Bericht: Trump befürwortet Exekution von Drogendealern

Image: NBCNews/YouTube
Beim Kampf gegen Drogen sieht der US-Präsident die Philippinen als Vorbild, heißt es in Medienberichten.

Die Presse.com

US-Präsident Donald Trump hat sich einem Bericht zufolge wiederholt für die Exekution von Drogendealern ausgesprochen. Nach Angaben des Informationsdienstes Axios sagte Trump über Drogenhändler unter anderem: „Wisst Ihr, die Chinesen und die Philippiner haben kein Drogenproblem. Sie töten sie einfach.“

Dem Bericht zufolge, der sich auf mehrere Quellen im Weißen Haus stützt, stellt Trump Drogendealer auf eine Stufe mit Serienmördern. Die Todesstrafe sei für alle angemessen. Dieser Ansicht ich auch der philippinische Präsident Rodrigo Duterte, der seit seinem Amtsantritt einen brutalen Anti-Drogen-Krieg entfacht hat. Dabei sind tausende Menschen umgekommen.

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Stellarer Test für Einsteins Theorie

In wenigen Wochen kommt der Stern S0-2 dem – unsichtbaren – Schwarzen Loch im Milchstraßenzentrum extrem nahe – er soll dann zeigen, ob Einsteins Relativitätstheorie stimmt. © S. Sakai, A. Ghez/ W.M. Keck Observatory/ UCLA Galactic Center Group
Spannender Test: Ein heller Stern im Herzen der Milchstraße wird demnächst Einsteins Relativitätstheorie auf die Probe stellen. Denn der Stern S0-2 kommt in diesem Sommer dem massereichen Schwarzen Loch Sagittarius A* besonders nahe. Astronomen werden dann messen, ob dessen enorme Schwerkraft zu der von Einstein vorhergesagten Rotverschiebung des Sternlichts führt. Dass der Stern für diese Messung geeignet ist, haben nun Forscher bestätigt.

scinexx

Im Zentrum unserer Galaxie liegt ein unsichtbarer Gigant: das supermassereiche Schwarze Loch Sagittarius A. Es konzentriert rund vier Millionen Sonnenmassen auf kleinstem Raum und beeinflusst mit seiner Schwerkraft alle umliegenden Sterne und Gaswolken. Der Stern S0-2 kommt dem Schwarzen Loch dabei besonders nahe: Er umkreist es in einer elliptischen Bahn, die ihn alle knapp 16 Jahre bis auf 17 Lichtstunden an Sagittarius A heranbringt – und in diesem Sommer ist es wieder soweit.

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Kirchliches Arbeitsrecht erneut vor dem EuGH

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

2009 wurde der Chefarzt einer katholischen Klinik entlassen, weil er ein zweites Mal geheiratet hatte. Jetzt, fast zehn Jahre später, erreicht der Fall aus Deutschland den Europäischen Gerichtshof.

Von Michael Merten | katholisch.de

Knapp ein Jahrzehnt beschäftigt der Fall nun schon die verschiedensten Gerichte, und ein Ende ist nicht in Sicht. 2008 war es, als der damalige Chefarzt eines katholischen Krankenhauses vor das Standesamt trat und heiratete. Nach staatlichem Verständnis kein Problem, seine erste Frau und er hatten sich schließlich scheiden lassen. Doch ausgehend vom kirchlichen Verständnis der Ehe als unauflösliches Sakrament sah der Träger seines Krankenhauses darin einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß bei einem leitenden Mitarbeiter. Dem Chefarzt wurde 2009 gekündigt.

Der Mediziner ging gegen die Entlassung vor. Aus seiner Sicht verstieß diese gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, da eine Wiederheirat bei evangelischen Chefärzten nach der katholischen Grundordnung des kirchlichen Dienstes nicht zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führe. Mit dieser Sichtweise hatte er Erfolg; das Arbeits- und das Landesarbeitsgericht Düsseldorf sowie 2011 schließlich auch das Bundesarbeitsgericht gaben ihm Recht. Doch in der komplexen Gemengelage kam es zur Konfrontation der obersten deutschen Gerichte.

