Esoterische Sozialarbeiterin löst jahrelangen Schulstreit aus

Bild: svz.de

Ein Konflikt zwischen Eltern und der Schule Wallisellen ZH beschäftigte Gerichte und den Zürcher Regierungsrat.

Von Hugo Stamm | watson.ch/Blogs

Die Esoterik breitet sich oft unbemerkt aus und nistet sich in verschiedenen Gesellschaftsbereichen ein. Besonders Anhänger mit sektenhaften Neigungen missionieren bei jeder Gelegenheit. Sind sie in sozialen Berufen tätig, kann es zu Konflikten oder Missbräuchen kommen.

Ein tragischer Fall, der mehrere Gerichte und Behörden bis hinauf zum Regierungsrat beschäftigte, spielt sich seit Jahren in der Schule von Wallisellen ZH ab. Betroffen ist eine Familie, die für ihre Tochter Christa (Name geändert) und ihren Ruf kämpft. Ein Kampf zwischen David und Goliath.

Es begann vor sieben Jahren. Christa behauptete, die Schul-Sozialarbeiterin beeinflusse sie esoterisch. Die Eltern beobachteten gleichzeitig eine Entfremdung ihrer Tochter. Als Christa am 1. April 2011 über Mittag nicht nach Hause kam, suchte die Mutter sie überall.

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Sure 45 Verse 12-13: Der Koran und die Wissenschaft

Bild. Deutschlandfunk
Der Koran gilt vielen Muslimen als Leitfaden für alle Lebensbereiche. Mit Hilfe von Interpretation und Analogie lesen sie aus dem Text selbst Hinweise auf moderne Themen wie Atomenlehre oder Evolutionstheorie heraus. Primär hat der Koran jedoch in der islamischen Geschichte die Philologie und Sprachphilosophie befördert.

Von Prof. i.R. Dr. Hans Daiber | Deutschlandfunk

„Gott ist es, der das Meer in euren Dienst gestellt hat, damit die Schiffe – auf seinen Befehl – darauf fahren, und damit ihr danach strebt, dass er euch Gunst erweist. Vielleicht würdet ihr dankbar sein. Und er hat von sich aus alles, was im Himmel und auf Erden ist, in euren Dienst gestellt. Darin liegen Zeichen für Leute, die nachdenken.“

In diesen Versen stellt Gott seine Schöpfung in den Dienst der Menschen. Wer denken kann, erkennt, dass Gott hier am Werke ist und der Mensch Gott dankbar sein soll .

Mohammed ‚Abdus Salám, der pakistanische Nobelpreisträger für Physik, hat im Jahre 1983 hieraus die Aufforderung abgeleitet, über die Natur und die Kontrolle über die Natur nachzudenken. Wissenschaft fördere in ihrer Universalität die Zusammenarbeit zwischen allen Nationen. Der Koran erscheint hier als eine zeitlose Aussage mit religiös-ethischer Orientierung.

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Weshalb linke Politik nicht antireligiös sein sollte – regressive Begründung

Religionen sind ambivalent – wie jede andere Weltanschauung auch. Religionen haben emanzipatorische Seiten und ebenso autoritäre Seiten. Sie können auf Befreiung drängen und sie können Herrschafts- und Unterdrückungsintrument sein. Es gibt christliche Fundamentalisten ebenso wie islamische. Beide versuchen Menschen in eine enges Korsett von Reglementierung zu zwängen und stabilisieren damit bestimmte Herrschaftsverhältnisse.

Von Jürgen Klute | Die Freiheitsliebe

Aber es gibt ebenso auch die religiösen Sozialisten und die Theologie der Befreiung. Die christlichen Basisgemeinden in Lateinamerika haben wesentlich zur Überwindung der rechten Diktaturen in Lateinamerika in den letzen Jahrzehnten beigetragen, sie haben für Menschenrechte, für soziale und individuelle, gekämpft. Dass die Herrschenden versuchen, Einfluss auf diese emanzipatorischen Traditionen zu bekommen, um sie in ihrem Sinne umzudeuten, sollte nicht überraschen. Ähnliche Prozesse gab und gibt es ja auch in linken Parteien und Organisationen.

