Steckt das fehlende Xenon im Erdkern?

Könnte das in der Atmosphäre fehlende Xenon im Erdkern gebunden sein? © Gerhardus Swanepoel/ thinkstock
Rätsel ums Edelgas: Seit Jahren rätseln Forscher, warum die Erdatmosphäre viel weniger Xenon enthält als erwartet. Jetzt könnten sie eine Antwort gefunden haben: Das fehlende Edelgas versteckt sich möglicherweise im Erdinneren. Denn wie Experimente nun belegen, bildet das bindungsscheue Xenon bei extremer Hitze und hohem Druck mit dem Eisen und Nickel des Erdkerns Moleküle. Das normalerweise flüchtige Gas könnte dadurch seit der Frühzeit der Erde im Kern gebunden sein – und fehlt so an der Oberfläche.

scinexx

Was Xenon angeht, ist die Erde ein echter Sonderling. Denn im Vergleich zur Sonne, dem Mondstaub und vielen Meteoriten enthält ihre Atmosphäre viel zu wenig von diesem Edelgas. Xenon kommt nur in Spuren in unserer Gashülle vor und ist eines der seltensten stabilen Elemente überhaupt. Gleichzeitig herrscht an anderen Edelgasen wie Argon und Krypton kein Mangel. Schon seit Jahrzehnten suchen Forscher nach Erklärungen für diese rätselhafte „Xenon-Lücke“.

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Ordensfrauen kritisieren Ausbeutung durch Priester – unentgeltliche Priester-Putze

Bild: ©KNA
In Rom lassen sich viele Geistliche den Haushalt von Ordensfrauen führen. Deren Bezahlung ist oft schlecht, und essen müssen sie in der Küche allein. Die Vatikanzeitung bricht ein Tabu und berichtet darüber.

katholisch.de

Katholische Ordensfrauen haben in der vatikanischen Tageszeitung „Osservatore Romano“ scharfe Kritik an ihrer Ausbeutung durch Priester und Bischöfe geübt. Geistliche würden sie wie niedere Bedienstete behandeln, heißt es in einem Beitrag der aktuellen Frauenbeilage „Frauen, Kirche, Welt“. Eine Schwester wird mit den Worten zitiert: „Hinter alldem steht leider immer noch die Auffassung, dass eine Frau weniger als ein Mann zählt, und vor allem, dass der Priester für die Kirche alles ist und eine Nonne nichts.“

Eine andere Ordensfrau beklagt: „Ein Priester denkt, er könne sich erst von seiner Ordensfrau die Mahlzeit servieren lassen und sie danach allein in der Küche essen lassen.“ Als weiteres Beispiel werden Ordensfrauen genannt, die nach 30-jähriger Tätigkeit für eine kirchliche Institution erkrankt seien, ohne dass einer der Priester, die die Schwestern jahrelang bedienten, am Krankenbett erschienen sei.

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Parallel-Justiz: Erstes Kirchengesetz gegen sexuellen Missbrauch

Mit einem Präventionsgesetz will die Nordkirche als erste evangelische Landeskirche Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem Missbrauch schützen.

evangelisch.de

Künftig soll sich eine eigene Fachstelle mit der Prävention befassen. Gesetzlich festgelegt ist ein „Abstinenzgebot“: Danach haben kirchliche Mitarbeiter eine „professionelle Balance von Nähe und Distanz“ zu wahren. Einstimmig votierte die Landessynode am Donnerstag in Lübeck-Travemünde in erster Lesung für das Gesetz.

