Nach Schulmassaker: Kirche plant Zeremonie mit AR-15 Gewehren

Kardinaler Waffennarr. Themenbild.
„Herrschen mit eiserner Faust“: Eine Religionsgemeinschaft in den USA bereitet einen Gottesdienst mit Schusswaffen vor. Erwartet werden Hunderte Teilnehmer, eine nahegelegene Schule zieht kurzzeitig um.

SpON

Eine Religionsgemeinschaft im US-Staat Pennsylvania plant einen Gottesdienst mit Schusswaffen. Die „World Peace and Unification Sanctuary“-Kirche hat ihre Mitglieder dazu aufgefordert zu einer bestimmten Zeremonie AR-15 Gewehre mitzubringen. Dieser Waffentyp, so glauben die Anhänger, würde den „Herrscherstil der eisernen Faust“ der biblischen Johannesoffenbarung symbolisieren.

Die Gemeinschaft, eine Abzweigung der auch als Moon-Bewegung bekannten Vereinigungskirche, hat explizit Paare aufgefordert, halbautomatische Gewehre zu der speziellen „Bekenntnis-Zeremonie“ mitzubringen. Für die Veranstaltung am Mittwoch werden mehrere hundert Teilnehmer erwartet.

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Ein Hund schafft es in die SPD, ein Religionskritiker nicht

Bild: bb
„Für eine offene, freie Gesellschaft“ kann man auf der Startseite der SPD lesen. Dass diese Offenheit nicht unbedingt Religionskritik miteinschließt, zeigt ein Fall in Augsburg: David Farago wollte in die SPD eintreten und wurde abgelehnt – wegen kirchenkritischer Äußerungen im Internet.

Von Gisa Bodenstein | hpd.de

„Bei Wahlen gibt man seine Stimme ab. Wörtlich heißt das für mich, alle vier Jahre darf der Bürger einmal mitbestimmen, dann ist die Stimme wieder weg. Dass es eine Partei gibt, in der der Bürger seine Stimme behalten darf, finde ich fantastisch“, sagt David Farago, Mitarbeiter der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und Initiator der Kunstaktion „11. Gebot“. „Ich hatte schon länger überlegt, in eine Partei einzutreten, obwohl eigentlich keine Partei so richtig zu mir passt. Aber ich denke, nur durch die SPD wird es möglich sein, dass sich in Deutschland politisch etwas ändert“. Das anstehende Mitgliedervotum gab den Ausschlag: Alle SPD-Mitglieder sind aufgerufen, bis zum 2. März über den Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD zu entscheiden.

Am 1. Februar suchte Farago die Geschäftsstelle der SPD in seinem Wohnort Augsburg auf und stellte einen Mitgliedsantrag. Der Stichtag, um an der Entscheidung über eine Neuauflage der Großen Koalition teilzunehmen, war der 6. Februar. Genug Zeit also, um rechtzeitig aufgenommen zu werden – sollte man meinen. Eine Woche später, am 8. Februar, erhielt David Farago ein Antwortschreiben der SPD. Allerdings nicht mit einer Aufnahmebestätigung, sondern einer Ablehnung:

„Die Geschäftsstelle Augsburg-Stadt hat uns als zuständigen Ortsverein über Ihren Wunsch informiert, der SPD beizutreten. Gemäß Organisationsstatut der SPD hat der Ortsvereinsvorstand über die Aufnahme zu entscheiden und kann binnen eines Monats die Aufnahme ablehnen. In diesem Fall hat der SPD-Ortsvereinsvorstand von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und Ihren Aufnahmeantrag abgelehnt.

Sollten Sie gegen diese Entscheidung des Ortsvereinsvorstandes Widerspruch einlegen wollen, so steht Ihnen der Weg binnen eines Monats offen. In diesem Fall müssten Sie sich an den SPD-Unterbezirksvorstand Augsburg-Stadt wenden.“

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Religiöses Mobbing: Wenn Gummibärchen in Berliner Schulen plötzlich zum Problem werden

Eine religiös bedeckte Lehrerin. Foto: imago/photothek
In der Debatte um eine Änderung des Berliner Neutralitätsgesetz mischen sich nun auch verstärkt Leiter von betroffenen Schulen ein. „Es gibt bereits heute viele Beispiele von religiösem Mobbing an Schulen“, sagte Hildegard Greif-Groß, Leiterin der Peter-Petersen-Grundschule in Neukölln.