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Skurril: Raupe schleudert Käfer durch die Luft

Alles andere als wehrlos: Diese Raupe weiß sich gegen Käfer-Attacken gekonnt zu verteidigen. © Science Magazine/ AAAS
Von wegen leichte Beute: Mottenlarven mögen für räuberische Käfer nach einem schnellen Fressen aussehen – doch zumindest bei den Raupen einer in Asien heimischen Art ist das keineswegs der Fall. Sie verfügen über ein ganzes Arsenal an Strategien, um Feinde außer Gefecht zu setzen. Zu den Waffen der Raupen zählen dabei nicht nur gezielte Schläge, angsteinflößende Geräusche und eine körpereigene „Chemiewaffe“. Sie können Angreifer sogar durch die Luft schleudern, wie Forscher berichten.

scinexx

Der Kampf ums Dasein in der Natur ist hart: Wer daraus als Sieger hervorgehen will, braucht kluge Strategien. Das gilt für Tiere, die eher am unteren Ende der Nahrungskette stehen, umso mehr. Viele von ihnen haben im Laufe der Evolution daher effektvolle Methoden zur Feindesabwehr entwickelt: Es gibt Fische, die ihre Widersacher mit Drogen außer Gefecht setzen, Käfer, die gefräßige Kröten zum Kotzen bringen und Schnecken, die Feinde mit ihrem Haus im wahrsten Sinne des Wortes in die Flucht schlagen.

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Antidepressiva: „Größtenteils nutzlos und potenziell schädlich“

Grafik: TP
Michael P. Hengartner ist promovierter Psychologe und forscht an der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Von 2009 bis 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Seit 2015 ist er auch Dozent für Psychosoziale Medizin an der Universität Zürich und für Psychopathologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Interview Stephan Schleim | TELEPOLIS

Seine Forschungsschwerpunkte sind klinische Psychologie, Sozialpsychiatrie und die Verbreitung (Epidemiologie) psychischer Störungen.

Wichtiger Hinweis des Autors: Das Absetzen von Antidepressiva kann zu Entzugserscheinungen oder der Verschlimmerung bestimmter Symptome führen. Bitte unternehmen Sie keine solchen Schritte ohne die Betreuung einer erfahrenen Vertrauensperson.

English version of the interview.

Herr Dr. Hengartner, warum haben Sie sich mit der Forschung zu Antidepressiva beschäftigt?

Michael P. Hengartner: Hier muss ich etwas ausholen: Als Forscher interessierte ich mich schon früh für die Methoden- und Wissenschaftslehre. Wie zuverlässig ist die Forschung insgesamt? Aber auch speziell die Forschung in der Psychologie oder Psychiatrie? Zudem befasste ich mich viel mit Statistik und der Art und Weise, wie Forschende die Statistik mitunter missbrauchen und fehlinterpretieren.

Natürlich hatten wir inzwischen auch die Replikationskrise in der Psychologie: Warum lassen sich so viele Studienergebnisse nicht wiederholen? Zudem scheint es fast überall einen „publication bias“ zu geben. Das heißt, positive Ergebnisse werden geschönt und publiziert, negative Befunde verschwinden aber in der Schublade. Viele Forscher versuchen, ihre Fachrichtung zu verkaufen – und sind darum voreingenommen.
Ich schaute mir auch Forschung zur Wirksamkeit von Psychotherapie an. Dann stieß ich auf die kritischen Arbeiten zur Wirksamkeit von Antidepressiva der britischen Psychiater David Healy und Joanna Moncrieff, des amerikanischen Psychologen Irving Kirsch oder des dänischen Arztes und Direktors der nördlichen Cochrane-Zenters Peter Gøtzsche. Ich war schockiert über das Ausmaß methodischer Verzerrungen in diesen Antidepressiva-Studien.
In Ihrem neueren Übersichtsartikel kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Antidepressiva – konkret geht es um die gängigsten Medikamente vom Typ SSRI und SNRI – größtenteils nutzlos und potenziell schädlich sind. Können Sie das kurz erklären?
Michael P. Hengartner: Das Hauptproblem von Studien zu Antidepressiva ist, dass sie vom Entwurf an falsch sind, auf Englisch sagt man: „flawed by design.“ Schon bevor die eigentlichen Beobachtungen beginnen, ist alles darauf ausgerichtet, dass man am Ende möglichst einen signifikanten Effekt zugunsten der Medikamente findet. Dabei sollten randomisierte und Placebo-kontrollierte Studien eigentlich solche Verzerrungen vermeiden.
In der Praxis kann davon aber oft keine Rede sein. So werden etwa vor der Hauptuntersuchung schon Teilnehmer ausgeschlossen, die stark auf ein Placebo, also eine wirkungslose Kontrollsubstanz, reagieren. Warum tut man das? Weil so die Wahrscheinlichkeit höher wird, dass das Medikament später eine stärkere Wirksamkeit zeigt als das Placebo.