Bereits im Oktober 2014 hatte die Nordkirche als Konsequenz aus den Missbrauchsfällen in Ahrensburg bei Hamburg einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt. So wurden eine Arbeitsstelle für sexualisierte Gewalt, eine Beschwerdestelle und ein Kriseninterventions-Team eingerichtet. Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit müssen inzwischen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

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Lächeln kann auch Stress auslösen

Welche Art von Lächeln ist dies? Unbewusst erkennen wir dies und unser Körper reagiert entsprechend © shapecharge/ iStock
Subtile Signale: Wenn uns ein Gegenüber anlächelt, reagiere wir meist positiv. Doch es gibt eine Art des Lächelns, die uns unbewusst sogar stresst, wie ein Experiment nun belegt. Bekommen wir das sogenannte Dominanzlächeln als Feedback, schüttet unser Körper vermehrt Stresshormone aus – weil er in den subtilen Feinheiten der Mimik eine eher negative Botschaft erkennt. Selbst wenn wir die Art des Lächelns nicht bewusst erkennen, reagiert demnach unser Körper darauf, so die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“.

scinexx

Unser Gesichtsausdruck spricht Bände und gerade unser Lächeln ist dabei besonders wichtig. Denn es schafft Vertrauen, signalisiert Zuneigung, Kooperationswillen oder einfach gute Laune. Doch Lächeln ist nicht gleich Lächeln: Es gibt drei Lächelarten, die sich in Details der Mimik und in ihrer unterschwelligen Botschaft unterscheiden. Das „Belohnungslächeln“ vermittelt positive Bestärkung, das kooperative Lächeln drückt Verbundenheit aus und bestätigt, dass wir keine Bedrohung sind. Und mit dem Dominanzlächeln drückt der Chef sein Wohlwollen aus, signalisiert aber gleichzeitig seinen höheren Rang.

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Theologe: Wer Vielfalt bekämpft, schwächt auch die Menschenrechte

Wiener Religionspädagoge Jäggle in den „OrdensNachrichten“: „Illegale Migration stoppen“ ist ein „politisches Gift“ – Katholische Kirche heute ein „glaubwürdiger Akteur der Religionsfreiheit“
Wer auf die Devise „illegale Migration stoppen“ setzt, wendet dabei ein „Gift“ und „politisches Betäubungsmittel“ ein: Davor hat der Wiener Religionspädagoge Martin Jäggle in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „OrdensNachrichten“ (ON) gewarnt.

kathpress

In der Gesellschaft sei zwar ein Bedürfnis nach Ausgrenzung und Abgrenzung feststellbar, durch Bekämpfung der Vielfalt werde jedoch das „Gegeneinander“ gestärkt statt in einer „Gesellschaft der Vielfalt“ den Zusammenhalt zu fördern. „Wer Vielfalt bekämpft, schwächt auch die Menschenrechte“, mahnte der Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Vielfalt sei in jeder demokratischen Gesellschaft Realität und entstehe nicht erst durch Migration, erinnerte der frühere Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Dies werde oft übersehen. Zwar liege auf der Hand, dass Vielfalt auch mit Konflikten verbunden sei, das eigentliche Problem sei dabei aber „nicht das Phänomen an sich, sondern manche Formen des Umgangs damit“. Ängste, Phobien oder einfach Vorbehalte sollten nicht verdrängt werden, es gelte aber, in diesem Bereich bestehende „Lähmungen“ zu überwinden.

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Ärger um Vertrag für Islam-Institut

Im Wintersemester 2019/20 könnte das Studium der muslimischen Theologie in Berlin losgehen. Doch nicht alle beteiligten Islam-Verbände wollen den Vertrag unterschreiben. Liberale Muslime hoffen zudem noch immer, dass sie einbezogen werden.

Von Thomas Klatt | evangelisch.de

Zumindest ist der Vertrag für das geplante Islam-Institut an der Humboldt-Universität unterschriftsreif und soll zum ersten April 2018 unter Dach und Fach sein. Ein Gebäude gibt es für die neue akademische Einrichtung Berlins zwar noch nicht, aber klar ist, dass die islamische Theologie Unterschlupf bei der philosophischen Fakultät finden soll.

„Obwohl es seitens der Philosophen Vorbehalte gab, ob denn Theologie überhaupt eine akademische Geisteswissenschaft sei“, verrät Michael Borgolte, Gründungsbeauftragter des Instituts für Islamische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität.