Religiös zu sein schließt also keineswegs aus, kapitalistische Produktionsverhältnisse zu kritisieren, sich für soziale Gerechtigkeit, für Frieden, Demokratie und Umweltschutz einzusetzen, also für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse und für emanzipatorische Projekte. Das sind Schnittmengen zum politischen Programm der Linken.

Unter der Voraussetzung, dass demokratische Parteien keine Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften sind, sondern politische Interessengemeinschaften, die gemeinsame Ziele verfolgen und gesellschaftlich mehrheitsfähig machen wollen, macht es keinen Sinn, als linke Partei eine antireligiöse Position einzunehmen. Damit grenzt man lediglich mögliche politische Bündnispartner aus, die man für politische Veränderungen aber dringend braucht. Mit einer Ausgrenzung von Bündnispartnern bedient man letztlich die Interessen derjenigen, die den status quo nicht geändert haben wollen.

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Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Viel weniger Beschwerden über Plattformen als erwartet

(Bild: dpa, Soeren Stache)
Über den Umgang der sozialen Netzwerke mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz beschweren sich deutlich weniger Nutzer als vorher angenommen. Beim Bundesamt für Justiz geht so gut wie keine Kritik ein.

Martin Holland | heise online

Zwei Monate nach Inkrafttreten des umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetzes gegen Hassrede im Netz haben sich weit weniger Menschen wegen mangelhafter Löschungen beschwert als erwartet. Beim Bonner Bundesamt für Justiz seien deswegen erst 205 Anzeigen eingegangen, berichtete der Spiegel am Samstag. „Das ist deutlich weniger als ein Prozent der Prognose“, zitierte das Nachrichtenmagazin einen Behördensprecher. Ursprünglich sei die Bundesregierung von 25.000 Beschwerden ausgegangen, die von Hassbotschaften betroffene Internetnutzer an das Amt richten würden, weil soziale Netzwerke auf ihre Hinweise nicht schnell genug reagierten.

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Syrien: Deutscher soll drei IS-Gefangene zu Tode gefoltert haben

Kreuzigung in Syrien. Themenbild. Bild: RMC
Der Deutsche Nils D. galt als Vorzeige-Aussteiger aus der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Doch nun erhebt der Generalbundesanwalt nach SPIEGEL-Informationen schwere Vorwürfe gegen ihn.

SpON

Ein ehemaliges Mitglied des „Islamischen Staats“ (IS) aus Deutschland soll Gefangene der Terrormiliz schwer misshandelt und getötet haben. Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt Generalbundesanwalt Peter Frank gegen den 27-jährigen Nils D. aus Dinslaken in Nordrhein-Westfalen wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen und Mord in drei Fällen. Ein Haftbefehl ist bereits beantragt.

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Mehr Imame in hessischen Gefängnissen

Fahrzeugschleuse in einer Justizvollzugsanstalt. Foto: Boris Roessler/Archiv
Die Zahl muslimischer Seelsorger in hessischen Gefängnissen hat es in den vergangenen Jahren erhöht. Waren es 2014 noch 6 Imame, betreuten Anfang dieses Jahres 15 Geistliche die Häftlinge. 2016 waren es 18 Imame.

Frankfurter Rundschau

Sie bieten unter anderem Einzel- oder Gruppengespräche an und halten das Freitagsgebet, wie Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) auf Anfrage der SDP-Fraktion im hessischen Landtag berichtete. Die meisten Imame sind sunnitische Muslime. Nur einer gehört der Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde an. Nach Angaben von Kühne-Hörmann stehen die Imame in keinem Arbeitsverhältnis, sondern sind mit Dienstverträgen nebenamtlich beschäftigt. Ihre Predigten halten die Seelsorger auf Deutsch.

