temperature for several aircraft ready for take-off. They didn’t fly. More than 50 flights were canceled or rerouted.

Thanks to climate change, soon 118 °F may not seem so unusual. Welcome to the precarious future of aviation in a changing climate. As the world warms and weather becomes more extreme, aircraft designers, airport planners and pilots must all respond, both in the air and on the ground. With around 100,000 flights worldwide carrying some 8 million passengers every day, this is a big deal.

Hot Air

Why is heat a problem for planes? In a word: lift.

Lift is the upward force created by diverting air around wings as an aircraft moves down the runway. It is harder to achieve when the air is scorching hot, because hot air is thinner than cold air. The International Civil Aviation Organization warned in 2016 that as a result, higher temperatures “could have severe consequences for aircraft take-off performance.”

Aircraft will need to jettison passengers, cargo or fuel to get the same lift on a hot day, raising costs and requiring more flights.

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USA wollen Botschaft schon im Mai nach Jerusalem verlegen

Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem ist hochumstritten. Nun verlautete aus US-Regierungskreisen, dass die Vertretung bereits im Mai verlegt werden soll.

DER TAGESSPIEGEL

Die USA wollen ihre Botschaft in Israel schon im Mai von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Regierungskreise in Washington. Der Umzug solle demnach zum 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung am 14. Mai erfolgen. Die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem ist jedoch hochumstritten, da der Status der Stadt eine der heikelsten Fragen im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist.  Die Palästinenser betrachten ihrerseits den Ostteil der Stadt als künftige Hauptstadt ihres angestrebten unabhängigen Staates.

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Theologe Körtner sagt, Abendmahl-Fortschritte seien „Murks“

Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Der evangelische Theologe Ulrich Körtner hat die Zugeständnisse der katholischen Kirche in Deutschland beim Abendmahl mit deutlichen Worten relativiert.

evangelisch.de

„Die Deutsche Bischofskonferenz läuft der in den Gemeinden schon längst verbreiteten Praxis hinterher, wo sich viele längst nicht mehr um dogmatische Feinheiten scheren“, sagte Körtner am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Die angekündigte neue Praxis – die schriftlichen Details stehen ja noch aus – sollen es den Bischöfen erlauben, ohne Gesichtsverlust ihren Sanctus zur Praxis zu geben.“

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Eklat auf Kunstmesse: Erdogan-Anhänger erzwingen Entfernung eines Bildes

Das ist das umstrittene Kunstwerk: „Türkischer Diktator“ von Thomas Baumgärtel. © Uli Deck/ Picture Alliance
Die Art Karlsruhe zeigte bis Donnerstag ein Bild des türkischen Präsidenten Erdogan – mit einer Banane im Hintern. Auf Druck einer kleinen Gruppe wurde das Werk entfernt. Der Maler beklagt nun die fehlende Kunst- und Meinungsfreiheit.

Von Carsten Heidböhmer | stern.de

Sein Markenzeichen ist die Banane: Seit Jahrzehnten sprüht der Künstler Thomas Baumgärtel das an Andy Warhol angelehnte Symbol an die Eingänge von Museen und Galerien. Immer wieder verarbeitet er die Frucht auch in Kunstwerken. Er malte den US-Präsidenten Donald Trump mit einer Banane im Mund.

Vor zwei Jahren fertigte er in Solidarität mit Jan Böhmermann und seinem „Schmähgedicht“ ein Bild an, das den türkischen Präsidenten Erdogan mit heruntergezogener Hose und einer Banane in seinem Hintern zeigt. Bereits damals bekam er massive Drohungen von Erdogan-Anhängern und stand eine Weile unter Polizeischutz.

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‚Jehovah’s Witness Simulator 2018‘ Gives a Candid Glance at an Insular World

Image: Jehovah’s Witness Simulator 2018
This game only needs four minutes to make you uncomfortable.

Matthew Gault | MOTHERBOARD

No one likes it when a Jehovah’s Witness knocks on your door and tries to sell you on their religion when you’d rather be doing anything else. There’s a good chance the Witness hates it even more than you do though, especially if they’re a teenage boy.

Misha Verollet is an ex-Jehovah’s Witness living in Vienna, Austria. Jehovah’s Witness Simulator 2018 is a video game he made that condenses his childhood experience down to about four minutes.

Verollet used simple graphics and text boxes to convey the stifling life he lived. Caleb—the protagonist—explores his home, goes door-to-door to spread the church’s message, and dodges impolite questions from other kids at public school. It’s a short ‚walking simulator‘-type game with an effective message—being a Jehovah’s Witness can be alienating and strange.

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Deutschland genehmigte vor Freilassung Deniz Yücels Rüstungsexporte in die Türkei

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Die deutsche Regierung hat in den Wochen vor der Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel aus türkischer Haft zahlreiche Rüstungsexporte in die Türkei genehmigt.

Neue Zürcher Zeitung

Insgesamt wurden im Zeitraum zwischen dem 18. Dezember 2017 und dem 24. Januar 31 Genehmigungen erteilt, wie aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag auszugsweise vorlag.

Spezialpanzer- oder Schutzausrüstung

Auf der Ausfuhrliste des Ministeriums sind die einzelnen Positionen chiffriert. Wie das «Redaktionsnetzwerk Deutschland» (RND), die zentrale Redaktion der Madsack Mediengruppe, berichtete, steht aber eines der Kürzel, A0013, für Spezialpanzer- oder Schutzausrüstung.

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