Martin Klesmann | Berliner Zeitung

Wäre es Lehrerinnen erlaubt, religiöse Symbole wie ein Kopftuch zu tragen, würden sich diese Konflikte noch verschärfen. Konkret berichtete die Schulleiterin davon, dass Schüler wegen eines Brotes mit Schweineschinken von strengmuslimischen Mitschülern zur Rede gestellt würden, weil der Koran das verbiete.

„Selbst Gummibärchen werden als nicht sauber angesehen“, sagte sie. Denn dort sei tierische Gelatine von Rindern drin, die nicht „halal“ geschlachtet wurden. Schon Grundschülerinnen würden immer öfter von Familie und Mitschülern unter Druck gesetzt, ein Kopftuch aufzusetzen. „Da gibt der Opa dann 100 Euro dafür.“

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Klimawandel: Pinguine müssen umziehen

Königspinguine sind sehr anspruchsvolle Tiere – das könnte ihnen schon bald zum Verhängnis werden. © Robin Cristofari
Zwangsumzug für Pinguine: 70 Prozent der weltweiten Königspinguin-Kolonien könnten schon bald verschwunden sein. Eine Prognose zeigt: Schreitet der Klimawandel so voran wie bisher, ändert sich das Nahrungsangebot für einen Großteil der Meeresvögel dramatisch. Als Folge brechen die betroffenen Kolonien ein. Ein Umzug in südlichere Gefilde könnte jedoch zumindest einen Teil der Tiere retten, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten.

scinexx

Königspinguine sind sehr anspruchsvolle Tiere: Sie gründen ihre Kolonien, in denen sie sich paaren, Eier legen und Jungtiere großziehen, ausschließlich auf Inseln mit ganz bestimmten Eigenschaften. Neben ganzjährig niedrigen Temperaturen muss die Insel entweder Sand- oder Kiesstrände bieten und darf nicht vollständig von Meereis umschlossen sein. Vor allen Dingen bedarf es aber ertragreicher und stabiler Nahrungsquellen zur Versorgung des hungrigen Nachwuchses.

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Die Entzauberung des „coolen Papstes“

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Manchmal stellt man sich ja einen Papst wie einen König vor. Er „regiert“ über mehr als 1,2 Milliarden Katholiken, spendet Segen und hat sein eigenes Reich namens Vatikan, in dem man Demokratie nur vom Hören und Sagen kennt. Er hat alle Macht, Anordnungen zu geben, denen das Glaubensvolk folgen soll.

FOCUS ONLINE

Franziskus hat vor fünf Jahren den Stuhl Petri erklommen, den „Thron“ der katholischen Kirche. Nach dem Rücktritt von seinem deutschen Vorgänger Papst Benedikt XVI. versprach der bis dahin im Vatikan eher unbekannte Argentinier von Anfang an Erneuerung der Kirche.

Doch auch ein so populärer Papst wie Franziskus ist nach fünf Jahren im Amt an seine Grenzen gestoßen. Den einen ist der 81-Jährige zu modern, manche halten ihn gar für populistisch. Den anderen setzt er zu wenig von seinen Versprechen um.

Ein Papst, anders als die anderen

Schon gleich nach seiner Wahl am 13. März 2013 war klar: Dieser Jorge Mario Bergoglio macht alles anders. Zum ersten Mal seit rund 1000 Jahren wählte ein Pontifex keinen Namen eines anderen Papstes, sondern den eines Heiligen, den von Franz von Assisi. Er verzichtet auf die roten Papstschuhe und auf die Gemächer im Apostolischen Palast.

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Dodo Lütz: „Toleranz ist eine christliche Erfindung“

Der Arzt und Theologe Manfred Lütz spricht im WZ-Interview über Hexenverfolgung, Inquisition und die vielen Überraschungen seines Buchs zur Geschichte des Christentums.