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Super-Super-Minister Seehofer und die Söder-Show

Horst Seehofer und Markus Söder. – APA/dpa/Sven Hoppe
Der wankelmütige CSU-Chef geht nach Berlin und macht keinen Rückzieher wie 2005 Edmund Stoiber. Markus Söder läuft sich im Breitwand-Format für den Wahlkampf warm.

Von Thomas Vieregge | Die Presse.com

In schönster Eintracht waren die CSU-Granden zum Gaudium des Publikums neulich beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg versammelt – dem traditionellen „Politiker-Derblecken“, einem kabarettistischen Höhepunkt der Fastenzeit in Bayern. „Mama Bavaria“ sparte nach den monatelangen Intrigen und Diadochenkämpfen nicht mit Spitzen und Sottisen gegen die Partei-Intimfeinde Horst Seehofer und Markus Söder, den „amtierenden“ und den „gefühlten“ Ministerpräsidenten, wie sie höhnte. Im Singspiel lief Söder, der Ministerpräsident in spe, als Revolverheld „El Marco“ durch die Westernszenerie der „Glorreichen Sieben“, den es zum Showdown drängt – und seinen Vorgänger, den „Seelenspezi“ Seehofer, in den Ruhestand.

Horst Seehofer denkt indes nicht ans Ausgedinge. Der CSU-Chef, der demnächst das Amt des Ministerpräsidenten an seinen ungeliebten Thronfolger abgeben wird, schwankte indessen allerdings, ob er – wie geplant – als Superminister nach Berlin gehen soll. Am Montag will er den Parteifreunden und der Öffentlichkeit die CSU-Ministerliste präsentieren. Für das Entwicklungs- und das Verkehrsministerium gibt es drei Kandidaten: den bisherigen Minister Gerd Müller, die Staatssekretärin Dorothee Bär und den Generalsekretär Andreas Scheuer.

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Südafrika: ANC will mit Enteignung punkten

Eine Rooisbos-Teamfarm in Südafrika. Foto: afp
Der Geist ist aus der Flasche. Südafrikas Parlament will darauf hinwirken, dass Landbesitz in Zukunft auch ohne Wiedergutmachung enteignet werden kann: Das jedenfalls haben die Volksvertreter kürzlich mit großer Mehrheit in Kapstadt beschlossen.

Von Johannes Dieterich | Frankfurter Rundschau

Die von der Regierungspartei ANC und mehreren kleineren Oppositionsparteien unterstützte Absicht löste prompt auf den Märkten Nervosität aus: Erstmals seit Wochen verlor die südafrikanische Währung an Wert, die Aktien sanken. Eine „Afriforum“ genannte Interessensgruppe weißer Südafrikaner kündigte eine internationale Kampagne gegen die Pläne an – als ob der frisch gekürte und umjubelte Präsident Cyril Ramaphosa nicht schon genug Probleme zu lösen hätte.

Die ungleiche Landverteilung gehört zu den am emotionalsten debattierten Themen am Kap: Auch 24 Jahre nach dem Ende der Apartheid sind noch immer 73 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen im Besitz von weißen Farmern. Seit 1994 wurden kaum 15 Prozent umverteilt – viel zu wenig in den Augen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, für die Landbesitz neben einem wirtschaftlichen auch einen symbolischen Wert hat. Schließlich waren die Afrikaner von den europäischen Eindringlingen ihres Landes beraubt worden, damals hatten auch sie keine Entschädigung bekommen.

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Die Wahrheit säuft in unserer Diskussionkultur ab

Wissenschaftler sollen die Shitstorm-Piloten und Streithennen dieser Welt inspirieren? Das wird nicht klappen. (Foto: Alessandra Schellnegger)
Wissenschaftler werden mal wieder aufgefordert, Debatten anzustoßen. Ein nutzloses Ritual: Die Forschung findet keine Sprache, um in den hitzigen Auseinandersetzungen von heute gehört zu werden.