Homosexualität widerspricht der Schöpfungsordnung

Bild: bpb.de
„Die ‚Ehe für alle‘ ist seit 2017 politische Realität, aber soll die katholische Kirche deshalb über die Segnung homosexueller Paare nachdenken, wie Bischof Franz Josef Bode und Kardinal Marx vorschlagen?“

Von Manfred Spieker | kath.net

Die „Ehe für alle“ ist seit 30. Juni 2017 politische Realität, gewiss, aber soll die katholische Kirche deshalb über die Segnung homosexueller Paare nachdenken, wie Bischof Franz Josef Bode und Kardinal Marx vorschlagen? Ja, sie soll darüber nachdenken, allerdings mit einem anderen Ergebnis als die beiden Bischöfe, unterstützt von manchen Moraltheologen, suggerieren. Grundlage für die Frage einer Segnung homosexueller Paare ist die Lehre der katholischen Kirche zur Homosexualität. die im Hinblick auf die Bibel oft unzureichend und im Hinblick auf den Katechismus oft falsch dargestellt wird. Die Lehre der Bibel über Homosexualität gründet im Buch Genesis: Gott schuf den Menschen als sein Abbild, als Mann und Frau. Er segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehret euch. Jesus stützt sich in einem Streitgespräch mit Pharisäern auf diese Stelle und ergänzt: Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und die beiden werden ein Fleisch sein (Mt 19,4-6). Das Buch Genesis schließt Homosexualität als Schöpfungsvariante aus. Die Lehre über Homosexualität ist keine Reaktion auf heidnische Kulte in der Antike, sondern die logische Folge des biblischen Menschenbildes. Auch für den Apostel Paulus richtet sich homosexuelles Verhalten gegen die Schöpfungsordnung und damit gegen den Schöpfer. Aus der Bibel lässt sich also sehr wohl ableiten, dass Homosexualität gegen den Willen Gottes und die Schöpfungsordnung gerichtet ist.

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Islamfeindliche Stimmung – Mehr Angriffe auf Moscheen in Bayern

Angriffe auf Moscheen oder muslimische Gebetsräume haben in den letzten Jahren in Bayern deutlich zugenommen. Dies beklagen muslimische Moscheevereine. SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher zeigt sich besorgt.

Von Danien Knopp | BR24

Sachbeschädigung, Beleidigung, Störung der Religionsausübung und Brandstiftung. Die Liste der Straftaten in Bayern, bei denen Moscheen oder muslimische Gebetsräume Angriffsziele waren, wird Jahr für Jahr länger. Dabei sei die muslimfeindliche Stimmung längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sagt der Vorsitzende der DITIB in Südbayern, Aykan Inan:

„In den letzten Jahren haben Mails und Briefe zugenommen, in denen mit Name und Adresse, sogar mit kurzem Lebenslauf erwähnt wird, wer es ist. Zum Beispiel pensionierter Lehrer oder Beamter oder sogar Lehrer im Amt. Verhältnismäßig viele Beamte schreiben uns Briefe, in denen sie ihren Hass gegenüber dem Islam zum Ausdruck bringen.“

Aykan Inan, Vorsitzender der DITIB in Südbayern

SPD-Fraktion im Landtag besorgt

Mitten in der Gesellschaft angekommen sieht auch die SPD im Bayerischen Landtag die islamfeindliche Stimmung in Bayern. Besorgniserregend ist dies für den SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher, der im letzten Jahr im Landtag eine Anfrage zu islamfeindlich motivierten Straftaten gestellt hatte.