Interview Ekkehard Rüger | Westdeutsche Zeitung

Manfred Lütz ist überzeugt: „Das Christentum ist die unbekannteste Religion der westlichen Welt.“ Der Satz steht am Anfang des Vorworts zu seinem heute erscheinenden Buch „Der Skandal der Skandale – Die geheime Geschichte des Christentums“. Der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor begründet den Satz damit, dass die kursierenden Informationen über das Christentum „grotesk falsch“ seien und die Religion dadurch nachhaltig erschüttert und unglaubwürdig gemacht hätten. Ein Gespräch über vermeintliche Gewissheiten, die bei genauerer Betrachtung der historischen Fakten überraschenden Neubewertungen wichen – auch beim Autor selbst.

Herr Lütz, was hat Sie bewogen, elf Jahre nach dem Erscheinen der Veröffentlichung „Toleranz und Gewalt“ des Kirchenhistorikers Arnold Angenendt dessen geschichtliche Aufarbeitung des Christentums noch einmal neu zu erzählen?

Manfred Lütz: Ich bin ja auch Theologe, habe aber das meiste von dem, was ich in „Toleranz und Gewalt“ gelesen habe, selbst nicht gewusst. Es ist eigentlich peinlich, dass zwar viele Menschen in Deutschland vom christlichen Menschenbild und vom christlichen Abendland reden, aber kaum einer weiß, was das wirklich ist. Sogar die Christen selber schämen sich für ihre eigene Geschichte, ohne sie zu kennen. Darum habe ich zehn Jahre lang versucht, eine allgemeinverständliche Kurzfassung dieses brillanten wissenschaftlichen Werks zu organisieren. Der Herder-Verlag hat dann gesagt: Machen Sie das doch selbst. Jetzt ist es mein wichtigstes Buch geworden. Ich habe es noch um einige Themen ergänzt, sodass jetzt auf 286 Seiten alle so genannten Skandale der Christentumsgeschichte auf dem heutigen Stand der Wissenschaft vorkommen. Ich habe es dann von führenden deutschen Historikern lesen lassen, damit alles stimmt – aber auch von meinem Friseur, damit es schön locker bleibt.

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Brain Drain: Massenauswanderung aus der Ukraine

Poroschenko am 8. Februar bei der Würdigung der 100 „Himmlischen“. Bild: Presidential Administration of Ukraine/CC BY-SA-4.0
Die Post-Maidan-Regierung hat die Hoffnungen der Menschen nicht eingelöst, Millionen haben das Land schon verlassen, ein weiteres Drittel der Bevölkerung ist am Überlegen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Seit Juni 2017 ist für die Ukrainer die Visumspflicht für die EU-Länder weggefallen. Der ukrainische Außenmister sprach davon, dass seitdem monatlich 100000 Ukrainer das Land verlassen hätten. Sie würden nicht nur wegen der höheren Löhne nach Arbeit in anderen Ländern suchen, sondern auch „wegen ihrer Zukunftsvision und der Lebensqualität“. Vergleicht man schon die Löhne zwischen der Ukraine und Polen, wo 1,5 Millionen Ukrainer legal arbeiten und wahrscheinlich eine halbe Million mehr sich aufhalten, dann wird klar, dass die Ukraine wenig attraktiv ist. Durchschnittlich verdient ein Arbeiter in der Ukraine monatlich 7,100 hryvnia ($265), aber in Polen mit 3,500 Złoty ($1,046) etwa das Vierfache.

Damit sagt Klimkin, dass nicht nur die Löhne in der Ukraine gering sind, sondern dass die Menschen auch die Hoffnung verlieren, dass die „Revolution der Würde“, die in eine neue Oligarchenherrschaft gemündet ist, zu einer besseren Gesellschaft führen wird. Die meisten Ukrainer gehen nach Polen und, so Klimkin, ukrainische Kinder würden in den Schulen bereits Polnisch lernen, um sich auf die Emigration vorzubereiten. Jeder dritte Ukrainer soll auf dem Schwarzmarkt arbeiten. Die Arbeitslosigkeit hat sich seit 2014 kaum verändert – und das, obwohl so viele Ukrainer ausgewandert sind und im Ausland arbeiten.

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Zentralrat der Muslime fordert Militärimame für die Bundeswehr

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat erneut den Einsatz von Imamen in der Bundeswehr gefordert.

evangelisch.de

„Es ist eine Schande, dass wir in Deutschland nach so vielen Anläufen und Anstrengungen über fast sechs Jahre nicht mal einen dringend benötigten muslimischen Militärseelsorger installieren konnten“, sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). Die Politik schiebe immer wieder die Bürokratie als Hinderungsgrund vor. Die Bundeswehr sei ein Spiegelbild der Gesellschaft. Militärimame hätten auch eine starke integrationspolitische Signalwirkung.