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Astronomen entdecken „stummen“ Pulsar

Millisekundenpulsare rotieren enorm schnell und senden dabei Gammastrahlen und – normalerweise – Radiopulse aus. © NASA
Citizen-Science hilft Astronomen: Das Projekt Einstein@Home hat erstmals einen Pulsar entdeckt, der nur über seine Gammastrahlung aufspürbar ist. Die sonst für diese extrem schnell rotierenden Neutronensterne üblichen Radiopulse fehlten. Identifiziert wurde der „stumme“ Millisekundenpulsar anhand von Daten des Fermi-Teleskops der NASA. Die Existenz solcher „stummer“ Pulsare könnte möglicherweise erklären, woher der rätselhafte Überschuss von Gammastrahlen im Zentrum der Milchstraße kommt, so die Forscher.

scinexx

Pulsare sind schnell rotierende und stark magnetische Neutronensterne – Relikte einer Supernova-Explosion. Diese ultradichten Sternenkerne senden wie ein kosmischer Leuchtturm gebündelte Strahlung verschiedener Wellenlängen aus – darunter auch energiereiche Gammastrahlen wie beispielsweise der Pulsar im Krebsnebel.

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„Wissenschaftsethisch halte ich diesen ganzen Verharmlosungsdiskurs für eine Katastrophe“

Bild: TP
Das „Diesel-Urteil“ des Bundesverwaltungsgerichts und die Wissenschaft. Interview mit Wolfgang Hien vom Bremer Forschungsbüro für Arbeit, Gesundheit und Biographie

Peter Nowak | TELEPOLIS

Telepolis sprach mit Wolfgang Hien vom Bremer Forschungsbüro für Arbeit, Gesundheit und Biographie. Hien beschäftigt sich mit Gesundheitsbelastungen innerhalb der Wohn- und Arbeitswelt. Im VSA-Verlag ist sein Buch „Kranke Arbeitswelt“ erschienen.

Hat nicht auch die Umweltwissenschaft versagt, wenn ein Gericht und die Deutsche Umwelthilfe die tägliche Vergiftung im Straßenverkehr auf die Agenda setzen?

Wolfgang Hien: Ich möchte vorausschicken, dass es sehr wohl Wissenschaftler gibt, die die Risiken sehen. Über die rede ich jetzt nicht. Ich rede über die vielen sich zum Gutachter für Umweltfragen gerierenden Arbeitsmediziner, die die Risiken herunterreden. Das war nicht nur ein Doktor Michael Spallek von VW.

Das ist der ehemalige MAK-Vorsitzende Professor Helmut Greim, der schon im letzten Jahr in einem großen Gutachten die Gesundheitsgefahren der Dieselabgase heruntergespielt hat. Es gebe, so Greim, derart viele Einflussfaktoren auf die Gesundheit, dass es nicht möglich sei, NOx und Feinstäube – die ja immerhin krebserzeugende PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten – als Erzeuger von Lungenkrankheiten und sonstigen schweren Erkrankungen, die erst Jahre oder Jahrzehnte später eintreten können, „dingfest“ zu machen.
Auch viele weitere hochrangige Arbeitsmediziner meldeten sich in den letzten Wochen zu Wort und – im O-Ton – „warnen vor einer Dramatisierung der angeblichen Gesundheitsgefahren durch Dieselabgase“, so z.B. Prof. Hans Drexler aus Erlangen.

VAE: „Und plötzlich war mein Sohn in einem arabischen Massengefängnis“

Christian Wilke arbeitete als Lehrer in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seit über vier Monaten sitzt er nun in einem Massengefängnis in Al Ain. Der Vorwurf: „elektronische Beleidigung“. Seine Mutter kämpft für seine Freilassung. stern TV hat sie getroffen.

stern.de

Schlafentzug, Dauerverhöre, eiskalte Zellen – seit gut vier Monaten sitzt Christian Wilke in einem Massengefängnis im arabischen Al Ain. Was genau ihm vorgeworfen wird, weiß er nicht genau, der Vorwurf lautet „elektronische Beleidigung“. Mehr ist ihm nicht bekannt.

