Warum ist Erdogans Hass so erfolgreich?


Er baut Feindbilder auf, die ihm nützen: Präsident Erdogan Quelle: AP
Der türkische Präsident schafft es, mit seinem ultranationalistischen Kurs sogar säkular eingestellte Türken zu gewinnen. Der Westen hat bisher keine Antwort darauf gefunden.

Von Zafer Senocak | DIE WELT

Im Jahr 1945 veröffentlichte der Philosoph Karl Popper sein epochemachendes Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“. Dieses Buch hat das Denken der freiheitlichen Gesellschaften geprägt und diesen während des Kalten Krieges Orientierung gegeben.

Heute müsste es wiederentdeckt werden. Denn wir sind gerade Zeugen der Gründung einer Internationale, die man als ein Bündnis der Feinde der offenen Gesellschaft bezeichnen kann. Dieses Bündnis reicht inzwischen von China bis nach Europa hinein und bedroht global den Frieden und die Sicherheit.

Ihre giftige Wirkung aber entfaltet diese Bewegung in Ländern, in denen die Demokratie nicht gefestigt ist, wie zum Beispiel in der Türkei, aber auch in Teilen Osteuropas. Ankara ist inzwischen zu einem Symbol der Wiederkehr längst überwunden geglaubter Denkmuster geworden, die nicht mehr nur den Frieden in der Türkei selbst bedrohen.

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