Von Sebastian Herrmann | Süddeutsche Zeitung

Angeblich leben wir ja in einer Wissensgesellschaft – aber wir wissen nicht einmal, wie wir miteinander reden sollen. Statt Argumente auszutauschen, schreien sich die Teilnehmer der täglichen Wortgefechte gegenseitig an und übertreffen sich darin, einander als Unmensch zu beschimpfen. Alles ist von Empörung getrieben – und wer in diesem Klima ein nüchternes Argument in den Raum stellt, über das die Zuhörer auch noch etwas nachdenken müssen, kann gleich stumm bleiben: Im besten Fall hört ihm niemand zu, im schlimmsten Fall fühlt sich jemand auf die Füße getreten und dann regen sich wieder alle auf.

Das mag eine recht düstere Sicht der derzeitigen Debattenkultur sein, die in ihrer überspitzten Form bei Twitter, Facebook oder in der Fernseh-Talkshow-Ödnis gepflegt wird. Doch es ist die Arena, in der ausgerechnet Wissenschaftler begeistern sollen. Gerade hat das World Economic Forum einen Ethik-Code für junge Forscher veröffentlicht, an dessen erster Stelle – mal wieder – gefordert wird, mit der Öffentlichkeit in Austausch zu treten, die eigene Arbeit zu erklären, in einen gesellschaftlichen Rahmen einzubetten und Debatten anzustoßen. Laborbesatzungen sollen die Shitstorm-Piloten und Streithennen dieser Welt inspirieren? Klar, das ist richtig, das sollte geschehen und doch löst die Forderung nur zynische Resignation aus: Es wird nicht klappen.

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Spirituelle Gruppe will KZ-Gedenkstätte mit Ritual „heilen“

„Unangemessene Instrumentalisierung des Ortes und der Opfer“: ehemaliges NS-Konzentrationslager Buchenwald Quelle: picture alliance / Jan Woitas/dp
Die Bhakti-Marga-Gruppe möchte Orte des Schreckens per „Om Chanting“ von negativer Energie befreien – bald auch die KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Das löst Kritik aus. Die Jüdische Landesgemeinde aber sieht kein Problem darin.

Von Martin Niewendick | DIE WELT

„Die Tragödien der Vergangenheit zu überwinden und gemeinsam für eine bessere Zukunft zu wirken“: Das gibt die spirituelle Gruppe Bhakti Marga (Deutsch: Weg der Hingabe) als Motivation dafür an, warum sie ein sogenanntes Om Chanting in der Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar (Thüringen) durchführen will.

„Was an diesen Orten geschah, geschieht immer noch in den ätherischen und astralen Bereichen. Nur der Schöpfungsklang Om hat die Kraft, diese Orte zu heilen“, sagt der Gründer der dem Hinduismus nahestehenden Bewegung, Paramahamsa Vishwananda. Das Meditationsritual soll am 17. März stattfinden.

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Erste Klage auf Grundlage von Polens neuem Holocaust-Gesetz

Geschändetes Denkmal für das Massaker: „Wir entschuldigen uns nicht für Jedwabne“, hatte jemand 2011 daran geschmiert Quelle: pa/dpa/PAP/Artur Reszko
Das umstrittene polnische Holocaust-Gesetz ist erstmals zur Grundlage für eine Klage vor Gericht geworden.
  • Die konservative Polnische Liga gegen die Diffamierung reichte Klage gegen das Nachrichtenportal Página 12 ein.
  • Die argentinische Nachrichtenseite habe angeblich ein Bericht über das Massaker von Jedwabne manipulativ bebildert.

DIE WELT

Einen Tag nach seinem Inkrafttreten ist das umstrittene polnische Holocaust-Gesetz erstmals zur Grundlage für eine Klage vor Gericht geworden: Die konservative Polnische Liga gegen die Diffamierung (RDI) reichte am Freitag Klage gegen das argentinische Nachrichtenportal Página 12 ein, weil dieses mit einem Bericht über ein Pogrom gegen Juden „der polnischen Nation Schaden zugefügt“ habe.