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Exotischer Zustand: Atome im Atom

Atome im Atom: Die Bahn des Elektrons (blau) in diesem Riesenatom schließt zahlreiche weitere Atome (grün) ein. © TU Wien
Verschluckte Atome: Forscher haben eine ungewöhnliche Verschachtelung von Atomen erzeugt – und einen neuen Zustand der Materie. Bei diesem „schluckt“ die Elektronenhülle eines per Laser aufgeblähten Riesenatoms seine Nachbaratome. Das Ungewöhnliche dabei: Obwohl die mehr als 100 Fremdatome elektrisch neutral sind, gehen sie eine schwache Bindung mit dem Riesenatom ein. Diesen neuartigen Zustand, sogenannte Rydberg-Polaronen, haben die Forscher nun erstmals nachgewiesen.

scinexx

Auch wenn uns ein Tisch oder ein Kaffeebecher fest und massiv erscheinen: Die Atome in diesen Objekten bestehen zum großen Teil aus leerem Raum. Denn der kompakte Atomkern ist von einer großen Hülle umgeben, in der die Elektronen auf bestimmten Bahnen kreisen. Die Größe der Atomhülle und damit auch des gesamten Atoms ist normalerweise für jedes Element spezifisch.

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Erzbistum München distanziert sich von angeblichen Marienerscheinungen

Klerikern wird Teilnahme an vermeintlichen Erscheinungen und Unterstützung für sogenannten Seher untersagt – Salvatore Caputa, der behauptet, ein Seher zu sein, gibt vor, dass ihm die Gottesmutter erschienen sei

kath.net

Das Erzbistum München und Freising distanziert sich von angeblichen Marienerscheinungen in Walpertskirchen (Landkreis Erding) und Unterflossing (Landkreis Mühldorf). Salvatore Caputa, der behauptet, ein Seher zu sein, gibt vor, dass ihm dort die Gottesmutter erschienen sei beziehungsweise zu ihm vorab bekannten Terminen erscheine. Um nicht den falschen Eindruck zu erwecken, dass es sich bei den angeblichen Erscheinungen um kirchlich anerkannte Vorgänge handele, verbietet das Erzbistum allen Klerikern, auf dem Gebiet der Erzdiözese in zeitlichem oder örtlichem Zusammenhang mit den Auftritten Caputas Gottesdienste zu leiten sowie als Kleriker erkennbar an Gottesdiensten oder Versammlungen teilzunehmen. Caputa dürfen keine kirchlichen Räume, Liegenschaften oder Infrastruktur zur Verfügung gestellt oder sonstige Arten der Unterstützung gewährt werden.

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Milchstraße hat Sterne „verstoßen“

Unser Milchstraße hat nicht nur Sterne von anderen Galaxien gestohlen, sie hat auch eigenen Sterne „ausgstoßen“ © NASA/JPL-Caltech/ ESO, R. Hurt
Ausgestoßen: Im Halo der Milchstraße haben Astronomen Sternenklumpen mit einer überraschenden Herkunft entdeckt. Denn sie sind keine „Beute“ aus vereinnahmten Zwerggalaxien, wie bisher angenommen. Stattdessen stammen sie aus dem Milchstraßeninneren und müssen einst von unserer Galaxie nach außen geschleudert worden sein, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Belege dafür fanden sie in der chemischen Zusammensetzung dieser „ausgestoßenen“ Sterne.

scinexx

Die meisten Sterne der Milchstraße bewegen sich in einer Ebene, die die Spiralarme und den zentralen Bereich umfasst. Doch es gibt auch einige Außenseiter: Sterne und Sternenströme, die in dem kugelförmigen Halo unserer Galaxie liegen. Durch Messung der Geschwindigkeit und des Lichtspektrums dieser Sterne haben Astronomen festgestellt, dass zumindest einige von ihnen nicht aus unserer Heimatgalaxie stammen: Sie wurden von der Milchstraße annektiert, als sie nahe Zwerggalaxien in sich aufnahm. Andere Sterne hat die Milchstraße sogar von noch existierenden Nachbargalaxien gestohlen.