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Tod: Letztes Leuchtfeuer im Gehirn

Kriegt das Gehirn nicht genug Sauerstoff, löst sich das Spannungsgefälle der Nervenzellen auf – wie eine Welle rollt dieses Ereignis durchs Gehirn. Der Vorgang ist aber wieder umkehrbar. © phonlamai / thinkstock
Der Anfang vom Ende: Kurz vor dem Tod eines Menschen fegt eine elektrochemische Entladungswelle wie ein Tsunami durch das Gehirn. Dieses Phänomen haben Wissenschaftler jetzt in sterbenden Patienten mit Sauerstoffmangel im Gehirn beobachtet. Wie sie berichten, leitet diese Welle den Sterbeprozess des Gehirns ein, der Prozess ist jedoch bis zu einem gewissen Grad reversibel.

scinexx

Von allen Organen des Körpers reagiert das Gehirn am empfindlichsten auf Sauerstoffmangel. Stoppt seine Blutversorgung – etwa nach einem Herzstillstand – stellt das Gehirn von Tieren schon nach 20 bis 40 Sekunden seine Aktivität ein – es ist im Energiesparmodus. Sind auch die letzten Reserven aufgebraucht, bricht das energiebedürftige Ionen- und Spannungsgefälle zwischen dem Inneren der Nervenzellen und ihrer Umgebung zusammen.

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Der Albtraum vom Kalifat

Graffiti in einem zerstörten Haus im Süden der Philippinen nach Kämpfen zwischen Regierungstruppen und IS-nahen Milizen. (Foto: REUTERS)
  • Die philippinische Stadt Marawi war 154 Tage unter den Kontrolle von islamistischen Extremisten.
  • Nach deren Vertreibung warnt das Militär, dass die Aufständischen noch immer ihren Plan verfolgten, im Süden der Philippinen ein Kalifat zu errichten.
  • Für die Philippinen und die gesamte Region Südostasien ist dies eines der größten Sicherheitsrisiken.

Von Arne Perras | Süddeutsche Zeitung

Die Erinnerungen an die lange Schmach von Marawi sind noch wach. Es dauerte 154 Tage, bis es dem philippinischen Militär gelang, die Stadt einigen Hundert islamistischen Extremisten zu entreißen. Und besonders in den ersten Wochen der Gefechte nutzen Terroristen offenbar viele Schlupflöcher im Belagerungsring, um sich unerkannt aus der Stadt zu schleichen.

Das rächt sich jetzt, wie man an den jüngsten Äußerungen aus dem philippinischen Militär erkennen kann. Die flüchtigen Kommandos, die sich zum sogenannten Islamischen Staat (IS) bekennen, konnten offenbar viele Geld aus Banken in Marawi plündern, dazu Schmuck und Waffen. Und nun nutzen sie diese Mittel, um sich für den nächsten Schlag zu rüsten.

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Nonnen-Anwärterin kämpft um Bleiberecht in leerem Kloster

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Eine Juristin, die in dem aufgelösten Birgitten-Kloster Altomünster lebt und dort Nonne werden will, wehrt sich weiter gerichtlich gegen ihren Auszug.

suedost-news.de

Heute verhandelt das Landgericht München II über die Vollstreckung einer Räumungsklage der Erzdiözese München und Freising. Die 39 Jahre alte Claudia Schwarz hatte bereits Mitte Februar vor dem Verwaltungsgericht München erstritten, trotz teils mangelhaften Brandschutzes bleiben zu können. Sie zog dazu in eine andere Zelle um. Gott führe sie, sagte sie. Es sei ihre Berufung, in Altomünster Nonne zu werden.

Der Vatikan hatte die Auflösung des Klosters beschlossen, weil dort nur noch eine Nonne gelebt hatte. Die Mindestbesetzung bestünde nach Kirchenrecht aus drei Ordensfrauen. Die Nonne legte gegen die Auflösung des Klosters Einspruch beim Vatikan ein, beugte sich aber schließlich der Entscheidung und zog im Februar 2017 aus.

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Ist der Mond wasserreicher als gedacht?

Offenbar gibt es auf der gesamten Mondoberfläche gebundenes Wasser © NASA/GSFC
Wasser fast überall? Auf dem Mond könnte es mehr Wasser geben als bisher gedacht – und das nicht nur an den Polen. Spektrometerdaten einer Mondsonde legen nahe, dass fast überall auf der Mondoberfläche Wasser als Hydroxyl (OH) an das Gestein gebunden ist. Entgegen vorherigen Annahmen könnte dieses Wasser sowohl tagsüber als auch nachts vorhanden sein, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ berichten.

scinexx

Lange galt der Erdtrabant als extrem trocken, doch inzwischen mehren sich die Hinweise auf das Gegenteil. So könnte es in der Polarregionen sogar meterdicke Eisschichten in schattigen Kratern und vielleicht sogar eishaltige Lavahöhlen geben. Außerdem deuten Messungen der Mondsonde Chandrayaan-1 darauf hin, dass der Sonnenwind zumindest tagsüber chemische Reaktionen auslöst, die im Regolith einen dünnen Film aus Hydroxyl (OH) und Wasser entstehen lässt.