Die Gruppierung stützt sich dabei auf das Gesetz, das erst am Donnerstag in Kraft getreten war. Es sieht unter anderem Geldstrafen und bis zu drei Jahre Gefängnis vor, wenn der „polnischen Nation oder dem polnischen Staat“ eine Mitschuld an den Nazi-Verbrechen gegeben wird.

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Identitäre „Neue Rechte“: Alter Extremismus in neuer Verpackung

foto: standard/corn Die Ideologie der rechtsextremen Identitären hat schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel
Im oberösterreichischen Aistersheim treffen sich am Samstag prominente Figuren der Neuen Rechten

Fabian Schmid, Markus Sulzbacher | derStandard.at

Auch Rechtsextreme schlafen manchmal schlecht. Etwa Martin Sellner, Mitgründer der österreichischen Identitären Bewegung. „Besser gesagt: Ich hatte Blut geschwitzt“, schrieb der 28-Jährige in seiner Autobiografie über die Nacht vor der ersten medienwirksamen Aktion seiner Gruppierung. Sie startete 2012 eine „Gegenbesetzung“ in der Votivkirche, in der sich Flüchtlinge mit negativen Asylbescheiden versammelt hatten. Die Aktion war von kurzer Dauer. Den Burschen wurde es schnell zu kalt in der Kirche. Seither drängen sie regelmäßig mit Aktionen in die Medien. Etwa im April 2016, als sie das Theaterstück Die Schutzbefohlenen von Elfriede Jelinek in der Uni Wien störten.

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Anerkennungsquote für türkische Asylbewerber steigt

Brandenburger Tor in türkischen Farben. (Foto: dpa)
  • Im Januar 2017 lag einem Medienbericht zufolge die Annerkennungsquote von türkischen Asylbewerbern bei 6,4 Prozent.
  • Demnach haben 410 Türken im Januar diesen Jahres positive Asylbescheide erhalten, was einer Anerkennungsquote von 38,2 Prozent entspricht.

Süddeutsche Zeitung

Die deutschen Behörden gewähren einem Medienbericht zufolge zunehmend mehr türkischen Staatsbürgern Asyl in der Bundesrepublik. Im Januar hätten 410 Türken positive Asylbescheide erhalten, das entspreche einer Anerkennungsquote von 38,2 Prozent, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Verweis auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage.

Noch ein Jahr zuvor – im Januar 2017 – habe die Quote bei lediglich 6,4 Prozent gelegen, im Juli 2017 dann schon bei 22 Prozent. Linken-Fraktionsvize Sevim Dagdelen sagte: „Die hohe Schutzquote zeigt einmal mehr, dass die Türkei weder rechtsstaatlich noch demokratisch ist.“

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Nordseekrabben müssen nicht mehr nach Marokko

Niedersächsische Krabbenfischer sortieren ihre frisch gefangenen und bereits gekochten Krabben.Foto: Ingo Wagner/dpa
Es gibt keinen Grund, absolut alles so lange um die Welt zu schippern, bis irgendein Kostenkommissar es rentabel findet. Die deutschen Küstenfischer wollen das nun auch ändern. Ein bisschen.

Von Bernd Matthies | DER TAGESSPIEGEL

In den Stellungskriegen der Dieseldebatte hat gerade wieder eine alte Behauptung die Runde gemacht: Die zwölf größten Schiffe der Welt stoßen angeblich so viel Dreck aus wie alle Autos zusammen. Das ist eine interessante Perspektivverschiebung, denn früher, als diese These aufkam, wollten Naturschützer damit belegen, wie böse die Schifffahrt ist; heute dient sie umgekehrt den Dieselfreunden als Beweis dafür, wie hysterisch die Diskussion sei.