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Warum die umstrittene „Hitler-Glocke“ im Kirchturm von Herxheim hängen bleibt

Die „Hitler-Glocke“ mit einem Hakenkreuz und der Inschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“ hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Jakobskirche in Herxheim © Uwe Anspach DPA
Die „Hitler-Glocke“ in Herxheim am Berg hat bundesweit für Diskussionen gesorgt. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass sie als „Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht“ erhalten bleiben soll.

stern.de

Der Gemeinderat im pfälzischen Herxheim am Berg hat beschlossen, die umstrittene Glocke aus der Zeit des Nationalsozialismus nicht entfernen zu lassen. Mit zehn zu drei Stimmen entschied das Gremium, dass sie als „Anstoß zur Versöhnung und Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht“ erhalten bleiben soll.

Die „Hitler-Glocke“ mit einem Hakenkreuz und der Inschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“ gehört der Ortsgemeinde und hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Jakobskirche. Sie hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Aufsehen gesorgt, seit Anfang September ist sie abgeschaltet. Die Evangelische Kirche der Pfalz hatte angeboten, die Kosten für die Demontage der alten und die Anschaffung einer neuen Glocke zu übernehmen.

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Die fast absolute Finsternis hat einen Namen: Vantablack

Der von Asif Khan gestaltete Hyundai-Pavillon im südkoreanischen Pyeongchang. (Bild: Kim Hong Ji / Reuters)
Es lässt dreidimensionale Objekte als glatte Flächen erscheinen, ist potenziell gesundheitsschädlich und teurer als ein Diamant oder Gold: ein Porträt von Vantablack, dem schwärzesten Schwarz der Welt.

Von Martina Medic | Neue Zürcher Zeitung

Nord- und Südkorea nutzten die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang, um sich anzunähern. Daran dachte der Architekt Asif Khan wohl nicht, als er sein Kunstwerk auf den Namen «Schism of Space» taufte – die Spaltung des Raumes. Oder das «schwärzeste Gebäude der Welt», wie der 38-jährige Brite den von ihm kreierten viereckigen Hyundai-Pavillon liebevoll nennt. Dieser war im Olympiadorf placiert und mit der speziellen Beschichtung Vantablack Vbx2 versehen. Das «schwärzeste Schwarz der Welt» absorbiert 99,965 Prozent des einfallenden Lichtes. Fehlt das Licht, schwindet der Raumeindruck, und es erwächst ein Gefühl der Leere. Je näher der Betrachter ans Gebäude tritt, umso mehr verheissen ihm installierte Leuchten wie glitzernde Sterne die endlosen Weiten des Weltraumes.

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Polen und Ukraine sind in den Fallstricken der Geschichtspolitik gefangen

Denkmal für die Opfer der UPA in Kłodzko (Polen). Bild: Glaube / CC-BY-3.0
Seit dem 26. Januar, als im Sejm eine Novelle gebilligt wurde, die unter anderem den „Schutz des guten Namens der Republik Polen und des Polnischen Volkes“ betrifft, steht es schlecht zwischen Polen und Israel. Aber es steht auch schlecht zwischen Polen und der Ukraine, was derzeit wenig beachtet wird

Von Jens Mattern | TELEPOLIS

Seit dem 26. Januar, als im Sejm eine Novelle gebilligt wurde, die unter anderem den „Schutz des guten Namens der Republik Polen und des Polnischen Volkes“ betrifft, steht es schlecht zwischen Polen und Israel. Aber es steht auch schlecht zwischen Polen und der Ukraine, was derzeit wenig beachtet wird. Das Gesetz des „Instituts für Nationales Gedenken“ (IPN), das staatsanwaltliche Funktion hat, richtete sich gegen die missverständliche Wendung „polnische Todeslager“, die in ausländischen Medien immer mal wieder vorkommt.

Israels Protest entzündet sich jedoch an der Klausel, die verlangt, dass „der polnischen Nation keine Verantwortung oder Mitverantwortung (…) an Naziverbrechen zuzuschreiben ist“. Damit könnte ein Bericht über polnische Kollaboration rechtlich verfolgt werden, beklagen israelische Kritiker.