Eigentlich war Christian Wilke seit 2016 als Informatiklehrer in der Großstadt Al Ain in Abu Dhabi, arbeitete dort an einem College und nebenbei an seiner Doktorarbeit. Anfang Oktober 2017 wurde er plötzlich verhaftet. Laut seiner Mutter Christine Wilke-Breitsameter soll ihr Sohn in seiner Wohnung regelrecht überfallen und mit Maschinengewehren bedroht worden sein. Seither wird der 39-Jährige unter schier unmenschlichen Bedingungen festgehalten.

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AfD verklagt Berliner Blogger

Szene auf dem Landesparteitag der AfD Sachsen im Februar 2017 in Hoyerswerda Bild: dpa
Unter der Domain wir-sind-afd.de sammelt Nathan Mattes Zitate von AfD-Politikern. Die Partei hat gegen ihn geklagt, weil er den Namen der AfD verwendet und vor Gericht Recht bekommen. Den Blog will Mattes trotzdem nicht aufgeben.

Von Yves Bellinghausen | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Eigentlich wirkt es wie eine sehr banale Idee: Der Berliner Blogger Nathan Mattes kauft sich für ein paar Euro die Domain wir-sind-afd.de und sammelt auf ihr Zitate von AfD-Politikern. „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“, ist da zum Beispiel zu lesen. Der AfD-Landesvorsitzende von Thüringen Björn Höcke hat das Anfang 2017 gesagt und stand damit landesweit in den überregionalen Medien.

Auch unbekanntere Zitate der AfD finden sich auf der Website: „Dem Flüchtling ist es doch egal, an welcher Grenze, an der griechischen oder an der deutschen, er stirbt“, sagte etwa der Baden-Württemberger AfD-Mann Günter Lenhardt.

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Der Mensch und seine Haustier-Klone

Samantha, bist du’s? Oder doch Miss Scarlett und Miss Violet? Werden Hunde, wie dieser Coton de Tuléar geklont, blickt man oft nicht mehr durch. (Foto: mauritius images)
Die Schauspielerin Barbra Streisand hat ihren toten Hund genetisch kopieren lassen. Ist das ethisch verwerflich oder müssen wir uns langsam daran gewöhnen, von Klonen umgeben zu sein?

Von Martin Zips | Süddeutsche Zeitung

Samantha starb vor einem Jahr. Das war schlimm für ihre Besitzerin, Barbra Streisand. Doch die US-Schauspielerin hatte vorgesorgt. Vor dem Tod ihres geliebten Haustiers, ein wegen seines Fells auch „Baumwollhund“ genannter, ursprünglich aus Madagaskar stammender „Coton de Tuléar“, hatte die zweifache Oscar-Gewinnerin Zellen aus Samanthas Bauch und Maul entnehmen lassen. Nun lebt Samantha weiter. Als Miss Violet und Miss Scarlett. Die beiden wurden aus Samantha geklont.

Die Geschichte hat Streisand, 75, gerade in einem Interview erzählt. Erschienen im glänzenden Klatschorgan Variety, auf dessen Fotoseiten auch viele Schauspieler recht geklont wirken. Barbra Streisand, die ihre Karriere in den späten 60er-Jahren mit Filmen wie „Hello, Dolly!“ begann (damals war damit kein Schaf gemeint), schweigt sich jedoch darüber aus, wann, wo und wie der genetische Pfotenabdruck gelang.