Das Dumme ist nur, dass das mit den Schiffen überhaupt Quatsch ist. Da werden, wie Experten versichern, Pferdeäpfel mit Glühbirnen verglichen, und schon der gesunde Menschenverstand sagt, dass bei dem Vergleich was nicht stimmen kann. Es handelt sich um eine dieser NGO-Weisheiten („Die 50 reichsten Männer der Welt…“) , die so lange herumerzählt werden, bis der fehlende Wahrheitsgehalt durch den Gewinn an moralischer Überlegenheit mehr als kompensiert ist.

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Sachsen löst sein Lehrerproblem – mit weniger Schulstunden

Schulunterricht in Sachsen: Haben dort die Schüler bald weniger Unterricht? Quelle: pa/dpa/Daniel Reinhardt
Die Zahl der Unterrichtsstunden von sächsischen Schülern soll sinken. Offiziell, um die „Unterrichtsbelastung“ zu senken. Nebenbei wäre dies auch eine Maßnahme gegen den Lehrermangel. Die Opposition ist entsetzt.

Von Cornelia Karin Hendrich | DIE WELT

Lehrer fehlen in ganz Deutschland. Zuletzt zeigte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, dass bis zum Jahr 2025 bundesweit 105.000 Grundschullehrer benötigt wurden, jedoch nur 70.000 von den Universitäten kommen. Es bleibt eine Lücke von 35.000 fehlenden Lehrern.

Der Lehrermangel macht sich schon jetzt bemerkbar. Der Anteil von Seiteneinsteigern bei Neueinstellungen steigt. Auch der Freistaat Sachsen kämpft mit diesem Problem. Zum zweiten Schulhalbjahr konnten in dem Bundesland von 660 Stellen nur 622 besetzt werden.

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Immigrantenverbände zeigen Verständnis für Essener Tafel

In der Diskussion um den Aufnahmestopp von Ausländern bei der Essener Tafel hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände Verständnis für die Verantwortlichen gezeigt.

evangelisch.de

„Es ist mehr als unfair, ausgerechnet die Menschen, die vor Ort tagtäglich ehrenamtlich Bedürftige unterstützen und die wir mit riesigen Problemen alleinlassen, in eine rassistische Ecke zu stellen, in die sie nicht hineingehören“, sagte der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft, Ali Ertan Toprak, am Freitag in Bonn. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass die Essener Tafel seit Tagen belehrt und angefeindet werde.

Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft warnte, dass die „undifferenzierte und einseitige Kritik ausschließlich denjenigen zugute kommt, die unsere Gesellschaft spalten wollen“. Zwar sei die Nationalität der Bedürftigen „kein geeignetes Kriterium zur Differenzierung“, erklärte Toprak. Gleichwohl müssten Menschen, die sich für die Gesellschaft ehrenamtlich einsetzten, auch das Recht haben, mitunter missverständliche Entscheidungen zu treffen. Die Ehrenamtler verdienten „unsere Unterstützung, aber keine Diffamierung“, betonte er.

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Rassismus kommt nicht aus dem Nichts

Für seinen Film „Aus dem Nichts“, der in fiktiver Form die NSU-Morde thematisiert, erhielt Fatih Akin Anfang des Jahres den Golden…Foto: Frederic J.Brown/AFP
Die tief in der Gesellschaft verankerte Ideologie des Rassismus zerstört unsere intimsten Beziehungen. Eine Kolumne.

Von Deniz Utlu | DER TAGESSPIEGEL

In einem winzigen Kino, vielleicht 40 Sitze, habe ich den neuen Film von Fatih Akin gesehen: „Aus dem Nichts“. Das Thema in diesem kleinen Kino war groß und ich wünsche mir, dass die ganze Nation sich ins Kino setzt, dass die Aulen der Schulen sich für Vorführungen dieses Films füllen – um uns dabei zu helfen, der Zerstörung menschlicher Empathiefähigkeit durch Rassismus ein Stück entgegenzuwirken.