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Familiennachzug für Flüchtlinge bleibt ausgesetzt

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe © Mehr Demokratie @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Das Bundesverfassungsgericht hat einen Antrag zur Erteilung vorläufiger Visa zum Familiennachzug abgelehnt. Der Entscheidung lag der Fall von drei minderjährigen Mädchen aus Somalia zugrunde. Sie wollten zu ihrer Mutter nach Deutschland, die subsidiär schutzberechtigt ist.

MiGAZIN

Die Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus bleibt vorerst weiter bestehen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss den Antrag auf einstweilige Aufhebung der gesetzlichen Bestimmung und zur Erteilung vorläufiger Visa zum Familiennachzug abgelehnt. (AZ: 2 BvR 1459/17)

Anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention können ihre Familie nach Deutschland nachholen. Für Flüchtlinge mit sogenanntem subsidiären Schutz allerdings ist seit Inkrafttreten des „Asylpakets II“ im März 2016 der Familiennachzug ausgesetzt.

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NSU: Ein Lehrstück, wie der Verfassungsschutz den Rechtsstaat manipuliert

Grafik: TP
Untersuchungsausschuss in Brandenburg beleuchtet Fall Szczepanski – Ein Lehrstück, wie der Verfassungsschutz den Rechtsstaat manipuliert

Thomas Moser | TELEPOLIS

Der Zschäpe-Prozess in München wird in den kommenden Wochen voraussichtlich tatsächlich zu Ende gehen – der Skandal namens „NSU“ aber bleibt. Dazu zählt die tiefe Verstrickung des Verfassungsschutzes (VS) in die Mordserie. Er hatte in den rechtsextremen Szenen eine Reihe von V-Leuten im Einsatz, lange bevor das Trio Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe vor der Polizei floh.

Die VS-Geschichte lief bereits, als die NSU-Geschichte begann. Eine wichtige Figur dabei ist Carsten Szczepanski aus Berlin, Neonazi und Informant des Geheimdienstes namens „Piatto“. Der Untersuchungsausschuss von Brandenburg bemüht sich, seine Rolle zu rekonstruieren – und stößt auf bemerkenswerte Funde. Auf einen Verfassungsschutz, dem es offensichtlich gelingt, rechtsstaatliche Verfahren zu manipulieren. Auf einen V-Mann, der allem Anschein nach auch aus dem Justizministerium heraus gedeckt wird. Ein Lehrstück.

„Piattos“ Geschichte kurz von hinten her erzählt: Schon ab 1998 hatte er in Chemnitz Kontakt zum Umfeld des untergetauchten Trios. Spätestens im August 1998 wusste er, dass die drei sich bewaffnen und Raubüberfälle planen. Das meldete er auch dem Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) von Brandenburg. 1994 hatte er sich im Knast zur Zusammenarbeit mit dem Dienst bereiterklärt. Inhaftiert war er, weil er 1992 versucht hatte, einen nigerianischen Flüchtling zu ermorden. Doch weil Carsten Szczepanski auch zu jenem Zeitpunkt höchst wahrscheinlich bereits mit einer Geheimdienststelle in Verbindung stand, was offiziell aber mit Schweigen belegt wird, muss seine Geschichte an der Stelle auch von vorne erzählt werden.

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Warum nicht das Fahrverbot selber machen?

Aktion „Tag ohne Auto“ auf den Champs Elysées, 27. September 2015. Bild: Ulamm / GNU Free Documentation License
Warum wurden am Wochenende keine Straßenkreuzungen blockiert? Stattdessen starrt die Umweltbewegung wie das Kaninchen auf die Schlange auf die Entscheidung der Justiz

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Seit Wochen ist das Thema Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in den Medien. Eigentlich sollte das Bundesverwaltungsgericht schon letzten Donnerstag einen Beschluss fassen. Das Gericht hat sich auf kommenden Dienstag vertagt, wohl auch um der Bundesregierung Zeit für mögliche Vorbereitungen für eventuelle Fahrverbote zu geben. Auffällig ist, dass kurz nach der Vertagung bekannt wurde, dass die Bundesregierung Vorbereitungen dafür trifft.