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Fukushima: Uran im Fallout nachgewiesen

Forscher bei der Probennahme in der Sperrzone um Fukushima Daiichi © Gareth Law
Langlebiger Fallout: Der Atomunfall von Fukushima könnte mehr Uran freigesetzt haben als gedacht. In Mikropartikeln aus dem Fallout haben Forscher nun zwei verschiedene Uranverbindungen nachgewiesen. Weil Uran eine extrem lange Halbwertszeit hat, könnte die radioaktive Kontamination demnach länger anhalten als bisher angenommen. Der Nachweis der Uranpartikel deutet zudem darauf hin, dass bei der Atomkatastrophe auch Teile des Kernbrennstoffs freiwurden.

scinexx

Der Atomunfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi war einer der schwersten in der Geschichte der Kernenergie. Durch den Ausfall des Kühlsystems kam es zu einer Kernschmelze, bei Explosionen wurden große Mengen radioaktiver Nuklide freigesetzt. Bis heute ist die Lage in den Reaktoren nur teilweise unter Kontrolle, es kommt im Umfeld der Anlage immer wieder zu Kontaminationen von Meer, Grundwasser und Boden.

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Nazi-Luther-Feiertag in Hamburg

Bild: Föderation des Determinismus
Noch-Bürgermeister Olaf Scholz hatte es bereits vor Monaten mit den Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein abgekaspert: Der Reformationstag muss Feiertag werden!

Föderation des Determinismus

Die Luther-Kritik der Giordano-Bruno-Stiftung mit den nackten Tatsachen Luthers und den Original-Zitaten aus Luthers (vgl. vorheriger Artikel) „Von den Juden und ihren Lügen“ verpufften wirkungslos – dass Hitler sich direkt auf Martin Luther berufen hatte, der empfohlen hatte, die Synagogen zu verbrennen und die Juden zur Zwangsarbeit zu verdammen und sie zu enteignen, störte die vermeintlich tolerante Bürgerschaft anscheinend weniger.

Ob jetzt Reformationstag oder „Tag der Reformation“, wie der Feiertag jetzt tatsächlich heißen soll, oder Nazi-Luther-Tag, ist Wortklauberei. Der NDR schreibt,: „Der Reformationstag erinnert an Martin Luthers Anschlag seiner 95 Thesen vor 500 Jahren am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche in Wittenberg (Sachsen-Anhalt). Dieser Tag gilt als Geburtsstunde der Reformation [Anm: Und Auslöser des 30-Jährigen Krieges wegen verschiedener Richtungen des Aberglaubens]. In den Thesen kritisierte Luther etwa den Ablasshandel zum Sündenerlass, mit dessen Einnahmen der Petersdom in Rom erneuert werden sollte. Luther kritisierte das als einen Missbrauch und rief zur Rückbesinnung auf die Bibel auf. “ (Anmerkungen von mir) Rückbesinnung auf die Bibel, d. h. tiefster Aberglaube.

Die Aussage des SPD-Fraktionsvorsitzenden „Es soll kein Luther-Gedenktag werden“ wirkt wie ein Witz: Was gedenkt die SPD, denn jetzt dagegen zu tun, wie will sie denn den Nazi-Luther-Tag jetzt noch umwandeln? Es solle ein „interreligiöser“ Feiertag werden, wünscht sich SPD-Mann Dressel: Also noch mehr und mehr Aberglauben! Die absolute Mehrheit der Hamburger ist aber konfessionslos – Tendenz rapide steigend – will die SPD, dass wir jetzt alle religiös feiern?

Der Staat ist aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet: Früher wurden Bevorzugungen einzelner Religionen immer mit Mehrheit oder Kultur begründet. Hier fehlt einfach jeder Sinn und Verstand. Es gab nämlich durchaus verschiedene Anträge, die ganz gezielt andere Akzente setzten sollten:
Kapitulation Hitler-Deutschlands 1945, der Internationale Frauentag am 8. März und der Tag des Grundgesetzes am 23. Mai.