Der Film erzählt ein zentrales Thema rassistischer Gesellschaften: die (beinahe) Unmöglichkeit, zu trauern. Dafür folgt Fatih Akin seiner Figur, Katja, gespielt von Diane Kruger, an einen Ort, den es nicht geben sollte und den es nicht geben muss: Er folgt ihr in den Verlust geliebter Menschen, erlitten aufgrund der brutalsten Manifestierung dieser tiefgreifenden gesellschaftlichen Ideologie: Mord.

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1,5 Millionen Adeliepinguine auf Inseln in der Antarktis entdeckt

foto: apa/afp/thomas sayre-mccord
Die Entdeckung riesiger Pinguinkolonien in der Antarktis hat Wissenschafter überrascht: Auf den abgelegenen Danger Islands im Osten der Antarktischen Halbinsel fanden sie Kolonien von insgesamt 1,5 Millionen Adeliepinguinen.

derStandard.at

Nur 160 Kilometer westlich des Archipels gehe diese Art wegen der Eisschmelze zurück, heißt es in dem am Freitag in der Zeitschrift „Scientific Reports“ erschienenen Artikel.

Dass die kleinen Pinguine mit dem weißen Bauch, dem schwarzen Kopf und den weiß umrandeten Augen auf mindestens neun Inseln im Weddell-Meer leben, war bekannt. Doch nun stellte sich heraus, dass ihre Zahl weitaus größer ist.

Die Wissenschafter aus den USA, Frankreich und Großbritannien machten die Entdeckung anhand der Analyse von NASA-Satellitenbildern, wie Heather Lynch von der Universität Stony Brook in den USA sagte. „Am Anfang dachte ich, es ist ein Fehler“, sagte Lynch. Aber die hoch aufgelösten Satellitenbilder hätten dann gezeigt, dass die Forscher „eine bedeutende Entdeckung“ gemacht hätten.

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Religiot Pence: Diese Generation wird das Recht auf Leben wieder herstellen!

Mike Pence (2017), Bild. wikipedia.org/PD

Er habe im letzten Jahr mehr Fortschritte erlebt als in allen Jahren seines öffentlichen Wirkens davor. Der Lebensschutz sei mittlerweile sehr stark in der Gesellschaft und der Politik veranktert, sagte der US-Vizepräsident.

kath.net

„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in unserer Zeit die Unantastbarkeit des Lebens wieder ins Zentrum des amerikanischen Rechts rücken werden, wenn alle von uns alles tun was wir können.“ Das sagte US-Vizepräsident Mike Pence bei einer Veranstaltung der Lebensschutzorganisationen Susan B. Anthony List und Life Issues Institute.

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Esoterik: Glaub an deinen Darm!

Kolibakterien kommen im menschlichen Darm vor und sind Vitamproduzenten. (Imago)
Der Kongress Spirit of Health, der an diesem Wochenende in Berlin stattfindet, verbindet alternative Medizin und Spiritualität. Dort treten auch christliche Prediger auf, die Heilung durch Wunderglauben und angebliche Wundermittel versprechen. Eine gefährliche Entwicklung, finden Sektenexperten.

Von Thomas Klatt | Deutschlandfunk

„Wir haben Dr. Marco Ruggiero aus den USA. Der ist Mikrobiologe, der forscht im Bereich Darmflora. Da entwickeln sie auch Nahrungsergänzungsmittel.“ Leo Koehof aus Roermond schwärmt von einem seiner Buchautoren. In den Niederlanden hat er den Jim Humble-Verlag gegründet, um alternative Medizin- und Heilmethoden auch in Deutschland bekannter zu machen.

„Da hat er ein tolles Buch herausgebracht, das Dritte Gehirn, dass die Darmflora unser ganzes emotionales Leben beeinflussen und man kann das als das zweite Gehirn bezeichnen und das dritte Gehirn ist eigentlich die ganze Körperflora, in unseren Augen, in unserem Mund. Also wir haben mehr Bakterien in uns als wir Körperzellen haben. Das nennt er dann das Dritte Gehirn.“

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