Doch die Novelle ist keineswegs ein „Holocaustgesetz“ wie es in den Medien verkürzt kolportiert wird. Denn das Gesetz, das am ersten März in Kraft tritt, sieht auch vor, dass nun ukrainische „Verbrechen von 1925 bis 1950 an Polen“ strafrechtlich verfolgt werden sollen.

Das sind „Verbrechen ukrainischer Nationalisten und Mitglieder von Formationen, die mit dem deutschen Dritten Reich kollaborierten, ebenfalls Anteil an der Vernichtung des jüdischen Volkes sowie im Völkermord an den Staatsbürgern der Zweiten Polnischen Republik auf den Gebieten Wolhyniens und des östlichen Kleinpolens haben. Gleichzeitig soll das Leugnen dieser Vergehen mit Haft bis zu drei Jahren bestraft werden.

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Von geschnittenen Eckenschreibern und Zensur in der Türkei

Mit abgeschnittenen Ecken würden die Eckenschreiber ihren Platz in der Zeitung verlieren.Foto: Ahmet Refii Dener
Zwischen den Zeilen lesen zu können ist bei der Lektüre türkischer Zeitungen eine große Hilfe. Ahmet Refii Dener weiß, wie das geht. Eine Kolumne.

Von Ahmet Refii Dener | DER TAGESSPIEGEL

Wieder mal so ein Wort aus dem Türkischen. Beschreibt eigentlich das, was ich mache, nämlich eine Kolumne schreiben. „Köse Yazari“ (Aussprache: Kösche Yasar), der Eckenschreiber, füllt letztendlich irgendeine Ecke der Zeitung aus. Auch wenn es in der Türkei keine freie Presse mehr gibt, so sind die Eckenschreiber immer noch der einzige Grund eine Zeitung zu lesen.

Einige Kolumnisten sind große Stars mit Fans. Eigentlich liest jeder für sich den Kolumnisten gerne, der in seinem Sinne schreibt. So fühlt man sich in der eigenen Meinung bestätigt. In der türkischen Community teilt man die Links der Eckenschreiber mehrfach und tut somit die eigene Meinung kund.

Ich lese auch die Kolumnisten der Erdogan-Presse, denn diese erfahren aus erster Quelle, was bevorsteht. Neunzig Prozent des Inhalts ist erfunden und so geschrieben, dass der Mann an der Spitze beziehungsweise seine Partei gut dasteht. Jeder Mensch ist eigentlich im Herzen gut. So schaffen es auch die größten Lügner nicht, nur bei der Lüge zu bleiben. Die Schwierigkeit ist, herauszufinden, an welcher Stelle sie die Wahrheit schreiben beziehungsweise: Wie muss ich was deuten, damit ich sehe, wo die Wahrheit versteckt ist? Man muss schon geübt sein darin, um all die Lügen aufzunehmen, durch das Lügensieb zu jagen und den Rest zu deuten.

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Wo der Staat versagt

Der Chef der Essener Tafel droht mit seinem Rücktritt. Foto: afp
Die Politik muss die Tafeln überflüssig machen, dann muss auch nicht mehr darüber gestritten werden, wer Hilfsbedürftig ist. Ein Kommentar.

Von Nadja Erb | Frankfurter Rundschau

Der Druck auf Jörg Sator, den Chef der Essener Tafel, war groß in den vergangenen Tagen, jetzt droht er mit Rücktritt. Ein Haufen Politiker hacke auf ihn und seine Leute ein, ohne die Lage vor Ort zu kennen, schimpft der Mann, der mit seinem Aufnahmestopp für Ausländer bundesweit für Empörung sorgte.

Nun wurde Sators Entscheidung auch unter denen mit Unverständnis aufgenommen, die wie er und seine Kollegen ihre Freizeit für die Ärmsten der Armen opfern – die vielen Mitarbeiter der anderen Tafelvereine im Bundesgebiet. Sie haben zu Recht darauf hingewiesen, dass es auf die Bedürftigkeit ihrer Kunden ankommt und nicht auf deren Herkunft.