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Kirchenasyl auf der Streckbank

Asylzeichen. Bild: ~~Aleister Crowley/gemeinfrei
Während sich Salon-Menschenrechtler wortreich zu jeder Provokation der AfD inszenieren, entscheiden Verwaltungen brav rechtsstaatlich, aber emotional wie intellektuell ungerührt, im stillen Kämmerlein über menschliche Schicksale

Timo Rieg | TELEPOLIS

Die wichtigste Hürde auf dem Weg nach Deutschland ist für Flüchtlinge ein bürokratischer Akt, der geradezu sinnbildlich für die gesamte staatliche Verwaltung steht: die Zuständigkeitsprüfung. Vier Jahrzehnte lang fand sich in der deutschen Verfassung ein Satz von bestechender Einfachheit: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ Doch seit 25 Jahren folgen diesen vier klaren Worten weitere 275. Ihr Anfang „Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer …“

Die Bundesrepublik Deutschland ist nämlich in den meisten Fällen nach der sogenannten „Dublin-III-Verordnung“ gar nicht befugt, den Anspruch eines Flüchtlings auf Asyl zu prüfen. Dies obliegt regelmäßig dem Staat, über den der Schutzsuchende in die Europäische Union einreist. Ist dieses erste EU-Land nicht Deutschland, so gilt eine sechsmonatige „Überstellungsfrist“, um den Flüchtling in dieses Erstaufnahmeland abzuschieben, wo über seinen Asylantrag entschieden wird. Wird in jenem halben Jahr jedoch nicht abgeschoben, ist im Standardfall dann doch Deutschland zuständig.

Um diesen Zuständigkeitswechsel herbeizuführen, gewähren einzelne Kirchengemeinden in besonderen Fällen das sogenannte Kirchenasyl. Dabei beherbergen und versorgen sie einzelne Flüchtlinge oder Familien und teilen dies auch den Behörden mit. Da es keine Sonderrechte für Religionsgemeinschaften gibt, ist es eine Frage von Goodwill, ob staatliche Behörden ein Kirchenasyl respektieren oder nicht – und ob sie gegen die Flüchtlinge wie ihre Unterstützer strafrechtlich vorgehen.

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Armenien annulliert historisches Abkommen mit der Türkei

REUTERS
Die Übereinkunft von 2009 sollte die Normalisierung der bilateralen Beziehungen bringen. Dieses Ziel sieht die armenische Regierung als gescheitert an.

Die Presse.com

Armenien hat das historische Abkommen über eine Annäherung mit der Türkei von 2009 aufgekündigt. „Der armenische Präsident Sersch Sargsjan hat dem nationalen Sicherheitsrat mitgeteilt, dass die armenisch-türkischen Protokolle annulliert worden sind“, zitierte der TV-Sender Yerkir Media den Sprecher des Präsidenten. Auch das Außenamt teilte mit, das Abkommen sei für „null und nichtig“ erklärt worden.

Armenien und die Türkei hatten 2009 eine Übereinkunft zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen geschlossen. Die armenische Regierung sieht dieses Ziel laut dem TV-Bericht als gescheitert an. Größter Konflikt zwischen den beiden Ländern ist das Massaker an Armeniern zur Zeit des Osmanischen Reichs, das viele Staaten als Völkermord einstufen.

Oskar Gröning richtet Gnadengesuch an Ministerin

Der wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen verurteilte frühere SS-Mann Oskar Gröning hat ein Gnadengesuch beim niedersächsischen Justizministerium eingereicht Foto: dpa
Der wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilte ehemalige SS-Mann Oskar Gröning hat ein Gnadengesuch an Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) gerichtet.

Frankfurter Rundschau

Der wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen verurteilte frühere SS-Mann Oskar Gröning hat ein Gnadengesuch beim niedersächsischen Justizministerium eingereicht. Das teilte eine Sprecherin des Ministeriums am Donnerstag mit. Nachdem zuvor die Staatsanwaltschaft ein entsprechendes Gesuch abgewiesen hatte, muss nun Justizministerin Barbara Havliza (CDU) die endgültige Entscheidung über einen Haftantritt fällen. Das Landgericht Lüneburg hatte Gröning 2015 zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz das Geld der Verschleppten gezählt und nach Berlin weitergeleitet hatte.