Was man aber vermisst, war das Zeichen für die Existenz einer außerparlamentarischen Umweltbewegung. Schließlich war gerade sie über Jahrzehnte, wenn es um AKWs ging, und seit einigen Jahren auch in der Bewegung für die Abschaltung der Kohlekraftwerke als eigener Faktor präsent. „Alles muss man selber machen“, lautete die richtige Erkenntnis.

Nur beim Kampf gegen die jahrzehntelange Vergiftung von Mensch und Umwelt durch den Individualverkehr scheint dieses Motto nicht zu gelten. Dabei wäre hier die vielbeschworene Kreativität und Spontanität der Umweltbewegung leicht umzusetzen. Schließlich bräuchte man keine langen Fahrten zu Standorten von AKWs und Kohlekraftwerken auf sich zu nehmen. Denn das Neckartor ist überall.

So wie die hoch mit Autogift kontaminierte Straße in Stuttgart hat jede Stadt ihre besonders umweltschädlichen Ecken. Warum gab es keinen Aufruf, die Zeit bis zur gerichtlichen Entscheidung zu nutzen, um schon mal in Eigenregie ein Fahrverbot umzusetzen? Man hätte nur am Samstagsmittag zum Flashmob auf diesen Straßen aufrufen sollen.

Wären in vielen Städten an diesen vielbefahrenen Straßen Menschen auf die Fahrbahn getreten und hätten sie nicht wieder verlassen oder hätten sie das Bedürfnis verspürt, in großen Gruppen die Straße immer wieder zu überqueren, dann wäre der Autoverkehr zum Stehen gekommen. Dann wäre genau das eingetreten, was fast regelmäßig auf Autobahnen passiert. Nur hätte dieser Stau ein politisches Ziel, das über die Debatte um Diesel und Fahrverbote hinausgehen muss.

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Gesetz soll AfD in Gedenkstätten-Stiftungsrat verhindern

Nach Protesten von KZ-Überlebenden gegen eine Beteiligung der AfD im Stiftungsrat der niedersächsischen Gedenkstätten will der Landtag nun das Gedenkstätten-Gesetz ändern.

evangelisch.de

Dazu liegt ein interfraktioneller Antrag von CDU, SPD, Grünen und FDP vor, über den das Parlament am Dienstag beschließen könnte. Im Kulturausschuss hatten die vier Parteien am 16. Februar gegen die Stimmen der AfD den Gesetzesentwurf bereits gebilligt.

Nach aktueller Gesetzeslage hat jede Fraktion das Recht, ein Mitglied in den Stiftungsrat zu entsenden – auch die AfD. Das hatte zu massiven Protesten von Überlebenden-Verbänden geführt, die befürchten, dass mit der AfD Revisionisten und Holocaust-Verharmloser in den Rat einziehen. Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle ist Trägerin der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Sie hatte seit der Landtagswahl mehrere Briefe von Überlebenden-Verbänden aus Israel, Frankreich und den USA erhalten. Diese forderten, dass kein AfD-Mitglied in das Gremium entsandt wird.

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Zum Abschuss freigegeben

In großer Gefahr. Der Bauernverband möchte hierzulande 70 Prozent aller Wildschweine töten.Foto: dpa
Die Politik will massenhaft Wildschweine töten lassen, um die Schweinepest zu verhindern. Doch das ist gar nicht so leicht.

Von Heike Jahberg | DER TAGESSPIEGEL

Deutschland erklärt seinen Wildschweinen den Krieg. Um das Land vor der Afrikanischen Schweinepest zu schützen, macht der Staat mobil. Am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett, die Schonzeiten für Wildschweine aufzuheben. Die Tiere dürfen nun ganzjährig gejagt werden. Nur Bachen mit Frischlingen bleiben verschont. Brandenburg will sich gar mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz anlegen und Jägern den Einsatz von Nachtsichtgeräten und künstlicher Beleuchtung erlauben. Und auch für den Ernstfall hat sich das Land vorbereitet: Saufänger – Fallen – sind bereits angeschafft, Container für Kadaver stehen bereit, und auch der Einsatz von Berufsjägern ist geplant.

Das Virus in der Nachbarschaft

Der Ernstfall ist das, was Bauern und Politiker am meisten fürchten: der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland. Noch ist es nicht so weit, aber das Virus, das ursprünglich aus Afrika kommt, rückt näher. In Polen und Tschechien hat es bereits Fälle gegeben, die Epidemie ist nur noch 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

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„IS“-Mitgliedschaft: Irakisches Gericht verurteilt Türkinnen zum Tode

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Sie schlossen sich dem „Islamischen Staat“ an und landeten in Gefangenschaft im Irak: Mehr als einem Dutzend Frauen aus der Türkei droht bald die Todesstrafe.