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Afrin: Die Propaganda der einen ist die der anderen

Nach dem von türkischen und kurdischen Medien veröffentlichten Bild sollen vier alte Menschen gefesselt und mit Sprengfallen umgeben worden sein. Bild: TP
Eine unwahrscheinliche Geschichte soll mit denselben Bildern die bösen „YPG/PKK-Terroristen“ oder die bösen türkischen Soldaten entlarven

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Krieg um Afrin gab es am Wochenende eine seltsame Propagandakampagne von Seiten der Türken und der kurdischen YPG. Interessant ist das deshalb, weil beide Seiten dieselben Bilder verwenden, um den jeweils anderen zu beschuldigen. Es werden also für die Bilder und Videos unterschiedliche Kontexte hergestellt, die für einen Außenstehenden kein Indiz dazu liefern, welche Version die richtige ist. Der türkische Präsident Erdogan sieht eine globale anti-türkische Propaganda und YPG-Unterstützer am Werke, die mit gefälschten Bildern die Operation Olivenzweig diffamieren wollen. Festzustellen ist, dass die türkische Regierung mit den kontrollierten türkischen Medien eine einseitige Propagandaversion verbreiten wollen, die aber so – orientalisch? – übertrieben ist, dass sie die meisten Menschen mit einigermaßen klaren Kopf kaum wird überzeugen können.

Am Samstag meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur AA unter dem Titel „Terroristen fesseln alte Dorfbewohner und bringen Minen an“, die türkischen Streitkräfte hätten bei der Eroberung des Dorfes Maskah vier alte Menschen in einer Scheune entdeckt. Die seien von YPG-Kämpfern, für die Türkei Terroristen, dort eingesperrt und gefesselt worden, als die türkischen Truppen mit ihren Milizen sich näherten. Dazu seien in der Scheune Minen und Sprengfallen angebracht worden, an der Türe seien Handgranaten angebracht gewesen sein. Die Sprengfallen seien entfernt und die vier Menschen an einen sicheren Ort gebracht worden.

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Zivilstreit zwischen Erdogan und Böhmermann geht weiter

Screenshot: youtube
Das Oberlandesgericht Hamburg beschäftigt sich mit der Zivilklage von Erdogan gegen Böhmermann. Der Satiriker fühlt sich von der Politik im Stich gelassen.

Von Kurt Sagatz | DER TAGESSPIEGEL

Der Zeitpunkt der Entscheidung hat es in sich. Am Dienstag findet vor dem Oberlandesgericht Hamburg (OLG) die Berufungsverhandlung im Streit zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem deutschen Satiriker und TV-Moderator Jan Böhmermann über das genannte Schmähgedicht vom März 2016 statt. In der Vorinstanz war Böhmermann verboten worden, die ehrverletzenden Passagen aus dem Gedicht zu wiederholen. Böhmermann ging in Berufung, bemängelt wird vor allem das Herausschneiden einzelner Passagen, das den Kontext außer Acht lasse. Der Text sei eindeutig eine satirisch überhöhte Jura-Vorlesung, der die Grenzen der Meinungsfreiheit auslote, wurde gegen das Urteil argumentiert. Erdogans Anwalt hatte die Entscheidung dagegen als „Sieg des Rechtsstaats“ bezeichnet.

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Some Black Holes Erase Your Past and Give You Unlimited Futures

Bild: NASA/public domain
Imagine, for a moment, that our species has perfected interstellar space travel and we can visit anywhere we want in the universe. There will be a lot of interesting places to check out and astrophysical phenomena to investigate, but a trip to a black hole will surely be at the top of the itinerary.

Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Why would anyone want to visit something from which nothing, not even light, can escape? Mostly because physicists have debated for decades what will happen if someone were to enter one.

A caveat here: Most physicists harbor little doubt that you would be ripped to shreds long before you came anywhere near smaller black holes (the technical term is ‚spaghettified,’ where intense gravitational forces stretch you into a string of atoms). But— but—new research from an international team of mathematicians suggests that there may be certain black holes that are theoretically accessible to an observer, albeit with bizarre consequences.

As detailed in a report published last week in Physical Review Letters, observers entering certain kinds of theoretical black holes wouldn’t necessarily be obliterated—or at least not in the way you’re probably imagining. Instead, an observer’s entrance into these black holes would destroy their past and potentially open up an infinite number of futures. They’d never emerge from the black hole to tell their tale, but that doesn’t really matter—they’d have no one from their past to return to anyway.

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