Sind Tierversuche noch notwendig?


Tierversuche sind hochumstritten – Befürworter verweisen auf wichtige Erkenntnisse für die Medizin, Kritiker sprechen von unzulässiger Gewalt. (Deutschlandradio / Thilo Schmidt)
Viele medizinische Erkenntnisse gehen auf Tierversuche zurück. Wissenschaftler halten Experimente mit Tieren daher oft für unverzichtbar – obwohl es inzwischen auch Alternativmethoden gibt. Sie werden bloß nicht ausreichend anerkannt.

Von Thilo Schmidt, Anna Loll | Deutschlandfunk Kultur

Die kriechende Kälte und der Schneeregen scheint die Rhesusaffen in einem Freigehege des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen nicht zu stören.

Das Deutsche Primatenzentrum, kurz DPZ, auf dem Universitätscampus im Norden Göttingens ist eine staatseigene GmbH. Sie ist auf Züchtung und auf Versuche mit Affen spezialisiert.

Die Rhesusäffchen mit ihren hellen Gesichtern hüpfen über die Gerüste und klettern den Maschendrahtzaun hoch. Ein Weibchen mit ihrem Baby auf dem Rücken balanciert im Hintergrund über ein Seil. Affen, die hier sind, weil das DPZ mit ihnen experimentiert. Affen, unsere nächsten Verwandten, von denen wir wissen, dass sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben, Werkzeuge benutzen, trauern. Susanne Diederich, die Pressesprecherin des DPZ, führt über das Gelände.

„Die Jungtiere der Weibchen, wenn die etwa drei Jahre alt sind, würden die Männchen normalerweise die Gruppe verlassen. Das können sie hier ja nicht, weil sie ja nicht abwandern können. Das heißt die Männchen, wenn die etwa so drei Jahre alt sind, werden aus der Gruppe genommen und werden dann Versuchstiere. Und die Weibchen bleiben aber immer in der Gruppe … die sehen halt auch aus wie alte Menschen. Ne? Die bleiben halt drin, auch wenn sie keine Jungtiere mehr kriegen, bis sie halt irgendwann sterben. Weil die für das Gruppengefüge so wichtig sind.“

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