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Urin könnte biologisches Alter anzeigen

Das biologische Alter aus dem Urin ablesen: Ein neuer Test könnte das möglich machen © bluecinema / iStock
Urin als Anzeiger: Forscher haben eine Methode gefunden, um das biologische Alter anhand eines Urintests zu bestimmen. Denn wie sie feststellten, nimmt mit dem Alter eine Substanz im Urin zu, die den oxidativen Schaden in Zellen anzeigt. Ein Urintest auf Basis dieses Biomarkers könnte das wahre Alter besser verraten als das chronologische Alter und dabei helfen, altersbedingte Krankheiten besser zu erkennen und zu behandeln, so die Wissenschaftler.

scinexx

Das Alter des Menschen lässt sich mit zweierlei Maß messen: Chronologisch – nach Geburtsjahr – und biologisch – nach angesammelten Schäden in den Zellen. Die Rate der Zellschäden kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein und von Genen, Lebensstil und Umwelt abhängen. So bleiben viele Menschen ihr ganzes langes Leben lang fit, während andere früh erkranken und sterben.

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Abstimmung über „Hitlerglocke“ wird wiederholt

Der Ortsgemeinderat im pfälzischen Herxheim am Berg muss nochmals darüber abstimmen, ob die sogenannte Hitler-Glocke im Turm der protestantischen Jakobskirche hängenbleiben soll oder nicht.

evangelisch.de

Ursache sei ein Formfehler in der Gemeinderatssitzung vom vergangenen Montagabend, sagte Jörg Heidemann, der Sprecher der Verbandsgemeindeverwaltung Freinsheim, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ortsbürgermeister Georg Welker (parteilos) kündigte als Termin dafür die Gemeinderatssitzung am 12. März an.

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Vatikan erwägt dezentrale Sondergerichte gegen Missbrauch

Headquarter des Konzerns.

Portal „Vatican Insider“: Zuständige Kommission der Glaubenskongregation sei mit anhängigen Fällen überlastet

kath.net

Mit besonderen dezentralen Gerichten will der Vatikan die in Rom anhängigen Prozesse wegen Missbrauchs Minderjähriger beschleunigen. Von einer solchen Überlegung beim derzeitigen Treffen des neunköpfigen Kardinalsrates („K9“) berichtete am Dienstag das italienische Portal „Vatican Insider“. Es gehe dabei nur um eine Art organisatorischer Auslagerung, um regional und schneller arbeiten zu können. Die Zuständigkeit der Glaubenskongregation sowie ihrer Kommission für die Untersuchung schwerer Vergehen durch Geistliche solle dadurch nicht geschmälert werden.

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Bundestag setzt Untersuchungsausschuss im Fall Amri ein

Beim Anschlag auf dem Breitscheidplatz kamen im Dezember 2016 zwölf Menschen ums Leben (Foto: dpa)
  • Ein Untersuchungsausschuss im Bundestag soll sich mit dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz 2016 befassen.
  • Mit den Polizei- und Behördenpannen im Fall des Attentäters Amri befassen sich bereits Untersuchungsausschüsse der Landesparlamente von Berlin und Nordrhein-Westfalen.
  • Amri war als Asylbewerber nach Deutschland gekommen, wo er unter verschiedenen Identitäten lebte.

Süddeutsche Zeitung

Der Bundestag will herausfinden, ob hinter dem Terroranschlag 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein Systemfehler steckt oder nur eine Serie von Fehlern einzelner Behördenvertreter. Die Abgeordneten beschlossen einstimmig die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland. Damals waren zwölf Menschen getötet und viele Dutzend verletzt worden. Der Täter Anis Amri war den Behörden als Gefährder bekannt.

„Ist das System überfordert gewesen oder waren es Einzelfehler?“, fragte der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster. Die Grünen-Obfrau im Untersuchungsausschuss, Irene Mihalic, sagte, der Tunesier Amri sei zwar immer wieder Thema in Gesprächsrunden des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums von Bund und Ländern gewesen. Der Attentäter habe sich in Deutschland trotzdem unbehelligt, „quasi wie unter einer Käseglocke“, bewegen können.

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