SpON

Ein Strafgericht in der irakischen Hauptstadt Bagdad hat am Sonntag 15 türkische Frauen zum Tod durch Erhängen verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu sein. Alle Frauen hätten gestanden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus irakischen Justizkreisen. Eine weitere türkische Angeklagte soll laut den Informationen eine lebenslange Haftstrafe bekommen haben.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet indes von 16 Todesstrafen gegen türkische Frauen: Einem Richter zufolge können die Betroffenen auch noch in Berufung gehen.

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Dröge: Asylanträge von Getauften sorgfältig prüfen – bei Ungetauften sorglos?

Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge hat die staatlichen Behörden zu einer sorgsamen Prüfung von Asylanträgen getaufter Flüchtlinge aufgefordert.

evangelisch.de

„Wir haben es in der letzten Zeit erlebt, dass bei der Prüfung der Asylanträge nicht richtig ernst genommen wurde, wenn Geflüchtete sich in unseren Gemeinden haben taufen lassen“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Sonntag in der Berliner Marienkirche. Er fügte hinzu: „Wir sprechen es unserem Staat nicht ab, Asylanträge auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu prüfen – aber wir erwarten eine sorgsame und gewissenhafte Prüfung.“

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Bagatellisierung rasenden Unrechts

Dieses Kreuz am Straßenrand in Köln erinnert an den tödlichen Unfall einer Radfahrerin. Die 19-Jährige wurde Opfer eines illegalen Autorennens. (Foto: Oliver Berg/dpa)
Der Bundesgerichtshof entscheidet diese Woche über Mord in Straßenverkehr. Das Urteil könnte Leben retten.

Von Heribert Prantl | Süddeutsche Zeitung

Es war an seinem neunzigsten Geburtstag, kurz vor Weihnachten 2017. Christian Schütze, Journalist und Schriftsteller, hatte seine Großfamilie, viele Freunde und Weggefährten ins Wirtshaus Flößerei in Wolfratshausen eingeladen. Schöne Ansprachen waren gehalten worden, der Jubilar selbst hatte brilliert mit einer wunderbaren, fast frei gehaltenen Rede über „Die Zeit als Rohstoff des Lebens“. Er schlug darin den Bogen vom alten Augustinus hin zu seinem philosophischen Lehrer Hans-Georg Gadamer in Heidelberg – und kam dann zum Fazit: Die schönste Methode, Zeit ohne schädliche Nebenwirkungen zu nutzen, sei das Verschenken: „Wir können anderen Menschen Zeit schenken und tun es ja auch oft. Denn geschenkte Zeit bringt den größten Gewinn. Es gibt keine bessere Verwendung für den wertvollsten Rohstoff des Lebens.“

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Over 20,000 protest in Tel Aviv against plan to deport asylum seekers

Right-wing Israeli activists protest in support of the deportation of African asylum seekers from Israel, February 21, 2018 (Tomer Neuberg/Flash90)
Two men detained for questioning ahead of demonstration over Facebook posts calling for a violent counter-rally

By Melanie Lidman | The Times of Israel

More than 20,000 African asylum seekers and Israelis demonstrated next to the New Central Bus Station in south Tel Aviv on Saturday night, in protest of the government’s plan to deport the asylum seekers, which is set to begin in March.

“We didn’t choose to come to south Tel Aviv, they didn’t hand out maps to Levinsky Street in the Sinai desert,” Togod Omer, an asylum seeker from Darfur, Sudan, said as he addressed the thousands of people from the stage. “When we came, they gave us a one-way ticket to the new Central Bus Station.”

“We are all victims in this story, both the asylum seekers and the veteran Israelis,” Omer continued, in reference to those living in Tel Aviv’s southern neighborhoods. “We’re all living here together and they are always trying to get us to hate one another.”

Thousands of people filled Levinsky street chanting “the people demand a stop to the deportations!” with signs quoting Jewish texts about loving the stranger.

There are approximately 38,000 African asylum seekers in Israel, according to the Interior Ministry. About 72 percent are Eritrean and 20% are Sudanese. The vast majority arrived between 2006 and 2012. A law approved by the Knesset in December stipulates that the Interior Ministry will deport asylum seekers to Rwanda and Uganda starting in March.

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